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Die drei Affen

Wort zum Wochenende

Vor meinem Schreibtisch sitzen drei Affen: Der erste hält sich die Augen zu, der zweite die Ohren und der dritte Affe den Mund. Nicht wenige Zeitgenossen laufen so durchs Leben:

„Ich will nichts hören und sehen – sollen doch die anderen etwas sagen – lasst mir meine Ruhe.“

Wer sich so gesehen zum Affen macht, lebt eigentlich am Leben vorbei. Wer dagegen neugierig auf die Begegnung mit seinen Mitmenschen ist, wird

immer wieder neue, spannende Seiten in seinem eigenen Leben entdecken. Wie treffend formulierte dies der Religionsphilosoph Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Menschen, die sich wahrhaft begegnen, fühlen sich dadurch bereichert. Unsere Gesellschaft braucht dringend mehr Zivilcourage – Menschen, die soziale Ungerechtigkeiten sehen, die sich die Nöte ihres Nächsten anhören und dann auch zur Sprache bringen. Meine drei Affen mahnen mich täglich, all meine Sinne zu gebrauchen, um den anderen einfach menschlicher zu begegnen. Wenn sie jetzt denken „da laust mich aber der Affe“, dann sind sie auf der richtigen Spur: Während zwei Affen sich lausen, wird die soziale Bindung gefestigt; genau darum geht es bei uns Menschen.

Alexander Wolf
Pastoralreferent im Pastoralen Raum Marktheidenfeld
 

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