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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Mon, 10 Aug 2026 09:33:43 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 10 Aug 2026 09:33:43 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-74535</guid><pubDate>Fri, 07 Aug 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Ich wundere mich …</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ich-wundere-mich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt so viele und vieles, worüber ich mich wundere:</p><p>Ich wundere mich darüber, wie viel über Klimaanpassungsmaßnahmen und wie wenig gleichzeitig über die Ursachen der Klimaveränderungen und unsere Verantwortung dafür gesprochen wird.</p><p>Ich wundere mich darüber, wie viel Geld für Verteidigungsfähigkeit in die Hand genommen wird und wie wenig über Maßnahmen für Frieden und Völkerverständigung nachgedacht wird.</p><p>Ich wundere mich darüber, wie worthülsenartig über Demokratie geredet wird und wie wenig sich die Einzelnen um ihre Demokratie kümmern; solange sie ihnen nützt, ist sie gut. Wenn sie anfängt nicht mehr nur Spaß zu machen, wird sie lästig.</p><p>Ich wundere mich über die auch bei uns in Mode gekommene Sprache der Superlative und des Eigenlobs, die vieles schönredet und so Probleme verniedlicht.</p><p>Ich wundere mich nicht erst seit Infantino’s letzter Idee darüber, wie sehr Sport zu einem Geschäft geworden ist.</p><p>Ich wundere mich über die Zeitgenossen, die, wenn sie ein klein wenig kürzertreten sollen, die Klage anstimmen, dass man ihnen ‚alles‘ nehmen und sie ihrer Freiheit berauben will.</p><p>Ich wundere mich auch darüber, dass kritisches Mitdenken in der Kirche, in einer Kirchengemeinde oft nicht gern gesehen, geschweige denn ernstgenommen wird. Mit dem wohlklingenden „Hab Mut: Steh auf!“ scheint es nicht weit her zu sein. …</p><p>Ja, es gibt so viele und so vieles, worüber ich mich wundere. Sie könnten diese Aufzählung mit ihren Erfahrungen vermutlich problemlos fortführen. Wenn es nur das gäbe, wäre unsere Welt wirklich zum Verzweifeln und zum Resignieren.</p><p>Aber: Ich wundere und freue mich über Menschen, die kritisch mitdenken und die Verantwortung wahrnehmen; die sich einmischen, Haltung zeigen und sich nicht nur neutral verhalten; die mutig dann nicht schweigen, wenn es wichtig ist, die Stimme zu erheben; die ehrlich sind und niemanden übers Ohr hauen wollen; die nicht nur mit wohlklingenden Worthülsen jonglieren, sondern etwas zu sagen haben. Ohne solche Menschen wäre die Welt ärmer! Solche Menschen leben ihren Glauben!</p><p>Es gibt für jeden von uns so viele Möglichkeiten, das Gesicht der Welt positiv mitzugestalten, im Kleinen wie im Großen. Deshalb wundere ich mich auch gerne über das Mutige, Ermutigende und Positive unter uns! Davon erlebe ich in meinem Umfeld schon sehr viel, aber vielleicht ist’s noch nicht genug. Vielleicht wollen Sie ja ‚Follower‘ werden? …</p><p><br /><em><strong>Reinhold Grimm</strong></em><br />Pastoralreferent i.R,, Marktheidenfeld</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74363</guid><pubDate>Fri, 31 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Urlaubszeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/urlaubszeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Noch eine Woche und dann geht’s los. Sonst fahren immer die anderen. Jetzt bin ich dran. Seit einem Jahr das erste Mal. Ich kann es kaum erwarten, endlich da zu sein - aber der Weg bis dorthin stresst mich jetzt schon. Der Schreibtisch sollte zumindest noch ein bisschen abgearbeitet, die letzten Schultage noch gut geplant, Sachen in die Reinigung gebracht, Termine nach dem Urlaub schon vorbereitet werden …&nbsp;<br />Einfach mal loslassen geht gar nicht. Weil noch so viel zu tun ist - oder schon wieder so viel ansteht.&nbsp;<br />Deswegen war der eine halbe Tag letzte Woche ein ganz besonderer Tag. Weinfest in Castell, Treffen mit alten Freunden. Wir sehen uns einmal im Jahr, immer in Castell, immer zum Weinfest. Und an diesem einen Nachmittag fällt alles von mir ab.<br />Wir sitzen unter Bäumen, die Blätter tänzeln im Wind, die Sonnenstrahlen werfen Lichtpunkte auf den schattigen Rasen, Menschen lachen, das Leben duftet nach Kaffee und Vanilleeis. Ein Tag, an den wir uns erinnern werden, dessen Leichtigkeit uns weiter trägt.<br />Und mir kommt ein Vers in den Sinn, der dem weisen König Salomo zugeschrieben wird: Der Mensch hat nichts Besseres &nbsp;unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne.<br />Ich wünsche uns viele solche Tage im Leben, nicht nur im Urlaub. Und Zeit und Möglichkeit dazu, sie zu genießen, als wäre es mitten im Urlaub.</p><p><em><strong>Stephanie Wegner</strong></em><br />Evang. Pfarrerin Kreuzwertheim</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74364</guid><pubDate>Fri, 31 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Alles hat seine Zeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/alles-hat-seine-zeit-3/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Unsere menschliche Lebenszeit ist endlich. Auch wenn wir persönlich nicht wissen, wie lange wir noch auf dieser Erde leben werden, so wissen wir doch, dass unsere Zeit begrenzt ist. Alles hat seine Zeit. „Geboren werden und sterben hat seine Zeit“ so drückt es im Alten Testament der Prediger Salomo in seiner berühmten Predigt aus. „Steine wegwerfen hat seine Zeit. Steine sammeln hat seine Zeit“. Alles hat seine Zeit. Und am Schluss fügt der Prediger hinzu: „Alles hat Gott schön gemacht zu seiner Zeit und den Menschen hat er Ewigkeit ins Herz gelegt“. Bei aller Gewissheit unserer Vergänglichkeit ist uns nach dem biblischen Zeugnis Ewigkeit in unser Herz gelegt. Etwas, was wir nicht selber machen können, ein Geschenk Gottes. Und etwas, das uns Menschen von jeglicher Art künstlicher Intelligenz unterscheidet. Die Zusage der „Ewigkeit in unserem Herzen“ bezieht sich nicht auf unsere Intelligenz oder unseren Wohlstand. Es ist eine Aussage, die aufgreift, dass jeder Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen ist. Das lässt sich nicht beweisen, aber wenn wir es glauben, verändert es unsere Sicht auf uns selbst und auf unsere Mitmenschen. In jeden Menschen ist etwas unendlich Kostbares von Gott hineingelegt worden.&nbsp;Etwas, das die Vergänglichkeit und den Tod überdauert. Das ist die große Hoffnung von uns Christen, die im Alten Testament grundgelegt ist und durch die Botschaft Jesu und seinen Tod und seine Auferstehung bekräftigt wurde. In biblischer Sprache wird das auch ausgedrückt in dem Gedanken, dass unsere persönlichen Namen, die unsere ureigene Existenz repräsentieren, bei Gott bekannt sind. Wert und Würde eines jeden Menschen gelten unabhängig vom Alter, der geschlechtlichen Orientierung und des Herkunftslandes. Dieser Gedanke findet sich auch im Artikel eins unseres Grundgesetzes wieder: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Gott sei Dank leben wir in einem Land, in dem dies der oberste Grundsatz für alles staatliche Handeln ist. Tragen auch wir durch unser Verhalten einen Beitrag dazu bei, dass die Würde unserer Mitmenschen von allen geachtet wird.<br />Wer sich mit Fragen der Würde und der Perspektiven im Alter auseinandersetzen will ist zu öffentlichen Vorträgen im Kloster Triefenstein eingeladen. Im Vorfeld des Tages des offenen Denkmals referiert Dr. Oliver Dodt, Psychiater und Psychotherapeut, der im Würdezentrum in Frankfurt arbeitet (www.wuerdezentrum.de), zu Fragen des würdevollen Altwerdens. Termine und Themen finden Sie auf der Homepage <a href="https://www.kloster-triefenstein.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.kloster-triefenstein.de</a></p><p><em><strong>Bruder Christian Hauter</strong></em><br />Pfarrer aus dem Kloster Triefenstein<br /><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74244</guid><pubDate>Fri, 24 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Zeitmulden und Rituale</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/zeitmulden-und-rituale-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Spirituelle Expertinnen und Experten geben Tipps für „Urlaubsoasen im Alltag“. Zwei haben mich besonders angeregt:</p><p>Melanie Wolfers ist Bestsellerautorin, Podcasterin und Ordensfrau.</p><p>Sie spricht von zahlreichen „Zeitmulden“, die im Tag verteilt sind, kleine Übergänge und Pausen. Da ist das Warten auf den Bus oder bis der Kaffee durchgelaufen ist, das Hängen in einer Telefonwarteschleife. Statt dem nervösen Kopfkino richte ich meine Aufmerksamkeit nach Innen. Was beschäftigt und bewegt mich gerade? Der gegenwärtige Augenblick ist wirklich. Er kann mich nähren und stärken. Die Zeitmulden eines Tages bieten mir einen Trainingsparcours an, um Frische und Energie zu tanken. Wolfers sagt: „Wer präsent ist, ahnt bisweilen, in der Gegenwart von etwas Größerem zu sein.“ Der Philosoph Martin Buber sagt: „Der Augenblick ist das Gewand Gottes“. Zeitmulden entbergen auf einmal eine ungeahnte Tiefe.</p><p>Das probiere ich aus: Schon vor meinem Urlaub nehme mir vor, täglich drei „Zeitmulden“ wahrzunehmen und mich frisch aufladen zu lassen. Mein Blick auf den Tanz der bunten Schmetterlinge am Fliederstrauch gerade in diesem Moment gehört dazu. Genauso der freundliche Gruß der Kassiererin an der Ladentheke gestern.</p><p>Anselm Grün ist Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und spiritueller Autor.</p><p>Er beobachtet, dass viele nach dem Urlaub schnell wieder in den alten Trott geraten. Wichtig ist für ihn der Grundsatz: „eins nach dem anderen. Wer alles auf einmal erledigen will, gerät wieder ins alte Hamsterrad“. Zum Gegensteuern empfiehlt Grün Rituale: „Rituale sind eine heilige Zeit. Heilig ist die Zeit, die mir gehört, über die niemand verfügen kann. Da habe ich das Gefühl: Ich lebe selber, anstatt gelebt zu werden.“ Als Ritual empfiehlt Grün, am Morgen den neuen Tag zu segnen.</p><p>Das probiere ich aus. Statt nach dem Aufstehen in den gewohnten Ablauf in Bad und Küche zu kommen, öffne ich das Fenster. Ich nehme hörbar ein paar tiefe Atemzüge. Ich schaue, was vor meinen Augen liegt, bin ganz gegenwärtig. Dann mache ich ein bewusstes Kreuzzeichen. Ich segne den Tag mit den Aufgaben und Menschen, die mir heute begegnen. Mit der Zeitung am Frühstückstisch schließe ich Menschen in den Segen ein, von deren Schicksalen oder Engagements ich lese.</p><p>Liebe Leser*innen,</p><p>entdecken Sie Ihre „Zeitmulden“. Vielleicht mögen Sie auch eigene kleine „Rituale“ entwickeln. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag.</p><p><strong>Burkhard Fecher</strong><br />Pastoralreferent und Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R.,&nbsp;Gemünden</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74104</guid><pubDate>Fri, 17 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Deutschland rüstet auf</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/deutschland-ruestet-auf-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„Friede sei mit euch“ – so grüßt der Auferstandene seine Freundinnen und Freunde. Dieser Gruß soll auch am Anfang dieses Geistlichen Wortes stehen. Denn, gibt es Wichtigeres in unruhigen Zeiten?<br />Deutschland rüstet auf. Die Nachrichten zu militärischen Zielgrößen überschlagen sich: stärkste konventionelle Armee Westeuropas, weltweit zweitgrößte militärisch nutzbare Satellitenanzahl, bewaffnete Killerdrohnen mit großer Reichweite. Der Haushalt für Arbeit &amp; Soziales bleibt der größte bei den Ausgaben des Bundes. &nbsp;Der Anteil der Ausgaben für Militär und Sicherheit wächst jedoch stetig, von ca 16% im Jahr 2025 auf ca 21% im Jahr 2027 (mittlere Schätzwerte).<br />Mir ist mulmig: Sind wir auf dem richtigen Weg?<br />Die christliche Tradition kennt Spannungen. Martin Luther urteilt nüchtern: Wären wir alle gute Christinnen und Christen, bräuchten wir weder Polizei noch Militär. Da wir es nicht sind, setzt Gott der Gewalt eine staatliche Ordnung entgegen. Luther kann sich dabei auf Jesus berufen: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“<br />Daneben steht die breite Friedenstradition der Kirchen, die militärische Mittel grundsätzlich infrage stellt. Auch sie beruft sich auf Jesus: Er reitet nicht auf einem Schlachtross, sondern auf einem Eselchen in Jerusalem ein. In Gethsemane steckt Petrus sein Schwert weg. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“<br />Ich selbst habe als junger Mann in der Bundeswehr gedient – und bin zu den großen Friedensdemonstrationen gegangen. Heute bin ich dankbar, in einem Land zu leben, das die Freiheit schützt, den Dienst an der Waffe zu verweigern, und in dem militärische Einsätze nur nach Beschluss des Bundestags erfolgen. Dankbar auch für die Vereinten Nationen – trotz aller Blockaden im Weltsicherheitsrat.<br />Zwischen Auftrag des Staates und Ruf Christi bleibt ein Ringen. Christlicher Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er beginnt im Herzen, sucht Gerechtigkeit und fördert das Leben. Ob es tatsächlich beides braucht: nüchterne Verantwortung – und die entschiedene Sehnsucht nach Frieden, die unsere Mittel begrenzt, unser Reden mäßigt und unser Beten schärft?<br />Möge Gott verhüten, dass unsere wachsenden militärischen Möglichkeiten jemals gebraucht werden. Und wenn Verantwortung gefordert ist, dann bitte unter Recht, mit Maß – und im Licht des Friedefürsten.<br />Bleiben Sie Gott behütet.</p><p>Heiner Spittler<br />Evanglischer&nbsp;Pfr. i.R., Lohr<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73891</guid><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Die drei Affen</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-drei-affen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Vor meinem Schreibtisch sitzen drei Affen: Der erste hält&nbsp;sich die Augen zu, der zweite die Ohren und der dritte Affe&nbsp;den Mund. Nicht wenige Zeitgenossen laufen so durchs Leben:</p><p>„Ich will nichts hören und sehen – sollen doch die anderen&nbsp;etwas sagen – lasst mir meine Ruhe.“</p><p>Wer sich so gesehen zum&nbsp;Affen macht, lebt eigentlich am Leben vorbei. Wer dagegen&nbsp;neugierig auf die Begegnung mit seinen Mitmenschen ist, wird</p><p>immer wieder neue, spannende Seiten in seinem eigenen Leben&nbsp;entdecken. Wie treffend formulierte dies der Religionsphilosoph&nbsp;Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“&nbsp;Menschen, die sich wahrhaft begegnen, fühlen sich dadurch&nbsp;bereichert. Unsere Gesellschaft braucht dringend mehr&nbsp;Zivilcourage – Menschen, die soziale Ungerechtigkeiten sehen,&nbsp;die sich die Nöte ihres Nächsten anhören und dann auch zur&nbsp;Sprache bringen. Meine drei Affen mahnen mich täglich, all meine&nbsp;Sinne zu gebrauchen, um den anderen einfach menschlicher zu&nbsp;begegnen. Wenn sie jetzt denken „da laust mich aber der Affe“,&nbsp;dann sind sie auf der richtigen Spur: Während zwei Affen sich lausen,&nbsp;wird die soziale Bindung gefestigt; genau darum geht es bei uns&nbsp;Menschen.</p><p><em><strong>Alexander Wolf</strong></em><br />Pastoralreferent im Pastoralen Raum Marktheidenfeld<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73486</guid><pubDate>Fri, 03 Jul 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Wir sind alle gleich</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wir-sind-alle-gleich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Sind Sie Fußballfan? Also, ich bin ein Turniergucker- ich sehe mir gerne internationale Fußballturniere an- und habe dann zu den Spielen der deutschen Nationalmannschaft auch passend mein Deutschlandtrikot an. Dieses Jahr ist es mal wieder soweit- wir sind gerade mittendrin, in der Fußballweltmeisterschaft- im amerikanischen XXL-Format. So viele Fußballspiele wie nie zuvor, zu denen man mit seiner Mannschaft jubeln, trauern und mitfiebern kann. Und die meisten Fans lassen es sich nicht nehmen, dabei im jeweiligen Trikot ihrer Mannschaft zu erscheinen- das gibt das passende Zusammengehörigkeitsgefühl. Denn hier sind alle gleich- Vorstandssprecher, Fließbandarbeiter, Jobsuchender- für einen Moment gibt es keine gesellschaftlichen Unterschiede, stehen alle gemeinsam hinter ihrer Mannschaft und liegen sich beim lang ersehnten Tor jubelnd in den Armen. Alle gleich- weil sie eines eint: der Glaube an die Mannschaft. Und das ist nach außen sichtbar- spätestens durch das gleiche Trikot, das alle anhaben.</p><p>Passend zur Weltmeisterschaft ist in letzter Zeit immer mal wieder davon die Rede, was Glaube und Fußball miteinander zu tun haben. Und vielleicht findet sich eine Antwort in dem, was der Apostel Paulus in einem Brief an eine christliche Gemeinde schreibt: Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.<br />Durch die Taufe haben Christen sozusagen das Trikot mit dem Namenszug „Jesus Christus“ übergezogen. Und das macht sie alle gleich. Egal, woher sie kommen, egal ob Mann, Frau, Nationalität oder gesellschaftlicher Status- wer getauft ist, gehört zu Christus. Aber die Taufe ist kein Gleichmacher. Auch wenn nach außen hin durch die Taufe alle gleichgestellt sind, bleiben doch im inneren alle sie selbst.<br />Das ist wie mit einem Fußballtrikot: wir ziehen es über und gehören damit alle zu einer Fan- Gemeinschaft. Aber wir jubeln, trauern oder feiern alle ganz individuell.<br />Genauso ist es, wenn ich mich zu Gott gehörig fühle: er nimmt jede und jeden einzelnen als Individuum, als sein Kind wahr, das er liebt und für das er da sein möchte.</p><p>Beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft gegen Curaçao ist mir eine Szene in Erinnerung geblieben, die im Anschluss auch durch die Medien ging: einige Spieler beider Mannschaften versammelten sich nach Ende des Spiels am Mittelkreis und- beteten. Ein Signal ganz besonderer Zusammengehörigkeit- über Länder und Fußballgegner hinweg.</p><p>Menschen, die der Glaube eint, haben ihre Unterschiede überwunden und können gemeinsam etwas bewegen. Das gilt im Fußball ebenso wie im Glauben. Und das ist gerade in diesen Zeiten der Unsicherheit, der Angst und der immer drückenderen Hoffnungslosigkeit ein schönes, ein starkes Zeichen. Hoffen wir, dass wir in diesem Turnier noch viele solcher hoffnungsvollen und gemeinsamen Momente erleben dürfen.</p><p>Eine gute Zeit!</p><p><em><strong>Arved Meyer</strong></em><br />Evangelische Kirchengemeinde Burgsinn</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73484</guid><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Eine Sache des Gewissens</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/eine-sache-des-gewissens/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„Nie hätte ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen gewesen wäre.“ Dieser Satz scheint von einem ziemlich konsequenten Menschen zu stammen. Es ist ein Zitat des Heiligen Thomas Morus, dessen Gedenktag die katholische Kirche im Juni feiert und der als Patron der Regierenden und Politiker:innen gilt. Er lebte und wirkte im England des 15. und 16. Jahrhunderts, war Rechtswissenschaftler und später ein enger Vertrauter von König Heinrich VIII. (bekannt wegen seiner zahlreichen Ehefrauen). Thomas Morus war ein fortschrittlicher Denker und für seine Zeit ein echter Feminist, denn er ließ seine Töchter eine umfangreiche Bildung genießen. Er lebte seinen Glauben und liebte seine katholische Kirche. Deshalb weigerte er sich später auch, Heinrich VIII. als neues Oberhaupt der Kirche von England anzuerkennen. Das war sein Todesurteil. Jedoch nicht für seinen Humor: Noch kurz vor seiner Enthauptung bat er den Henker, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, damit dieser nicht beschädigt würde, da sein Bart ja keinen Hochverrat begangen habe.</p><p>Auch wenn er durch seine Biografie teils als umstritten gilt, kann Thomas Morus für uns heute ein besonders aktueller Heiliger sein. Er war nämlich kein Ordensmann und kein Priester. Er war „nur“ Laie. Gerade deshalb hat er uns heute viel zu sagen. Mitten im Getümmel von Familie und Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahm er sein Christsein ernst und versuchte es im Alltag auf vorbildliche Weise zu leben. Thomas Morus ist ein geradezu moderner Heiliger, weil er nicht tat, was man halt so tut und was alle tun, sondern weil er SEINEN Weg ging. Er blieb sich selber treu und gehorchte Gott mehr als den Menschen, und seien es die höchsten Autoritäten, wie in seinem Fall der König von England. Er war zum äußersten bereit aus Gehorsam gegenüber dem eigenen Gewissen und damit gegenüber Gott. Gerade in unserer Zeit, in der der einzelne Mensch viel Freiheit hat, kann die Art und Weise und die Haltung, mit der Thomas Morus für seine Überzeugungen eingestanden ist, vorbildlich sein: Auf das eigene Gewissen hören, kritisches Mitdenken, verantwortliches Handeln, sich selbst treu bleiben und auf Gott vertrauen.&nbsp;</p><p>Thomas Morus verband überragende Geistesschärfe mit tiefer Frömmigkeit und einem unerschütterlichen Humor, was er unter anderem in seinen Gebeten zum Ausdruck brachte:<br />„Gott, schenke mir eine gute Verdauung&nbsp;<br />und auch etwas zum Verdauen.<br />Schenke mir Gesundheit des Leibes,<br />mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten.<br />Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist,<br />die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen.<br />Und lass nicht zu, dass ich mir allzuviel Sorgen mache<br />um dieses sich breitmachende Etwas, das sich ‚Ich‘ nennt.<br />Herr, schenke mir Sinn für Humor.<br />Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen,<br />damit ich ein wenig Glück kenne im Leben<br />und anderen davon mitteile. Amen.“</p><p><br /><em><strong>Christina Lömmer</strong></em><br />Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Gemünden</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73299</guid><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Sie sind gesucht</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/sie-sind-gesucht/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Sie möchten am Freitagabend den Beginn des wohlverdienten Wochenendes mit Ausgehen feiern. Ein Tisch im Lieblingsrestaurant ist reserviert, draußen im Freien an einem schönen Plätzchen. Schon am Morgen stellt sich Vorfreude ein: nur diesen Arbeitstag noch durchstehen. Dann endlich mit vertrauten Freunden ratschen und das gute Essen genießen. Doch als Sie dann zum Abendessen aus dem Haus gehen wollen, finden Sie den Schlüssel nicht. „Vor ein paar Stunden kam ich damit doch noch ins Haus, wo kann er nur sein?“ Sie schauen alle Jacken- und Hosentaschen durch: nichts… Suchen empfinden wir meistens als lästig, nur Ostereiersuchen macht vielen Kindern Spaß. Auch am PC suchen wir nach Dateien und wissen nicht mehr, wo wir sie abgelegt haben.</p><p>Jesus hat von einer Frau erzählt, die lange nach einem verlorenen Silber-Groschen gesucht hat. Damals gab es noch kein Bankkonto. Man bewahrte sein Geld zu Hause auf. Dieser Frau passierte es, dass sie von ihren zehn Silbergroschen einen verlorenen hatte. Da zündete sie sich ein Licht an, kehrte das ganze Haus und suchte in allen Ecken, bis sie ihn gefunden hatte. Das war aber nicht alles, sie teilte ihre Freude über den wiedergefundenen Groschen mit Ihrer Nachbarin.</p><p>Jesus lobte diese Frau für ihren Fleiß und ihre Freude. Wir neigen eher zum Stöhnen über das Suchen. Die Freude über Gefundenes behalten wir dann meist für uns. Aber Menschen sind nun mal nicht perfekt. Trotz aller Ordnungstipps und Ordnungssysteme sind wir nicht immer konzentriert, wenn wir nach Hause kommen oder unsere Dateien abspeichern. Daher gibt Jesus der Frau auch keine Ratschläge, wie sie es besser machen kann, sondern lobt ihr Verhalten. Ja, es dient ihm sogar zum Vergleich mit der Freude der Engel, wenn Menschen anfangen, an Gott zu glauben.</p><p>Am Montag machte ich mit einer Schulklasse eine Exkursion zur Wanderausstellung: „Die Opfer der Aktion T4 aus Bayern“, die im Hauptverwaltungsgebäude des BKH Lohr noch bis Ende Juni gezeigt wird. Es ging niemand verloren, und die Schülerinnen und Schüler waren auch mit Interesse bei der Sache. Eher nebenbei fiel mein Blick auf eine kleine Tafel mit Stellengesuchen: „Wir suchen eine/einen Mitarbeiter/in“ stand da ungefähr achtmal.</p><p>Viele Menschen wünschen es sich, in irgendeiner Weise gefragt oder gesucht zu werden. Manche bewerben sich auch einfach zwischendurch mal, um zu testen, ob sie auch auf einer anderen Stelle gefragt sind. Wussten Sie, wie sehr Gott sie sucht? Bei ihm kommt Ihre Sucht nach Anerkennung zur Ruhe. Auch Sucht hat mit suchen zu tun. Der Spruch für diese Woche heißt: „Der Menschensohn (Jesus) ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ Und der Kirchenvater Augustin hat ausgedrückt, was wir als Verlorene empfinden: „Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in Dir, o Herr.“ Laden Sie Jesus im Gebet zu sich ein und bitten Sie ihn in aller Sucherei immer wieder, Ihnen Ruhe und Frieden zu schenken.</p><p><em><strong>Christina Roth</strong></em><br />Prädikantin an der Evang. Auferstehungskirche Lohr und Schulseelsorgerin am Franz Ludwig von Erthal Gymnasium Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72987</guid><pubDate>Fri, 12 Jun 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Mehr Licht!</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mehr-licht/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Bei vielen berühmten Menschen wird erzählt, was ihre letzten Worte waren. Dabei geht es nicht um die Dokumentation von bestimmten Texten, sondern eher um eine Art „Nachlass im Telegrammstil“. Vom großen Dichter Johann Wolfgang von Goethe wird der Ausruf „Mehr Licht“ erzählt. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Licht ist mehr als ein physikalisches Phänomen. Licht macht die Welt für uns eigentlich erst erfahrbar. Ohne Licht würden wir „im Dunkeln tappen“. Aber auch erst, wenn wir auf das Licht verzichten müssen, wird uns dies bewusst. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">So ist es eine interessante Fügung, dass das Licht in der Natur, zumindest auf unserer Erde, immer neu kommt und auch wieder verschwindet. Ja, wir messen unsere Zeit sogar nach diesem Kommen und Gehen des Lichtes. Der Tag wird gemessen als Zeitspanne einer Hell- und einer Dunkelzeit. Und auch das Jahr wird gemessen als Zeitspanne in der die Hellzeiten wachsen und wieder abnehmen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Jetzt im Juni ist die Zeit der längsten Tage und der kürzesten Nächte. In der Natur ist so viel Licht, wie sonst nie. Wie aber sieht es aus mit dem Licht im übertragenen Sinn: mit dem Verstehen der Welt? </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">In den Wissenschaften erreichen wir außergewöhnliches, unser Blick auf die Natur der Welt hat sich im vergangenen Jahrhundert mehr als einmal grundsätzlich gewandelt. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Beim Blick auf unsere Mitmenschen aber stehen wir vor so vielen ungelösten Fragen. Wir leben immer mehr nicht miteinander, sondern aneinander vorbei. Wir reden - obwohl wir die gleiche Sprache verwenden - so oft aneinander vorbei. Und das in einer Zeit, in der doch die Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren immer vielfältiger werden. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Eine Lösung zeigt sich, wenn wir in den Spiegel schauen und einmal unser eigenes Gesicht betrachten: Da sehen wir zwei Ohren und nur einen Mund - doppelt so viel Möglichkeiten zum Zuhören als Möglichkeiten zum Sprechen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Darin kann man auch eine Anleitung für gutes Kommunizieren finden: Es ist doppelt so wichtig, dass man hinhört, als dass man selbst spricht. Wie oft meinen wir, dass wir schon nach den ersten Worten unserer Gegenüber wissen, was sie uns sagen wollen, und liegen dabei genauso oft daneben. „Mehr Licht“ in unsere Gespräche würde aber ein richtiges Zuhören bringen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Dass wir die Kunst des Zuhörens nicht üben, ist vielleicht auch der Grund für so viel Unzufriedenheit in unserer derzeitigen Gesellschaft. Wir sehen die Handlungsweise unserer Mitmenschen aber nicht die Gründe, die zu dieser Handlungsweise führen. Wir sehen Ergebnisse aber nicht die Ursachen, die diese Ergebnisse hervorbringen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%">„<span style="font-size:12pt">Mehr Licht!“ Der Wunsch des Dichterfürsten vor 200 Jahren ist auch (oder vielleicht gerade) ein Wunsch für unsere Zeit. Dabei geht es aber nicht nur um das Licht, das unsere Augen aufnehmen, sondern auch um das Licht, das unsere Ohren aufnehmen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt">Dieses Licht ist uns allen zu wünschen. </span></span></p><p><span style="line-height:150%"><span style="font-size:12pt"><em><strong>Gerhard Hanft</strong></em><br />Pfarrer in solidum.&nbsp;Burgsinn </span></span></p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72762</guid><pubDate>Fri, 29 May 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Mutig aufstehen und weitergehen</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mutig-aufstehen-und-weitergehen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Bedeutende Ereignisse liegen hinter uns: Vor zwei Wochen ist der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg zu Ende gegangen. Das Motto „HAB MUT, STEH AUF!“ hat dieses große, bunte Treffen zu einem gleichermaßen geistlichen wie politischen Highlight in turbulenten Zeiten gemacht. Und am letzten Sonntag war Pfingsten. Ebenfalls ein Mutmach-Fest für Christinnen und Christen. Gottes Geistkraft als lebendige Energie und Anschub in turbulenten Zeiten.</p><p>Waren Sie auch in Würzburg und haben die besondere Atmosphäre schnuppern können? Der Katholikentag bleibt mir in Erinnerung mit interessanten Erlebnissen und Erfahrungen, zum Beispiel:</p><p>» Auf der Fahrt im Zug ergeben sich bereits lebhafte Kontakte. Erkennbar an den gelb-blauen Schals weiß jeder sofort: Aha, auch Besucherin oder Besucher? Munter werden ganz unkompliziert Tipps ausgetauscht, Fragen beantwortet oder Informationen geteilt.</p><p>» Am Mittwochabend zur Eröffnung präsentieren sich die unterfränkischen Regionen an neun Stationen in der Stadt. Erstaunlich, wie viele begeisterte Menschen sich vor Ort und hier engagieren.</p><p>» Beim Frauengottesdienst im überfüllten Dom gibt es zwischen den Teilnehmerinnen ein lebhaftes Gespräch über die Bibelstelle der „hartnäckigen Witwe gegen den ungerechten Richter“ (Lk 18,2-8). Unverhofft treffe ich dort zwei frühere Studienkolleginnen. Erstaunlich: immer noch liegen wir auf einer Wellenlänge. Danach reihen wir uns ein in die „Menschenkette für Gleichberechtigung“ zwischen Dom und Augustinerkirche.</p><p>» Vor großen Podien und Diskussionen heißt es „Schlangestehen“ vor dem Einlass. Erstaunlich: Spannende Gespräche machen die Wartezeit kurzweilig. Oft ergeben sich verblüffende Verbindungen zwischen vorher fremden Menschen.</p><p>» Auf der Kirchenmeile am Main präsentiert sich in weißen Zelten vielfältig buntes katholisches, ökumenisches, gesellschaftliches Leben. Erstaunlich die Bandbreite, „was alles sein darf…“ wie es jemand ausgedrückt hat. Zum Beispiel erklärt mir am Stand von „Maria 1.0“ ein junger Mann, dass Frauen keinesfalls Priesterin werden könnten, denn Jesus habe ja auch nur Männer zu Aposteln geweiht. „Das stimmt so nicht!“ erwidere ich. „Dann stünde ich nicht mehr auf dem Boden der katholischen Kirche…“ Wir können uns gegenseitig nicht von unseren Argumenten überzeugen. Aber ich habe diskutiert und bin nicht vorbeigelaufen.</p><p>» In den zahlreichen Foren erlebe ich Raum für kontroverse und doch respektvolle Debatten zwischen unterschiedlichsten Meinungen und Akteur*innen. Erstaunlich: Kirche kann hier Vorbild sein für die sonst oft so aufgeheizten und polarisierten Diskurse in unserem Land.</p><p>Die Fortsetzung: An diesem Sonntag feiern wir das Dreifaltigkeitsfest. Gott, Jesus und die Hl. Geistkraft ermutigen uns dazu, immer wieder in den Austausch miteinander zu treten. Auf Augenhöhe, in gegenseitigem Respekt, für die Werte, die uns wichtig sind.</p><p>Im Lied zum Katholikentag heißt es: „Die Welt braucht deine Arme, deine Hände und dein Herz.“ Also: Mutig aufstehen und weitergehen. Gehen Sie mit?</p><p><em><strong>Edith Fecher</strong></em><br />Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Gemünden</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72561</guid><pubDate>Fri, 22 May 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Pfingsten – was ist das?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/pfingsten-was-ist-das/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Fällt Ihnen auch auf, dass in den Nachrichten öfter kurze, sachliche Erklärungen zu großen Festen von Religionsgemeinschaften gegeben werden? Da wird dann zum Beispiel auch das Osterfest in einer dem öffentlichen Raum angemessenen Weise und im Sinne der Religionsgemeinschaften erklärt. Ich fasse das als Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und Zusammenhalt in einer pluralen Gesellschaft auf. Dass auch die großen christlichen Feste so erläutert werden, zeigt deutlich, dass die christliche Religion nicht mehr als selbsterklärend in der deutschen Gesellschaft vorausgesetzt wird. So nutze ich diesen kleinen Raum für eine Erläuterung des Pfingstfestes, das an diesem Wochenende gefeiert wird. Dass ich als evangelischer Geistlicher über das Pfingstfest in anderer Art und Weise erzähle als ein Tagesschausprecher, versteht sich von selbst.</p><p>Man kann das Pfingsten als starke, existentielle Erfahrung Gottes beschreiben. Im biblischen Bericht darüber heißt es: „Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem die Freunde Jesu saßen.“ Hier wird zunächst die Macht dieses Ereignisses betont. Ein sturmähnliches Brausen ist hörbar und spürbar, vermag einen sogar umzuwerfen. Es kann frischen Wind bedeuten, Auftrieb verleihen oder auch die Bodenhaftung verlieren lassen und (nicht nur die Frisur) aufwühlen. Gedeutet wird dieses starke Erlebnis der ersten hundert „Christen“ als „Erfüllung mit dem Heiligen Geist“.</p><p>Somit ist Pfingsten auch das Fest, an dem an die Realität und Wirkmacht geistiger Kräfte bedacht wird. Pfingsten „feiern“ bedeutet dann in diesem Zusammenhang, dass sich die Gläubigen heute von neuem für das Wirken des Geistes Gottes öffnen: „Du Heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern...“ (Philipp Spitta, 1833) Und es lässt uns darüber nachdenken, wie sehr wir von geistigen Mächten beeinflussbar sind und bestimmt werden. Dass die unterschiedlichsten Geistesgesinnungen, Geistesströmungen, geistige Größen und Geistesblitze uns umwehen und umbrausen, ist offensichtlich. Und manchmal erleben wir auch, was einst J.W. von Goethe im „Zauberlehrling“ formulierte: „Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.“ Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass wir die Geister schwer unterscheiden können. Nicht nur weil sie nicht so einfach voneinander zu unterscheiden sind wie Blumenarten, sondern auch weil es sich um reale Kräfte handelt, von denen wir nicht unabhängig sind.</p><p>Die ersten Christen erfuhren an Pfingsten die reale Macht Gottes. Doch nicht nur sie exklusiv. Sondern sie luden ein und öffneten anderen prinzipiell diese Erfahrung des Geistes Gottes: „Wer den Namen des Herrn anruft, der wird gerettet werden.“ Es geht in der Tat um das Rufen des richtigen Geistes, nämlich des Namens Jesu Christi. Wer sich zu dem hinwandte und sich taufen ließ, empfing „die Gabe des Heiligen Geistes“, heißt es weiter im Pfingstbericht. So war das damals, und so ist es bis heute. Wesentlich für die christliche Kirche. Ein wichtiges Fest für den christlichen Glauben.</p><p><em><strong>Till Roth</strong></em><br />Evanglischer Dekan, Lohr am Main</p><p lang="en-US"><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72227</guid><pubDate>Fri, 08 May 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Ein hörendes Herz</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ein-hoerendes-herz/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch, überlege und wälze mich und meine Gedanken - und der Bildschirm bleibt leer. Dabei gäbe es so viel zu sagen: zum Zustand unserer Kirche, unserer Gesellschaft, der Welt. Aber reden kann man viel und tun andere schon zur Genüge, jeder weiß vielleicht nicht immer alles besser, aber auf jeden Fall das, was der andere da grad wieder mal falsch gemacht hat - da braucht es nicht auch noch meine vermeintlich klugen Ratschläge zum Zustand der Nation. (Obwohl ich es natürlich wirklich besser wüsste … na ja, Sie wissen schon.)</p><p>Es wird schon zu viel geredet - und das meiste davon ist verzichtbar.</p><p>Vielleicht sollte ich mir also gar keine neuen Ideen wünschen. Sondern es so machen wie König Salomo. Kennen Sie die Geschichte? Wer sie selbst lesen möchte: Beenden Sie diesen Text, nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand (1. Könige 3) - oder lesen Sie online unter bibleserver.de - und machen sich Ihre eigenen Gedanken. Die anderen lesen einfach hier im Text weiter: Salomo gilt als der Inbegriff von Weisheit - nach menschlichen und nach Herrschermaßstäben. Er ist also einer, von dem man seine eigenen Regierungen nur allzu gerne mal ein Scheibchen abschneiden lassen würde. Obwohl dieser ideale Landesvater auch noch ganz ohne lästigen Koalitionspartner auskommt, ist ihm jede Großmannsucht fremd und sein königliches Repertoire ganz ohne Eigennutz. Zumindest zu Beginn seiner Herrschaft. Dieser Salomo also hat des Nachts im Traum eine Gottesbegegnung. Gott spricht: „Bitte, was ich dir geben soll.“ Es wäre also alles drin: Reichtum, Ruhm, ein langes Leben - aber die Bibel ist kein Märchen und Salomo kein Traumtänzer. Er weiß sehr wohl, was sein Pferdefuß ist: er ist jung, ohne Regierungserfahrung und hat das Erbe einer übermächtigen Vaterfigur angetreten. Das, was er am meisten braucht, ist ein gehorsames Herz - auch bekannt als hörendes Herz.</p><p>Ein weiser Wunsch - und zur Belohnung erhält er den Rest (Reichtum, Ruhm, langes Leben) - noch obendrauf.</p><p>Ich finde, uns allen stünde ein solch hörendes Herz wohl an. Nicht so viel Reden. Nicht so viel Vorverurteilen. Einfach mal still sein. Zuhören. Nachdenken. Abwägen. Vielleicht sogar die Möglichkeit einräumen, dass auch andere mal recht haben könnten. Dann reden - und zwar miteinander. Nicht gegeneinander. Und dann gemeinsam das Beste entscheiden.</p><p>Das führt nicht immer zum Erfolg. Bei Salomo führt es zu Fronarbeit für seine Bevölkerung und immer steigenden Steuerlasten. Vielleicht korrumpiert Macht ja selbst die Weisesten.</p><p>Aber wenn immer wieder jeder einzelne von uns mit ganzem Herzen hinhört - dann haben alle eine Chance, zu Wort zu kommen. Sogar Gott. Das wäre Demokratie vom Feinsten. Und die Welt ein ruhigerer Ort.</p><p><em><strong>Stephanie Wegner</strong><br />Evanglische&nbsp;</em>Pfarrerin, Kreuzwertheim</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72176</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 05:21:00 +0200</pubDate><title>Tag der Arbeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/tag-der-arbeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein langes Wochenende steht bevor: der Freitag mit dem 1. Mai ist Feiertag. Vielleicht verwöhnt uns sogar herrliches Frühlingswetter – eine wunderbare Gelegenheit, um Kopf und Seele frei zu bekommen, durchzuatmen und Kraft zu tanken.</p><p>Der „Tag der Arbeit“ könnte vielleicht eher „Tag der besseren Arbeitsbedingungen“ heißen. Die Geschichte begann am 1. Mai 1886 in Chicago, als Arbeiter für den Achtstundentag protestierten. 1890 zogen auch in Deutschland Menschen mit roten Nelken im Knopfloch auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. 1919, mit Beginn der Weimarer Republik, scheiterte der Versuch, den 1. Mai als Feiertag einzuführen.</p><p>Leider gehört zur Geschichte dieses Tages auch, dass die Nationalsozialisten die Idee vereinnahmten: Sie führten den Feiertag am 1. Mai 1933 ein, verboten aber bereits am nächsten Tag die Gewerkschaften und pervertierten so den ursprünglichen Gedanken.</p><p>Seit 1955 kennt die katholische Kirche am 1. Mai einen Gedenktag für Josef den Arbeiter. Damit wurde dem weltlichen Feiertag auch ein religiöses Gesicht gegeben und die Helden des Alltags geehrt. Der Ziehvater Jesu wird in der Bibel als Bauhandwerker vorgestellt, der mit seinen Händen für seine Familie sorgte. Josef steht für all die Menschen, die täglich ihr Bestes geben: ob im Büro, in der Werkstatt oder zu Hause in der Care-Arbeit. Arbeit kann mühevoll sein, aber sie gibt auch Sinn und ist ein grundlegendes Element der Menschenwürde.</p><p>Heute steht der 1. Mai für das „Bekenntnis zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“.</p><p>Vielleicht nutzen Sie das lange Wochenende, um innezuhalten: Wofür sind Sie in Ihrer Arbeit dankbar? Wo können Sie selbst ein Zeichen der Solidarität setzen und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen?</p><p>In einer Zeit, in der Kriege geführt und Menschen und Natur ausgebeutet werden, kann uns dieser Tag daran erinnern, gemeinsam eine friedliche Welt zu gestalten und Hass und Spaltung und Zerstörung die Stirn zu bieten.</p><p><em><strong>Katrin Fuchs</strong></em><br />Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p>

]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71752</guid><pubDate>Fri, 17 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Dem Leben wieder trauen</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/dem-leben-wieder-trauen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr durfte ich am Ostersonntag einen wohltuenden Gottesdienst in der Nürnberger St. Klara-Kirche miterleben. Er stand unter dem Motto „Dem Leben wieder trauen“ und brachte mir die Osterbotschaft auf ganz neue Art und Weise nahe.</p><p>Es gibt viele Gründe, um dem Leben zu misstrauen. Durch die Nachrichten erreichen uns Kriegssituationen in Echtzeit. Selbst wenn man nicht persönlich von Kriegen wie im Iran oder der Ukraine betroffen ist, schleichen sich Ängste und Unsicherheiten ein. Aber auch die Sorge um die Zukunft, bei der allzu sicher geglaubte Sicherheiten immer mehr wegzubrechen scheinen.</p><p>Und gewiss hat jeder und jede von uns in seinem persönlichen Alltag sicher genügend Gründe, dem Leben nicht zu trauen.</p><p>So ging es auch den Frauen, die sich am Ostermorgen auf den Weg zum Grab machen. Die Ereignisse ihrer jüngsten Vergangenheit lassen sie an allem zweifeln, was ihnen wichtig war. Alle Sicherheiten sind weggebrochen.</p><p>So ist es auch die erste Botschaft des Engels, dem die Frauen am Grab begegnen: „Fürchtet euch nicht!“ Erst dann verkündet er ihnen die Auferstehung Jesu von den Toten. Dieser Botschaft zu trauen, angesichts des Erlebten ist schwierig und fordert heraus. Damals und heute.</p><p>In Nürnberg wurde im Gottesdienst betont, dass Gott uns dafür Zeit gibt. Wir müssen dem Leben nicht von heute auf morgen trauen. Wichtig ist nur, dass wir in dieses Trauen langsam, schrittweise, behutsam hineinwachsen. Die Osterzeit dauert 40 Tage. Zeit genug für kleine Schritte dieses Zutrauens. Und vielleicht stellen wir dann mehr als die vielen kleinen Tode in unserem Alltag, die vielen kleinen Zeichen der Auferstehung fest.</p><p>Dem Leben wieder trauen - welche Kraft in diesem Motto steckt!<br />&nbsp;</p><p><em><strong>Tobias Henrich</strong></em><br />Diakon im Pastoralen Raum&nbsp;Karlstadt</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71728</guid><pubDate>Fri, 10 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Trost</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/trost-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Was verstehen Sie unter Trost? Als Mutter habe ich meine Kinder getröstet, in dem ich sie auf den Schoß nahm, auf die Schürfwunde gepustet und ihnen manchmal ein Lied vorgesungen habe: „Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein, dann wird’s wieder besser sein.“ Oft hat das geholfen.</p><p>In Vorbereitung auf den ökumenischen Emmausgang in Lohr denke ich darüber nach, was Trost ausmacht. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung schließt sich Jesus zwei seiner Jünger an, die in das Dorf Emmaus unterwegs sind. Die beiden Männer verstehen die Welt nicht mehr. Ihr Schmerz ist groß. Sie sind unglücklich, verzweifelt und in gewisser Weise hoffnungslos. Selbst der Leichnam Jesu ist nicht mehr zu finden. Wo ist Jesus? War alles, wovon er geredet hat, eine Lüge?</p><p>Jesus als Weggefährte bleibt unerkannt, aber er hört ihren Klagen geduldig zu.</p><p>Kennen Sie das Gefühl der Befreiung, wenn Sie sich etwas „von der Seele reden“? Da ist eine, die genau hinhört. Da ist einer, der an Ihrer Seite bleibt in der Not und nicht das Weite sucht.</p><p>Wenn wir ein Kind in den Arm nehmen, vielleicht mit einem Pflaster versorgen, also das kleine Leid ernst nehmen, die Tränen trocknen, hören, wie es geschehen ist, machen wir es intuitiv wie Jesus als Seelsorger. Er hört so zu, dass sich der Blick der Jünger weiten kann. Er fragt nach. Und was im Evangelium nach Lukas nur angedeutet wird, wird beim Nachdenken und -spüren klar: Er bietet seinen Jüngern noch mehr an. Er erklärt, was den Jüngern heilig ist, was in den Schriften und Propheten geschrieben ist. Jesus belässt es nicht bei einer schnellen Streicheleinheit, er investiert Zeit. Zeit auf das Hören, auf das Erklären und – ganz wichtig – Zeit für Gemeinschaft. Er bleibt bei seinen Jüngern, teilt mit ihnen das Abendbrot und verlässt sie erst, als ihnen die Augen aufgegangen sind, dass der, um den sie trauern, lebt.</p><p>Ich wünsche mir und Ihnen in Zeiten der Not einen Menschen an der Seite, der spürt, dass seine Nähe gebraucht wird und sich Zeit nimmt fürs Hören, Nachfragen, vielleicht sogar für einen Hinweis auf einen neuen Blick auf Geschehenes und vermeintlich Alt-Bekanntes. Der bleibt, um das Brot zu teilen oder einen Tee gemeinsam zu trinken. Das kann die Nachbarin sein, aber auch der Seelsorger Ihrer Kirchengemeinde oder eine Ehrenamtliche der Telefonseelsorge. Und auch Sie können es sein für einen Menschen, der Trost braucht.</p><p>Ich erfahre: Trost ist viel mehr – aber etwas anderes – als ich lange gedacht habe. Trost „macht das Leid nicht einfach weg“, sondern es hilft hindurch. Tröster sind Menschen, die nach meinem christlichen Glauben vom Heiligen Geist, dem Tröster, berührt werden – und es gelegentlich gar nicht bemerken. Ich wünsche Ihnen einen gesegnete, trostvolle und auch frohe Osterzeit!</p><p><em><strong>Carolin Esgen</strong></em><br />Prädikantin im Evang.-Luth. Dekanat Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71727</guid><pubDate>Wed, 08 Apr 2026 08:47:02 +0200</pubDate><title>Programm für Familien beim Katholikentag in Würzburg vom 13. - 17. Mai 2026</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/programm-fuer-familien-beim-katholikentag-in-wuerzburg-vom-13-17-mai-2026/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Für die Zielgruppe Paare und Familien gibt es viele Angebote beim Katholikentag in Würzburg vom 13. - 17. Mai 2026<br />Hier finden Sie ein <a href="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/Familie_Beispielprogramm__3_.pdf">Beispielprogramm für Familien.</a></p><p>Das komplette Programm des Katholikentags finden Sie <a href="https://www.katholikentag.de/programmmenue" target="_blank" rel="noreferrer">hier:&nbsp;</a></p><p>Ebenso weisen wir gerne auf das <a href="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/2026-03-03_Plakat_Familien-Erlebnis-Kirche_A4.pdf">Angebot der Familien.Erlebnis.Kirche</a> hin. In der Kirche Stift Haug mit dem angrenzenden Mehrgenerationenzentrum Matthias Ehrenfried ist ein ganz besonders familiengeeigneter Ort.<br />Familien können an verschiedenen Stationen mit allen Sinnen Glauben erleben. Zum Ausruhen, Entspannen und Erleben lädt das Haus mit Still- und Wickelmöglichkeit, Café, Bücherei und weiteren Angeboten ein.</p><p>Die AG Familie des Bistums Würzburg ist verantwortlich für dieses familiengerechte Angebot.</p><p>Für Paare hat die AG Paare des Bistums das Projekt &quot;Tandemabenteuer&quot; organisiert. <a href="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/2026-03-11_Plakat_Tandemabenteuer.pdf">Infos dazu...</a></p>]]></content:encoded><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category><category>Startseite nachrichten</category><category>Familienseelsorge</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71344</guid><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Frühjahrsputz für Haus, Hof und Seele</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/fruehjahrsputz-fuer-haus-hof-und-seele/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der Frühling endlich kommt, wenn die Tage länger, heller und wärmer werden, dann ist es wieder Zeit für den Frühjahrsputz - Zeit alles einmal wieder gründlich zu putzen, zu sortieren und auszumisten. Egal, ob Keller, Dachboden oder Wohnbereich, alles muss eingehend unter die Lupe genommen und gereinigt werden. Doch nicht nur im Haus, sondern auch draußen in Hof und Garten oder in der Scheune und im Schuppen wird aufgeräumt.</p><p>Dabei werden oft auch Arbeiten ausgeführt, die das ganze Jahr über vernachlässigt wurden, z.B. die Abflüsse gereinigt und die Gardinen gewaschen.</p><p>Der Frühjahrsputz ist u.a. wichtig um den Schmutz und die Keime des Winters zu entfernen und das Raumklima zu verbessern. Durch die Inspektion auf Schäden wird zum langfristigen Werterhalt einer Immobilie beigetragen.</p><p>Manchmal denke ich mir: „Jetzt würde mir auch für die Seele ein Frühjahrsputz gut tun!“</p><p>Es würde mir gut tun, wenn ich den ganzen alten Ballast meines Lebens einmal loslassen könnte oder wenn ich das Chaos in meinem Inneren einmal neu sortieren und ordnen könnte. Es gibt so viel an Erlebnissen und Erfahrungen was sich Tag für Tag in unserem Bewusstsein ansammelt: vieles davon erfreut uns, anderes belastet uns. Wie gut würde es uns vielleicht tun, wenn wir unsere schlechten Erlebnisse loslassen und die guten dafür mehr in den Mittelpunkt rücken könnten.</p><p>Vielleicht können uns gerade die Tage Karfreitag und Ostern dazu einladen:</p><p>Karfreitag, der Tag, der uns auffordert alles loszulassen und Abschied zu nehmen, uns auf das Wesentliche zu besinnen und die Dinge zu hinterfragen.</p><p>Ostern, der Tag, des Neuanfangs, der Auferstehung, des Lebens und der Hoffnung.</p><p>Ich kann auf mein Leben zurück blicken: auf das, was ich bisher alles erlebt habe und darauf wie es mich geprägt hat; darauf wie ich in bestimmten Situationen reagiert habe und auf die Folgen meines Handelns.</p><p>Ich kann versuchen mich mit meiner Vergangenheit zu versöhnen: für meine Fehler kann ich mich entschuldigen - denn dafür ist es nie zu spät und dann kann ich vielleicht loslassen, was mich belastet.</p><p>Umgekehrt kann ich in eine gute Zukunft blicken und einen Neuanfang wagen - denn auch dafür ist es nie zu spät. Das Osterfest zeigt uns, dass Auferstehung, ein Neubeginn und Hoffnung manchmal genau dann möglich ist, wenn wir es am wenigsten erwarten.</p><p>Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Osterfest und dass wir Zeit finden für einen Frühjahrsputz - nicht nur für einen äußerlichen, sondern für einen Neubeginn tief in unserem Inneren! Dass wir alte Gedanken loslassen können, die uns gefangen nehmen und dass wir neue Ideen zulassen, die unser Leben lebenswert machen.</p><p><em><strong>Barbara Stockmann</strong></em><br />Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Karlstadt</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71227</guid><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Gegenwart Gottes im Alltag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gegenwart-gottes-im-alltag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„Heiliger Antonius hilf!“ Dieses Stoßgebet empfahl mir eine Nachbarin, als ich neulich meinen Ehering verloren hatte. Überall hatte ich schon gesucht – im ganzen Haus und auf allen Wegen, die ich beim Gassi gehen mit dem Hund an diesem Tag schon zurückgelegt hatte. Ich hatte schon alles Menschenmögliche unternommen, um diesen Ring zu finden…also konnte ein Gebet auch nichts schaden… aber kann beten wirklich helfen? Ja – beten hilft. Nicht immer so, wie ich mir das erhoffe und oft nicht sofort – aber als Christen dürfen wir uns auf die Kraft des Gebets verlassen.</p><p>Wenn wir beten, wenden wir uns mit unserem Anliegen an Gott. Wir können mit Gott reden, wie mit einem Freund. Und wir können jederzeit damit anfangen. Beten stärkt uns. Es ordnet Gedanken, beruhigt und öffnet uns für neue Perspektiven.</p><p>Wer religiös sozialisiert ist lernt oft schon als Kind zuhause, im Kindergarten oder im Religionsunterricht, Grundregeln, wie ein Gebet formuliert werden kann und erlebt in Ritualen wie Gebete ganz selbstverständlich in den Tagesablauf eingebaut werden können. Mit einer solchen Gebetspraxis erhöhen sich die Chancen, dass wir auch als Erwachsene beten und daraus Zuversicht schöpfen können. Fürs Beten müssen wir aber keine besonderen Fähigkeiten oder Vorwissen haben, oder bestimmte Regeln befolgen. Es erfordert vielmehr eine gewisse Haltung und die Bereitschaft, sich Gott zu öffnen. Beten ist ein Weg der Zuversicht: Wir legen unsere Bitten vor Gott, lassen los, was wir nicht kontrollieren können, und gehen weiter im Vertrauen darauf, dass Gott sich kümmert.</p><p>Besonders das füreinander Beten verbindet und stärkt Menschen. Es schenkt Mut und neue Hoffnung – über Grenzen hinweg. Wir beten für Frieden und für Heilung. Und wir danken Gott für das Wunder des Lebens und der Vergebung. Die Kraft des Gebets liegt oft darin, dass es uns erinnert, dass wir nicht allein gehen, sondern getragen sind – von Gott und von der Gemeinschaft, die füreinander bittet.</p><p>Beten ist mehr als ein Warten auf eine Lösung. Es ist eine Praxis der Gegenwart Gottes im Alltag. Und so können wir zum Beispiel auch: … für einen sicheren Schulweg, für unsere Kinder; vor wichtigen Entscheidungen; …um Geduld beim Aufräumen oder … als Dank dafür, dass die Ampel schnell wieder auf grün umschaltet…beten. Ein Gebet kann ein Lied sein, ein kurzer Moment der Stille, ein Seufzer oder ein kurzes Gespräch mit Gott. Meinen Ring habe ich übrigens am nächsten Morgen wieder gefunden. Gott sei Dank!</p><p><em><strong>Sabine Bullemer-George</strong></em><br />Leiterin des evangelischen Schulreferats in den Dekanatsbezirken Lohr und Aschaffenburg</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71226</guid><pubDate>Fri, 20 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Hier fängt Zukunft an</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hier-faengt-zukunft-an-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Jeder ist seines Glückes Schmied. Dieser Spruch ist vielen von uns sehr vertraut und vermutlich werden Sie ihn auch schon öfters gehört oder andern gesagt haben.</p><p>Darin liegt die Erfahrung, dass jeder Mensch selbst die Initiative ergreifen muss und für seinen eigenen Lebensweg zumindest mitverantwortlich ist. Und so ist es ja auch: Von nichts kommt nichts. Und dennoch wird uns bei einem Innehalten und Nachdenken bewusst, dass keineswegs alles in meiner Hand liegt. Es wäre am Ende auch sehr schwer zu begründen, wenn ich mir alles, was ich habe und erfahre, selbst verdient hätte: Mein Leben; dass ich in diesem Land leben darf; dass ich in diese Zeit hineingeboren bin ….</p><p>Und wenn wir ganz ehrlich sind, merken wir, dass wir oft auf die Unterstützung und Hilfe anderer angewiesen sind. Und das ist auch gut so. Denn es lässt mich darüber nachdenken, wo ich helfen kann. Am nächsten Sonntag lädt das katholische Hilfswerk Misereor zu seiner diesjährigen Fastenaktion unter dem Titel „Hier fängt Zukunft an“ ein.</p><p>Hier geht es darum, dass jungen Menschen in Kamerun eine gute Ausbildung und damit ein Start in eine selbstständige Zukunft ermöglicht werden kann. Mit unseren Spenden kann so vielen Menschen geholfen werden, die ansonsten auf der Straße landen würden.</p><p>Auch diese Menschen wollen ihre Zukunft in die Hand nehmen, brauchen dabei aber unsere finanzielle Unterstützung. Wir können damit ein Zeichen setzen, dass wir nicht bei uns selbst stehen bleiben, sondern anderen helfen wollen. Dies fordert uns aber auch auf, in unserer eigenen Umgebung zu schauen, wer meine Hilfe brauchen könnte. Der ältere Mann, der allein in der Nachbarschaft lebt. Die alleinerziehende Mutter, die immer wieder Betreuung für ihre Kinder braucht. Die Familie, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten ist.</p><p>Überall dort, wo wir helfen, fängt Zukunft an. Nicht nur für die Menschen, denen geholfen wird, sondern auch diejenigen die helfen, erleben eine neue Zukunft. Und es lässt uns auch ein wenig demütiger und bescheidener werden. Es ist nicht alles - wie uns oft verheißen wird - aus eigener Kraft und eigenem Willen machbar. Ja, wir brauchen einander. Wir dürfen helfen und wir dürfen die Hilfe anderer annehmen. Das gilt am kommenden Sonntag besonders für die Menschen in Afrika, die am Beginn eines Arbeitslebens stehen, es gilt aber auch für uns. So können wir auf Ostern in den nächsten Wochen zugehen, dass wir mithelfen, dass unsere Welt jeden Tag ein wenig besser wird.</p><p>Dann können wir für uns und viele Mitmenschen sagen: Hier fängt die Zukunft an - jeden Tag neu.</p><p><em><strong>Johannes Reuter</strong></em><br />Pastoralreferent aus Partenstein</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71124</guid><pubDate>Fri, 13 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus …</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/der-mai-ist-gekommen-die-baeume-schlagen-aus/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US" class="western">Noch hat der Kalender ein paar Wochen Zeit. Die ersten sonnigen Tage haben es geschafft, mir genau dieses Lied auf die Lippen zu legen. Nach der langen, dunklen Winterzeit tut es einfach gut, die Wärme der Sonne wieder im Gesicht zu spüren. Ein kurzer Moment, in dem die Sorgen der Welt ein wenig leichter werden.</p><p>Und Sorgen, die gibt es genug. Die Nachrichten überschlagen sich mit Bildern von Krieg, Gewalt und zerstörten Hoffnungen. Manchmal scheint es, als ob Chaos und Machtgier das letzte Wort hätten. Von Moskau über Peking bis Washington – Menschen, die sich nehmen, was sie wollen, während das Recht mit Füßen getreten wird. Da fragt man sich unwillkürlich: Was kann da Hoffnung geben?</p><p>In solchen Momenten tut es gut, dass die Bibel uns nicht wegschickt aus der dunklen Realität. Sie verschweigt das Leiden nicht – sie setzt ihm einfach ein anderes Wort dagegen. Ein Wort, das seit Jahrhunderten Menschen trägt. Ein Wort, das nicht vertröstet, sondern stärkt.</p><p>Besonders eindrücklich klingt das in einem Vers aus den Psalmen:</p><p>Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27, Vers 1)</p><p>Ein Lied mitten in der Bedrängnis – nicht erst, wenn alles gut ist. Ein Lied, das aus der Kraft Gottes kommt. Ein Lied, das die Dunkelheit nicht leugnet, aber ihr auch nicht das letzte Wort überlässt.</p><p>Vielleicht ist das genau die Haltung, die wir in diesen Tagen brauchen: den Mut, uns nicht gefangen nehmen zu lassen von allem, was uns niederdrückt. Die Augen offen für das Leid – und gleichzeitig das Herz offen für jeden Lichtstrahl, den Gott uns zuspielt. Sei es ein Lied, das unverhofft in uns aufsteigt. Ein Sonnenstrahl nach grauen Wochen. Ein freundliches Wort zur rechten Zeit. Ein Mensch, der für Frieden eintritt, auch wenn es schwer ist.</p><p>Der Frühling kündigt sich an. Zart, aber bestimmt. Und mit ihm die Verheißung, dass Gott neues Leben wachsen lässt – selbst dann, wenn die Welt ringsum noch kalt wirkt. Möge diese Zuversicht uns durch die kommenden Tage tragen.</p><p lang="en-US" class="western"><em><strong>Heiner Spittler</strong></em><br />Evangelischer Pfarrer i.R.</p><p class="western"></p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70912</guid><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Himmlischer Frühlingszettel</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/default-1b7211ab3b901836917d137d7c3a14a6/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Schreibtisch fällt mein Blick auf den kleinen Zettel, der seit Jahren von meinem alten in den neuen Terminkalender wandert. Auf ihm steht ein Ausspruch von Yannis Ritsos. Dieser griechische Dichter hat im letzten Jahrhundert unter einer Diktatur gelebt und wurde in die Verbannung geschickt. Der Satz lautet: „Jeder Mensch hat einen Himmel über seiner Wunde und einen kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel in seiner Tasche.“</p><p>Ich denke an Paare, die mir in der Aschaffenburger Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen gegenübersaßen. Oft war der Anlass die Sprachlosigkeit. Immer wieder begegnete mir dieses Streitmuster: Der Mann entzieht sich, wenn die Frau ihm ihre Unzufriedenheit klagt. Wenn er wegläuft, läuft sie ihm hinterher. Er macht noch mehr dicht und sie wird immer wütender. Ein ständiger Kreislauf.</p><p>In der Regel fragte ich dann zuerst den Mann, wie er als Kind seine Eltern in Streitsituationen erlebte. Ein Mann sagte, er sei immer in sein Zimmer gerannt und habe sich die Decke über den Kopf gezogen. Beim Erzählen liefen ihm Tränen übers Gesicht. In diesem Moment beugte sich die Frau zu ihm und legte mitfühlend eine Hand auf seinen Oberschenkel. Stille. Sie hatte zum ersten Mal die „Wunde“ des hilflosen und verzweifelten Jungen gespürt, die sein Konfliktmuster bis heute bestimmt. Der Mann konnte zum ersten Mal seine Verletztheit zeigen und das Visier seiner Schutzrüstung aufklappen.</p><p>Nicht nur in Beratung gilt: Immer, wenn der „Himmel über einer Wunde“ aufgeht, atmen Menschen auf. Verstehen wird möglich. Die Bereitschaft wächst, neue Verhaltensmuster einzuüben. Dann ist es Zeit für den „kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel“.</p><p>Jesus ist mir dabei Vorbild und Mutmacher: Er verstieß gegen das Arbeitsverbot am Sabbat und berührte Menschen so, dass äußere und seelische Wunden heilen konnten. Er rief „Abgestellte“ in die Mitte und konfrontierte die Gesetzeshüter mit ihrer Unbarmherzigkeit. Er sah Menschen so an, dass sie wieder Ansehen und Mut bekamen.</p><p>„Frühlingszettel“ schreiben auch wir: Wenn wir uns einem Menschen zuwenden, dem das Leben Wunden geschlagen hat. Wenn wir uns in einer Welt voller Gewalt nicht im Privaten verstecken, sondern uns unbeirrt einsetzen für Respekt und Menschenwürde.</p><p>Liebe Leser*innen,</p><p>bis Ostern schreibe ich neue Zettel mit dem Mutmachsatz von Yannis Ritsos. Wo es passt, werde ich sie verschenken. Machen Sie mit?</p><p><em><strong>Burkhard Fecher,</strong></em> Gemünden<br />Pastoralreferent und Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R.</p>


]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70913</guid><pubDate>Mon, 02 Mar 2026 14:49:51 +0100</pubDate><title>Gebrauchte Rosenkränze für Seeleute</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gebrauchte-rosenkraenze-fuer-seeleute-2/</link><description>Sinnvolle Verwendung für nicht mehr genutzte Devotionalien – Übergabe an die katholische Seemannsmission im Sommer bei Leserreise des Würzburger katholischen Sonntagsblatts nach Hamburg</description><content:encoded><![CDATA[<p itemprop="headline"><strong>Hinweis: Rosenkränze können im Dekanatsbüro Main-Spessart in Karlstadt und im Außenstellenbüro Lohr-Sendelbach jederzeit abgegeben werden!</strong></p><p itemprop="headline"><em>Hier der Artikel zur Aktion aus dem Sonntagsblatt:</em></p><p itemprop="headline"></p><p>Würzburg&nbsp;(POW) Rosenkränze wurden früher meist von Generation zu Generation weitergegeben. Die geweihten Devotionalien hatten einen hohen ideellen Wert. Diese emotionale Bindung geht zum Teil verloren und manche Nachfahren wissen nicht, was sie mit Rosenkränzen anfangen sollen. Entsprechende Nachfragen auch bei der Redaktion des Würzburger katholischen Sonntagsblatts waren der Ausgangspunkt für eine Leserreise im Juni nach Hamburg in Absprache mit dem Erzbistum Hamburg: Eine Station ist die katholische Seemannsmission „Stella Maris“, die Rosenkränze sammelt und im Rahmen der Aktion „Ein Rosenkranz geht um die Welt“ an Seeleute aus aller Welt abgibt.</p><p>„Die Seeleute freuen sich über die Geschenke, die sie mit auf die lange Reise und mit in ihre Heimatländer nehmen können“, berichtet Johannes Weismantel von „spiritel Reisen“, der die Seemannsmission in Hamburg bereits kennt. Auf den katholisch geprägten Philippinen und in vielen anderen Ländern hätten Rosenkränze bis heute einen hohen Stellenwert.</p><p>Der Schweinfurter Elmar Rachle hat bereits mehr als 30 Rosenkränze für die Aktion gesammelt. Rachle gehört der Weggemeinschaft der Würzburger Ritaschwestern an. Dort tauscht er sich regelmäßig mit anderen Christinnen und Christen aus. Bei einer Fahrt der Ritaschwestern ins italienische Cascia habe er auch erstmals von der Aktion „Ein Rosenkranz geht um die Welt&quot; erfahren. Der ausgebildete Umwelt- und Abfallberater Rachle war sofort begeistert: „Mir liegt zum einen am Herzen, dass geweihte Rosenkränze nicht in Schubladen rumliegen oder sogar im Müll wandern, zum anderen freue ich mich über jeden Gegenstand, der wieder eine sinnvolle Verwendung findet.&quot;</p><p>Aus gesundheitlichen Gründen überlässt er das Sammeln mittlerweile dem Dekanatsbüro Schweinfurt in der Beratungsstelle „+plus.punkt“ in der Schultesstraße 21. Auf Initiative des Würzburger katholischen Sonntagsblatts werden in den kommenden Monaten Rosenkränze über alle neun Dekanatsbüros und die Dom-Info in Würzburg gesammelt. Die Initiatoren bitten aber ausdrücklich darum, ausschließlich Rosenkränze und keine anderen Devotionalien abzugeben.</p><p>Passend zum Thema bietet das Würzburger katholische Sonntagsblatt für Juni eine Reise nach Hamburg unter dem Motto „Würzig-süßes Tor zur Welt“ an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fahren am Donnerstag, 11. Juni, mit dem ICE von Würzburg nach Hamburg. Begleitet werden sie von zwei Mitarbeitern des Würzburger katholischen Sonntagsblatts. Die vier Übernachtungen sind im Hotel „Arcotel Rubin“ gebucht, im Angebot enthalten sind unter anderem vier Frühstücke, je ein Drei-Gang-Menu im Hotel und im „Hamborger Veermaster“, eine Hamburger Kaufmannstour mit Besuch des Gewürzmuseums sowie eine Hafenrundfahrt.</p><p>Gleich am ersten Tag geht es in die katholische Seemannsmission „Stella Maris“, wo die Rosenkränze übergeben werden und Seelsorger von ihrer Arbeit berichten. Am Freitag, 12. Juni, folgen eine Führung im Sankt-Marien-Dom mit Kolumbarium, ein Museumsbesuch mit Verkostung von Zimtkaffee und Butterkuchen sowie ein geführter Rundgang durch die Speicherstadt.</p><p>Am Samstag, 13. Juni, erkunden die Teilnehmer die Stadt bei einem Spaziergang und besichtigen die evangelische Kirche Sankt Michaelis. Wer mag, kann den Turm des Hamburger Wahrzeichens besteigen und die Aussicht genießen. Für den Nachmittag steht das „Chocoversum“ mit Verkostung auf dem Programm. Am Sonntag, 14. Juni, werden der Besuch einer heiligen Messe und eine Hafenrundfahrt inklusive Fischsnack angeboten. Die Rückreise ist für Montag, 15. Juni, geplant. Nähere Informationen im Internet unter&nbsp;<a href="https://sobla.de/aktuelles/leserreisen/" target="_blank">sobla.de</a>.</p><p>raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)</p><p>(1026/0231; E-Mail voraus)</p><p>Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet</p><p>Quelle: Presse- und Informationsstelle</p><p>Infos zur Leserreise des Würzburger Katholischen Sonntagsblatt <a href="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/2026-03-02_Leserreise-Sonntagsblatt-Hamburg.pdf">zum downloaden:</a></p>]]></content:encoded><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category><category>Startseite nachrichten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70571</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Was trägt wirklich?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/was-traegt-wirklich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„<b>Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5,8)</b></p><p>Kindergeburtstag. Bunte Papierfetzen fliegen durch das Zimmer. Ein Geschenk nach dem anderen wird aufgerissen. Große Augen bei dem langersehnten Spielzeug, begeisterte Rufe bei allem, was blinkt oder Geräusche macht. Und dann – ein Handtuch.</p><p>Ein kurzer Blick. Ein höfliches „Danke“. Und weiter geht’s zum nächsten Paket.</p><p>Wir alle kennen solche Geschenke. Manche lassen unser Herz höherschlagen. Andere legen wir zur Seite. Sie sind nützlich – aber nicht aufregend. Ein Handtuch gehört wohl eher in die zweite Kategorie.</p><p>Und doch: Wenn ich heute meinen Kleiderschrank öffne, dann sind es ausgerechnet die Handtücher, die mich noch aus meiner Kindheit begleiten. Tausendmal gewaschen. Abgewetzt. Unspektakulär. Und doch treu. Viele davon habe ich von Menschen bekommen, die mein Leben geprägt haben – Großeltern, Paten, liebe Wegbegleiter. Manche von ihnen leben längst nicht mehr. Aber ihre Handtücher sind noch da. Sie trocknen, wärmen, begleiten. Still. Verlässlich.</p><p>Vielleicht ist Gottes Liebe ein wenig wie so ein Handtuch. Der Vers aus dem Römerbrief lässt es zunächst nicht vermuten.</p><p>Er klingt groß und gewaltig: Christus ist für uns gestorben. Das ist kein kleines Geschenk. Und doch lehrt der Alltag etwas anderes, kommt Gottes Liebe oft nicht mit Glanz und Feuerwerk daher. Sie drängt sich nicht auf. Sie blinkt nicht. Sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit.</p><p>Und dann wird es herzlicher, tritt Paulus uns ganz nah und schreibt: „Christus ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren.“ Nicht, als wir besonders vorzeigbar waren. Nicht, als wir alles im Griff hatten. Nicht, als unser Leben geschniegelt und gebügelt daherkam. Sondern mitten hinein in das Unfertige, Unaufgeräumte, Unansehnliche.</p><p>Die Fastenzeit erinnert daran. Sie lädt ein, genauer hinzusehen: Was trägt wirklich? Was bleibt, wenn der Glanz verblasst? Gottes Geschenk ist kein Effekt für den Moment. Es ist ein Zuspruch, der wächst. Der sich einschreibt ins Leben. Der uns begleitet durch viele „Waschgänge“ unseres Alltags.</p><p>Und gerade in den Zeiten, in denen wir selbst nicht glänzen – wenn Schuld uns beschwert, wenn wir uns schämen, wenn wir das Gefühl haben, nicht zu genügen – dann ist diese Liebe da. Sie trocknet Tränen. Sie nimmt das Nasse, Kalte, Unangenehme auf. Sie hilft uns, wieder in Form zu kommen.</p><p>Vielleicht lohnt es sich in diesen Wochen, einmal bewusst nach den „Handtüchern“ im eigenen Leben zu greifen. Nach dem, was unscheinbar wirkt – und doch trägt. Und sich sagen zu lassen: Gottes Liebe ist schon längst da. Nicht erst, wenn wir perfekt sind. Sondern genau jetzt.</p><p>So wünsche ich Ihnen, dass Sie in dieser Fastenzeit einen Blick für das unscheinbare Wirken Gottes finden.</p><p>Bleiben Sie gesegnet!</p><p><em><strong>Sebastian Roth</strong></em><br />Evangelischer Pfarrer, Marktheidenfeld</p>
]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70701</guid><pubDate>Sat, 21 Feb 2026 18:00:00 +0100</pubDate><title>Hirtenwort des Bischöfs zur österlichen Bußzeit 2026</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hirtenwort-des-bischoefs-zur-oesterlichen-busszeit-2026/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Hier können Sie das Hirtenwort unseres Bischofs Dr. Franz Jung zur österlichen Bußzeit 2026 downladen:</p><p><a href="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/Hirtenwort_oesterl_Busszeit_2026.pdf">&quot;Hab nur Mut, steh auf, ER ruft dich!&quot;</a></p>]]></content:encoded><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category><category>Startseite nachrichten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70645</guid><pubDate>Wed, 18 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Die Kraft des Guten</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-kraft-des-guten/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Aschermittwoch kann und will eine Einladung sein – an alle Menschen, die das Leben als Geschenk begreifen und denen es nicht egal ist, wie und was dazu beiträgt, dass es sich zum Guten oder weniger Guten verändert. Scheinen wir auch mitunter hilflos den Mächten und den Mächtigen dieser Welt ausgesetzt zu sein, so ist die tiefere Wahrheit eine andere und die Einladung der kommenden Wochen soll dieser inneren Kraft wieder zu mehr Raum und Wirkmacht verhelfen: in unserem Leben und in meiner und deiner Umwelt. Stephan Wahl dichtet:</p><p>„Als schönstes aller Geschenke hast du ihm Freiheit verliehen, die gefährliche Macht, sich entscheiden zu können - so oder so!“</p><p>Das Leben ist Geschenk und die Freiheit, die uns der Schöpfer dazugelegt hat, ist die Krönung für jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und Weltanschauung. Diese Freiheit nicht nur den Mächtigen ein Dorn im Auge; wir Menschen bewerten einander, schieben uns in Schubladen und bauen Mauern, die uns schützen und abgrenzen. Und ja: die Freiheit, die uns als wertvolle Gabe auszeichnen sollte, ist gefährdet und verletzlich. Umso mehr braucht es gerade jetzt das Nachdenken und Besinnen darauf, auf welchen Grundlagen sich unser Leben und unsere menschliche Gemeinschaft entwickeln soll. Und das ist nicht nur von den großen Entscheidungen in Politik und Wirtschaft, Klima und Umwelt abhängig. Freiheit braucht Entscheidungen – so oder so! Und im Alltag ist das durchaus herausfordernd. Hilft da nicht der Blick darauf, wer und was mich trägt? Er hilft, sich zu entschieden.</p><p>Eine Geschichte aus China erzählt von einem weisen Man, dem man eine Falle stellen wollte. Ein Mäuslein in der geschlossenen Hand, fragten sie ihn, ob es lebe oder tot sei. Seine Antwort kam schnell: „Ob das, was ihr in der Hand haltet, lebt oder tot ist, das liegt allein in eurer Hand.“ So oder so – ich darf und ich muss mich entscheiden. Was aber dient dem Leben und dem menschlichen Miteinander? Das ist es wert, immer wieder neu bedacht zu werden – im Kleinen wie im Großen.</p><p>Jesus bestärkt uns dabei mit seinem Wort: Ich will, dass sie das Leben haben und es n Fülle haben!“ (Joh 10,10) Jesu Zuspruch kann und will mich begleiten auf dem Weg zu mir selbst und auf der Suche zum guten Miteinander. Denn bei allem, was in der Welt passiert, braucht es die Kraft des Guten, die kraftvoll und wirkmächtig von jeder und jedem eingebracht werden kann.</p><p>Bei Stephan Wahl heißt es dann auch: „Kraftvoll und mächtig erstarkt die Würde des Menschen, wenn er die Würde des anderen respektvoll begrüßt!“</p><p><em><strong>Klaus Becker</strong></em><br />Vorsitzender St. Rochus Sozialstation, Lohr a. Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70415</guid><pubDate>Fri, 13 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Das Siegel der Liebe - Gedanken zum Valentinstag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/das-siegel-der-liebe-gedanken-zum-valentinstag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><em>“Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm.<br />Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.<br />Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe<br />nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.”</em><br /><br />Worte aus dem Hohelied, die klingen wie ein Liebesvers – und doch weit darüber&nbsp;hinausreichen. Zum Valentinstag, an dem Herzen, Blumen und rote Karten&nbsp;Hochkonjunktur haben, erinnert dieser Bibelvers daran, dass Liebe mehr ist als ein Gefühl&nbsp;für schöne Momente. Liebe will bleiben. Sie will bewahren. Sie will versiegeln.<br />Ein Siegel steht für Zugehörigkeit und Schutz. Was versiegelt ist, gehört untrennbar&nbsp;zusammen, ist nur füreinander da. Wer jemanden „auf sein Herz legt“, sagt: Du bist Teil&nbsp;meines Innersten. Du darfst mich prägen, mich verändern, mich begleiten – in Freude wie&nbsp;in Dunkelheit.<br />Schon immer hat mich dieser Vers fasziniert, weswegen mein Mann und ich&nbsp;ihn auch zu unserem Trauspruch gemacht haben, weil er genau das ausdrückt: Ich gebe&nbsp;dir nicht nur meine Hand, sondern mein Herz. Und dieses Herz soll bewahrt sein, nicht&nbsp;beliebig sein, nicht austauschbar.&nbsp;Doch die Kraft dieser Worte reicht weiter als in die romantische Liebe. „Liebe ist stark wie<br />der Tod“, heißt es. Sie begegnet uns auch in Freundschaften, in Familien, zwischen Eltern&nbsp;und Kindern, Geschwistern, Menschen, die einander durchs Leben tragen. Diese Liebe ist&nbsp;oft leiser als die große Verliebtheit, aber nicht weniger mächtig. Sie hält aus, wenn Worte&nbsp;fehlen. Sie bleibt, wenn vieles sich verändert. Sie ist da, selbst wenn „viele Wasser“ über&nbsp;uns hinweggehen.<br />Der Vers spricht von einer Liebe, die nicht ausgelöscht werden kann. Einer Glut, die ihren&nbsp;Ursprung bei Gott hat – „eine Flamme des HERRN“. Jede menschliche Liebe ist Spiegel&nbsp;und Antwort auf Gottes Liebe zu uns. Gott selbst legt uns wie ein Siegel auf sein Herz.&nbsp;Unauflöslich. Unwiderruflich. Seine Liebe trägt durch Tod und Leben, durch Zweifel und&nbsp;Hoffnung.<br /><br />Vielleicht ist der Valentinstag deshalb mehr als ein Fest für Paare. Er ist eine Einladung,&nbsp;unser Herz zu prüfen: Wem habe ich Raum gegeben? Wen trage ich in mir? Und wovon&nbsp;lasse ich mich versiegeln? Gottes Liebe ist kein flüchtiges Gefühl, sondern eine Zusage.&nbsp;Wer sich von ihr prägen lässt, kann lieben – den Partner, die Familie, die Freunde – mit&nbsp;einem Herzen, das in ihm gehalten ist.&nbsp;Ein versiegeltes Herz ist kein verschlossenes Herz. Es ist bewahrt von unserem großen&nbsp;und liebevollen Gott. Und genau darin liegt seine größte Freiheit.<br /><br /><em><strong>Sabine Schlagmüller</strong></em><br />Evangelische Pfarrerin&nbsp;im Sinngrund</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70079</guid><pubDate>Thu, 12 Feb 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Katholikentag: Abend der Begegnung</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/katholikentag-abend-der-begegnung/</link><description></description><enclosure url="https://msp.main-franken-katholisch.de/fileadmin/Bistum_Folgeseiten/EFS_Region_Main-Spessart/katholikentag.jpg" length="231327" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">Schon heute laden wir besonders ein zum <b>Eröffnungsabend&nbsp; des Katholikentags am 13. Mai 2026 auf dem Residenzplatz</b> mit anschl. <span style="text-decoration:none"><span style="font-size:11pt"><span style="font-weight:normal">Abend der Begegnung, bei dem sich v.a. die Regionen präsentieren. Jedes Dekanat gestaltet einen Platz in der Innenstadt und heißt mit Kultur und Kulinarik die Gäste des Katholikentags willkommen.<br />Das Dekanat Main-Spessart finden Sie </span></span></span><span style="text-decoration:none"><span style="font-size:11pt"><span style="font-weight:normal">mit einer Bühne und Essensständen </span></span></span><span style="text-decoration:none"><span style="font-size:11pt"><span style="font-weight:normal">am QR-</span></span></span><span style="text-decoration:none"><span style="font-size:11pt"><span style="font-weight:normal">Code-</span></span></span><span style="text-decoration:none"><span style="font-size:11pt"><span style="font-weight:normal">Platz in der Eichhornstraße und wir freuen uns, Sie dort willkommen heißen zu können!</span></span></span></span></p><p>9 Dekanate - 9 Plätze</p><p>● Rhön-Grabfeld: Domplatz</p><p>● Haßberge: Burkardushaus</p><p>● Aschaffenburg: Paradeplatz</p><p>● Miltenberg: Kiliansplatz</p><p>● Schweinfurt: Kard.-Döpfner-Platz</p><p>● Main-Spessart: Eichhornstr. - QR-Code-Platz</p><p>● Würzburg: Oberer Markt</p><p>● Kitzingen: Unterer Markt</p><p>● Bad Kissingen: Vierröhrenbrunnen</p><p><br />In der Eichhornstraße am QR-Code-Platz werden folgende Akteure aus dem Dekanat Main-Spessart die Bühne betreten und uns alle gut unterhalten:</p><p>Singgruppe Urspringen mit Liedern zum Zuhören und Mitsingen, die Turedancer aus Zellingen, eine Männerballett-Showtanzgruppe und die zwei bekannten Kabarttisten Hermann und Hermine aus Karlstadt.</p><p>Kulinarisch werden wir verwöhnt von den Pfarreien Karsbach und Retzstadt.<br /><br />Freuen wir uns auf einen unterhaltsamen Abend mit guten Gesprächen und netten Begegnungen!</p><p>Das gesamte Programm des Katholikentags wird Anfang März veröffentlicht <a href="https://www.katholikentag.de/programmmenue" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">und ist hier zu finden!</a></p>]]></content:encoded><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category><category>Startseite nachrichten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70046</guid><pubDate>Fri, 06 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Anpacken - nicht Jammern!</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/anpacken-nicht-jammern/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Neulich sagte ein guter Freund in einer Ansprache: „Nennt mir ein Problem, das wir mit Jammern gelöst haben, und ich jammere sofort mit.“</p><p>Am 1. März werden in den Bayerischen (Erz-)Diözesen neue Pfarrgemeinderäte bzw. Gemeindeteams vor Ort gewählt und eine Woche später, am 8. März, finden die Kommunalwahlen in Bayern statt. In unseren Städten und Dörfern im Landkreis Main-Spessart sind bereits seit Wochen zahlreiche Wahl-Plakate zu sehen, Wahlveranstaltungen finden statt und auch die katholischen Kirchengemeinden werben kräftig für neue KandidatInnen. Und das ist auch gut so!</p><p>Als Koordinator des Pastoralen Raums Gemünden bin ich neben meinen seelsorglichen Aufgaben auch im sogenannten operativen Bereich tätig: in der Organisation von Strukturen, Kommunikationswegen und Veranstaltungen. Ich spreche viel mit Menschen in unseren Gemeinden und versuche mit ihnen gemeinsam dafür zu sorgen, einen Beitrag zu einem guten Zusammenleben zu leisten.&nbsp;Von daher habe ich größten Respekt vor all denjenigen, die sich kirchlich oder kommunal Anfang März zur Wahl stellen. Denn sie machen mit ihrer Kandidatur völlig deutlich: mir ist es nicht egal, wie wir hier im Landkreis Main-Spessart und in unseren Dörfern und Städten vor Ort zusammenleben. Mir ist es nicht egal, wie sich unser Ort in Zukunft entwickelt. Ich nehme gewisse Missstände nicht einfach hin, sondern versuche auf demokratischem Wege die Dinge vor Ort voranzubringen.&nbsp;Dafür nehmen die KandidatInnen in Kauf, auf der öffentlichen Bühne Rede und Antwort zu ihrer Meinung stehen zu müssen, kritisiert zu werden - nicht immer sachlich oder manchmal leider sogar auf einer persönlichen Ebene beleidigend.</p><p>Von daher kann ich mich hier nur in aller Form und ganz ausdrücklich bei allen bedanken, die sich kirchlich oder kommunal engagieren möchten - klasse!</p><p>Natürlich muss man sperrige Strukturen bzw. unsachgemäße Entscheidungen kritisieren. Und ein bisschen Meckern gehört natürlich auch zu unserer fränkischen Lebenskultur :) Ist aber alles eine Sache der richtigen „Mecker-Dosis“.<br />Denn die absolute Mehrheit unserer Gedanken und Initiativen sollte meiner Meinung nach von einer grundlegend offenen, zukunftsgewandten und perspektivischen Haltung geprägt sein und nicht von einem Jammerton.</p><p>Jammern ist das eine, anpacken das andere.</p><p>Packen wir gemeinsam an, gehen wir wählen und tragen so unseren Teil zu einer guten Zukunft unseres so schönen Landkreises Main-Spessart bei!</p><p><em><strong>Dr. Thorsten Kapperer</strong></em><br />Pastoralreferent im Pastoralen Raum Gemünden</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70151</guid><pubDate>Fri, 30 Jan 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Hüte dich</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/huete-dich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang.</p><p>Dieser Bibelvers ist dem 27. Januar zugeordnet: dem Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Vor 81 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit, in dem über eine Million Juden ermordet wurden. Insgesamt töteten die Nationalsozialisten mehr als sechs Millionen Juden und viele weitere Menschen.</p><p>Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut? Klingt das nicht nach etwas Kostbarem, das nicht aus dem Herzen kommen darf das ganze Leben lang? Stimmt. Dieser Vers ist im 5. Buch Mose zu finden und wird dem Volk Israel, den Juden zugesprochen. Der Satz spricht in die menschliche Erfahrung hinein, dass auch Gutes schnell vergessen ist im Laufe des Alltags. Er richtet sich an ein Volk, das viel mit Gott erlebt hat: Befreiung aus Sklaverei, Bewahrung in der Wüste, Versorgung. Kann das erinnerte Gute dem Bösen etwas entgegensetzen? „Hüte dich. Bewahre deine Seele.“ Erinnern ist hier keine Nebensache, sondern eine bewusste Aufgabe nicht nur für den Verstand. Es geht um das Herz, um die Seele. Gott weiß: Wer vergisst, was erlebt wurde in der eigenen oder in früheren Generationen, der verliert Orientierung.</p><p>Gerade als Deutsche gedenke ich der Opfer des Nationalsozialismus. Ich will nicht vergessen, was die Augen meiner Eltern- oder Großelterngeneration gesehen haben. Der Bibelvers macht mir bewusst, dass meinem Gedenken etwas folgen muss, damit ich meine Seele bewahren kann: ich muss mit meiner Haltung, meinen Worten und Handlungen dazu beitragen, damit das Böse nicht Raum greifen kann. Ich will mich davor hüten wegzuschauen, wenn Menschen gedemütigt, ausgegrenzt und verfolgt werden. Ich will notfalls auch den Mut zum Handeln finden.</p><p>Gleichzeitig will ich mich auch davor hüten zu vergessen, was ich an Gutem gesehen habe: an Zivilcourage, an tätiger Nächstenliebe. Woher kommt dieser Mut, die Nächstenliebe? Ich weiß es nicht bei jedem Menschen. Mose erinnert jedenfalls an das, was das Volk Israel mit Gott erlebt hat. Ich vertraue auf Jesus, der an der Seite der Schwachen und Verfolgten steht. Von Herzen wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie immer den Richtigen an Ihrer Seite spüren. Und ich wünsche uns, dass wir gemeinsam den Mut zum Hinschauen und Handeln erhalten.</p><p><em><strong>Carolin Esgen</strong></em><br />Prädikantin im Evang.-Luth. Dekanat Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item></channel></rss>