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Wort zum Wochenende

Wert-Schätzung

Coronazeit ist die Zeit der digitalen Kommunikation und so haben auch die per Handy verschickten Videoclips zugenommen. Mehr oder weniger sinnvolle, lustige oder trübsinnige Videoclips landen auf unseren Geräten.

Eines spricht mich sehr an, hat mir besonders gut gefallen, passt es doch zum derzeitigen Thema in meiner 9. Klasse.

Ein Mann auf einer Bühne, großes Publikum. Er zeigt einen 50 € Schein und fragt, wer ihn gerne haben würde. Natürlich gehen viele Hände in die Höhe. Er faltet ihn zusammen, trampelt darauf herum und stellt die Frage nach seinem Wert, klar immer noch 50 € und immer noch viele, die den Schein gerne nehmen würden. Dieses Spiel wiederholt er nun auf verschiedene Art und Weise, reibt den Schein unter dem Arm und an anderen Körperstellen, zerknüllt ihn und jedes Mal die Frage nach seinem Wert und wer ihn nun noch haben möchte. Immer noch gehen zahlreiche Hände in die Höhe. Andere Fragen und Aktionen folgen. Das Thema, das verhandelt wird ist, sie ahnen es, der Wert einer Sache bzw. eines Menschen. Beim Geld ist uns das klar – egal wie wir einen 50 € Schein behandeln, ob als Dreck oder etwas Besonderes – er behält seinen Wert. Der Akteur überträgt dies geschickt auf uns Menschen: Wo wir wie Dreck behandelt werden, auf uns herumgetrampelt wird, denken wir häufig, wir sind nichts wert. Oder aber, wenn wir uns besondere Attribute zulegen, Besonderes leisten, bilden wir uns ein, dass wir mehr wert als andere sind. Er verurteilt dies heftig.

Hier verlasse ich das Video. 9. Klasse, es geht um den Wert des Menschen, im Besonderen in einer Partnerschaft. Meine Schüler*innen begegnen dem Bibelwort aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 27: „Und Gott schuf den Mensch zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ Grundsätzlich wertvoll zu sein, einfach weil Gott uns wollte und uns ebenbildlich erschaffen hat – das ist die Erkenntnis. Egal ob wir als Mann oder Frau, gesund oder krank, als Mensch mit oder ohne Behinderung durch das Leben gehen, egal welche Hautfarbe, Herkunft, Kultur, politische oder religiöse Überzeugung wir haben, nach unserem Glauben sind wir alle, ist jeder von uns, auch ich, unendlich wertvoll. Dieser Gedanke des unverrückbaren Wertes eines Menschen hat auch in unserem grundlegenden Gesetz der Bundesrepublik Deutschland seinen Niederschlag gefunden – GG Art. 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. …“

Wie leicht fällt mir die Wert-Schätzung eines Geldscheines und wie schwer fällt mir manchmal die Wertschätzung eines Menschen oder die meiner Person.

9. Klasse, zustimmende Äußerungen und Blicke und meine Hoffnung, dass Gott den Samen, den ich legen durfte, wachsen lässt.

Uwe Schlosser

Dipl. Religionspädagoge (FH)

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