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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Sun, 10 May 2026 13:07:08 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sun, 10 May 2026 13:07:08 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://msp.main-franken-katholisch.de/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72227</guid><pubDate>Fri, 08 May 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Ein hörendes Herz</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ein-hoerendes-herz/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch, überlege und wälze mich und meine Gedanken - und der Bildschirm bleibt leer. Dabei gäbe es so viel zu sagen: zum Zustand unserer Kirche, unserer Gesellschaft, der Welt. Aber reden kann man viel und tun andere schon zur Genüge, jeder weiß vielleicht nicht immer alles besser, aber auf jeden Fall das, was der andere da grad wieder mal falsch gemacht hat - da braucht es nicht auch noch meine vermeintlich klugen Ratschläge zum Zustand der Nation. (Obwohl ich es natürlich wirklich besser wüsste … na ja, Sie wissen schon.)</p><p>Es wird schon zu viel geredet - und das meiste davon ist verzichtbar.</p><p>Vielleicht sollte ich mir also gar keine neuen Ideen wünschen. Sondern es so machen wie König Salomo. Kennen Sie die Geschichte? Wer sie selbst lesen möchte: Beenden Sie diesen Text, nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand (1. Könige 3) - oder lesen Sie online unter bibleserver.de - und machen sich Ihre eigenen Gedanken. Die anderen lesen einfach hier im Text weiter: Salomo gilt als der Inbegriff von Weisheit - nach menschlichen und nach Herrschermaßstäben. Er ist also einer, von dem man seine eigenen Regierungen nur allzu gerne mal ein Scheibchen abschneiden lassen würde. Obwohl dieser ideale Landesvater auch noch ganz ohne lästigen Koalitionspartner auskommt, ist ihm jede Großmannsucht fremd und sein königliches Repertoire ganz ohne Eigennutz. Zumindest zu Beginn seiner Herrschaft. Dieser Salomo also hat des Nachts im Traum eine Gottesbegegnung. Gott spricht: „Bitte, was ich dir geben soll.“ Es wäre also alles drin: Reichtum, Ruhm, ein langes Leben - aber die Bibel ist kein Märchen und Salomo kein Traumtänzer. Er weiß sehr wohl, was sein Pferdefuß ist: er ist jung, ohne Regierungserfahrung und hat das Erbe einer übermächtigen Vaterfigur angetreten. Das, was er am meisten braucht, ist ein gehorsames Herz - auch bekannt als hörendes Herz.</p><p>Ein weiser Wunsch - und zur Belohnung erhält er den Rest (Reichtum, Ruhm, langes Leben) - noch obendrauf.</p><p>Ich finde, uns allen stünde ein solch hörendes Herz wohl an. Nicht so viel Reden. Nicht so viel Vorverurteilen. Einfach mal still sein. Zuhören. Nachdenken. Abwägen. Vielleicht sogar die Möglichkeit einräumen, dass auch andere mal recht haben könnten. Dann reden - und zwar miteinander. Nicht gegeneinander. Und dann gemeinsam das Beste entscheiden.</p><p>Das führt nicht immer zum Erfolg. Bei Salomo führt es zu Fronarbeit für seine Bevölkerung und immer steigenden Steuerlasten. Vielleicht korrumpiert Macht ja selbst die Weisesten.</p><p>Aber wenn immer wieder jeder einzelne von uns mit ganzem Herzen hinhört - dann haben alle eine Chance, zu Wort zu kommen. Sogar Gott. Das wäre Demokratie vom Feinsten. Und die Welt ein ruhigerer Ort.</p><p><em><strong>Stephanie Wegner</strong><br />Evanglische&nbsp;</em>Pfarrerin, Kreuzwertheim</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72176</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 05:21:00 +0200</pubDate><title>Tag der Arbeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/tag-der-arbeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein langes Wochenende steht bevor: der Freitag mit dem 1. Mai ist Feiertag. Vielleicht verwöhnt uns sogar herrliches Frühlingswetter – eine wunderbare Gelegenheit, um Kopf und Seele frei zu bekommen, durchzuatmen und Kraft zu tanken.</p><p>Der „Tag der Arbeit“ könnte vielleicht eher „Tag der besseren Arbeitsbedingungen“ heißen. Die Geschichte begann am 1. Mai 1886 in Chicago, als Arbeiter für den Achtstundentag protestierten. 1890 zogen auch in Deutschland Menschen mit roten Nelken im Knopfloch auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. 1919, mit Beginn der Weimarer Republik, scheiterte der Versuch, den 1. Mai als Feiertag einzuführen.</p><p>Leider gehört zur Geschichte dieses Tages auch, dass die Nationalsozialisten die Idee vereinnahmten: Sie führten den Feiertag am 1. Mai 1933 ein, verboten aber bereits am nächsten Tag die Gewerkschaften und pervertierten so den ursprünglichen Gedanken.</p><p>Seit 1955 kennt die katholische Kirche am 1. Mai einen Gedenktag für Josef den Arbeiter. Damit wurde dem weltlichen Feiertag auch ein religiöses Gesicht gegeben und die Helden des Alltags geehrt. Der Ziehvater Jesu wird in der Bibel als Bauhandwerker vorgestellt, der mit seinen Händen für seine Familie sorgte. Josef steht für all die Menschen, die täglich ihr Bestes geben: ob im Büro, in der Werkstatt oder zu Hause in der Care-Arbeit. Arbeit kann mühevoll sein, aber sie gibt auch Sinn und ist ein grundlegendes Element der Menschenwürde.</p><p>Heute steht der 1. Mai für das „Bekenntnis zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“.</p><p>Vielleicht nutzen Sie das lange Wochenende, um innezuhalten: Wofür sind Sie in Ihrer Arbeit dankbar? Wo können Sie selbst ein Zeichen der Solidarität setzen und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen?</p><p>In einer Zeit, in der Kriege geführt und Menschen und Natur ausgebeutet werden, kann uns dieser Tag daran erinnern, gemeinsam eine friedliche Welt zu gestalten und Hass und Spaltung und Zerstörung die Stirn zu bieten.</p><p><em><strong>Katrin Fuchs</strong></em><br />Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p>

]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71752</guid><pubDate>Fri, 17 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Dem Leben wieder trauen</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/dem-leben-wieder-trauen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr durfte ich am Ostersonntag einen wohltuenden Gottesdienst in der Nürnberger St. Klara-Kirche miterleben. Er stand unter dem Motto „Dem Leben wieder trauen“ und brachte mir die Osterbotschaft auf ganz neue Art und Weise nahe.</p><p>Es gibt viele Gründe, um dem Leben zu misstrauen. Durch die Nachrichten erreichen uns Kriegssituationen in Echtzeit. Selbst wenn man nicht persönlich von Kriegen wie im Iran oder der Ukraine betroffen ist, schleichen sich Ängste und Unsicherheiten ein. Aber auch die Sorge um die Zukunft, bei der allzu sicher geglaubte Sicherheiten immer mehr wegzubrechen scheinen.</p><p>Und gewiss hat jeder und jede von uns in seinem persönlichen Alltag sicher genügend Gründe, dem Leben nicht zu trauen.</p><p>So ging es auch den Frauen, die sich am Ostermorgen auf den Weg zum Grab machen. Die Ereignisse ihrer jüngsten Vergangenheit lassen sie an allem zweifeln, was ihnen wichtig war. Alle Sicherheiten sind weggebrochen.</p><p>So ist es auch die erste Botschaft des Engels, dem die Frauen am Grab begegnen: „Fürchtet euch nicht!“ Erst dann verkündet er ihnen die Auferstehung Jesu von den Toten. Dieser Botschaft zu trauen, angesichts des Erlebten ist schwierig und fordert heraus. Damals und heute.</p><p>In Nürnberg wurde im Gottesdienst betont, dass Gott uns dafür Zeit gibt. Wir müssen dem Leben nicht von heute auf morgen trauen. Wichtig ist nur, dass wir in dieses Trauen langsam, schrittweise, behutsam hineinwachsen. Die Osterzeit dauert 40 Tage. Zeit genug für kleine Schritte dieses Zutrauens. Und vielleicht stellen wir dann mehr als die vielen kleinen Tode in unserem Alltag, die vielen kleinen Zeichen der Auferstehung fest.</p><p>Dem Leben wieder trauen - welche Kraft in diesem Motto steckt!<br />&nbsp;</p><p><em><strong>Tobias Henrich</strong></em><br />Diakon im Pastoralen Raum&nbsp;Karlstadt</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71728</guid><pubDate>Fri, 10 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Trost</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/trost-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Was verstehen Sie unter Trost? Als Mutter habe ich meine Kinder getröstet, in dem ich sie auf den Schoß nahm, auf die Schürfwunde gepustet und ihnen manchmal ein Lied vorgesungen habe: „Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein, dann wird’s wieder besser sein.“ Oft hat das geholfen.</p><p>In Vorbereitung auf den ökumenischen Emmausgang in Lohr denke ich darüber nach, was Trost ausmacht. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung schließt sich Jesus zwei seiner Jünger an, die in das Dorf Emmaus unterwegs sind. Die beiden Männer verstehen die Welt nicht mehr. Ihr Schmerz ist groß. Sie sind unglücklich, verzweifelt und in gewisser Weise hoffnungslos. Selbst der Leichnam Jesu ist nicht mehr zu finden. Wo ist Jesus? War alles, wovon er geredet hat, eine Lüge?</p><p>Jesus als Weggefährte bleibt unerkannt, aber er hört ihren Klagen geduldig zu.</p><p>Kennen Sie das Gefühl der Befreiung, wenn Sie sich etwas „von der Seele reden“? Da ist eine, die genau hinhört. Da ist einer, der an Ihrer Seite bleibt in der Not und nicht das Weite sucht.</p><p>Wenn wir ein Kind in den Arm nehmen, vielleicht mit einem Pflaster versorgen, also das kleine Leid ernst nehmen, die Tränen trocknen, hören, wie es geschehen ist, machen wir es intuitiv wie Jesus als Seelsorger. Er hört so zu, dass sich der Blick der Jünger weiten kann. Er fragt nach. Und was im Evangelium nach Lukas nur angedeutet wird, wird beim Nachdenken und -spüren klar: Er bietet seinen Jüngern noch mehr an. Er erklärt, was den Jüngern heilig ist, was in den Schriften und Propheten geschrieben ist. Jesus belässt es nicht bei einer schnellen Streicheleinheit, er investiert Zeit. Zeit auf das Hören, auf das Erklären und – ganz wichtig – Zeit für Gemeinschaft. Er bleibt bei seinen Jüngern, teilt mit ihnen das Abendbrot und verlässt sie erst, als ihnen die Augen aufgegangen sind, dass der, um den sie trauern, lebt.</p><p>Ich wünsche mir und Ihnen in Zeiten der Not einen Menschen an der Seite, der spürt, dass seine Nähe gebraucht wird und sich Zeit nimmt fürs Hören, Nachfragen, vielleicht sogar für einen Hinweis auf einen neuen Blick auf Geschehenes und vermeintlich Alt-Bekanntes. Der bleibt, um das Brot zu teilen oder einen Tee gemeinsam zu trinken. Das kann die Nachbarin sein, aber auch der Seelsorger Ihrer Kirchengemeinde oder eine Ehrenamtliche der Telefonseelsorge. Und auch Sie können es sein für einen Menschen, der Trost braucht.</p><p>Ich erfahre: Trost ist viel mehr – aber etwas anderes – als ich lange gedacht habe. Trost „macht das Leid nicht einfach weg“, sondern es hilft hindurch. Tröster sind Menschen, die nach meinem christlichen Glauben vom Heiligen Geist, dem Tröster, berührt werden – und es gelegentlich gar nicht bemerken. Ich wünsche Ihnen einen gesegnete, trostvolle und auch frohe Osterzeit!</p><p><em><strong>Carolin Esgen</strong></em><br />Prädikantin im Evang.-Luth. Dekanat Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71344</guid><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 05:00:00 +0200</pubDate><title>Frühjahrsputz für Haus, Hof und Seele</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/fruehjahrsputz-fuer-haus-hof-und-seele/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der Frühling endlich kommt, wenn die Tage länger, heller und wärmer werden, dann ist es wieder Zeit für den Frühjahrsputz - Zeit alles einmal wieder gründlich zu putzen, zu sortieren und auszumisten. Egal, ob Keller, Dachboden oder Wohnbereich, alles muss eingehend unter die Lupe genommen und gereinigt werden. Doch nicht nur im Haus, sondern auch draußen in Hof und Garten oder in der Scheune und im Schuppen wird aufgeräumt.</p><p>Dabei werden oft auch Arbeiten ausgeführt, die das ganze Jahr über vernachlässigt wurden, z.B. die Abflüsse gereinigt und die Gardinen gewaschen.</p><p>Der Frühjahrsputz ist u.a. wichtig um den Schmutz und die Keime des Winters zu entfernen und das Raumklima zu verbessern. Durch die Inspektion auf Schäden wird zum langfristigen Werterhalt einer Immobilie beigetragen.</p><p>Manchmal denke ich mir: „Jetzt würde mir auch für die Seele ein Frühjahrsputz gut tun!“</p><p>Es würde mir gut tun, wenn ich den ganzen alten Ballast meines Lebens einmal loslassen könnte oder wenn ich das Chaos in meinem Inneren einmal neu sortieren und ordnen könnte. Es gibt so viel an Erlebnissen und Erfahrungen was sich Tag für Tag in unserem Bewusstsein ansammelt: vieles davon erfreut uns, anderes belastet uns. Wie gut würde es uns vielleicht tun, wenn wir unsere schlechten Erlebnisse loslassen und die guten dafür mehr in den Mittelpunkt rücken könnten.</p><p>Vielleicht können uns gerade die Tage Karfreitag und Ostern dazu einladen:</p><p>Karfreitag, der Tag, der uns auffordert alles loszulassen und Abschied zu nehmen, uns auf das Wesentliche zu besinnen und die Dinge zu hinterfragen.</p><p>Ostern, der Tag, des Neuanfangs, der Auferstehung, des Lebens und der Hoffnung.</p><p>Ich kann auf mein Leben zurück blicken: auf das, was ich bisher alles erlebt habe und darauf wie es mich geprägt hat; darauf wie ich in bestimmten Situationen reagiert habe und auf die Folgen meines Handelns.</p><p>Ich kann versuchen mich mit meiner Vergangenheit zu versöhnen: für meine Fehler kann ich mich entschuldigen - denn dafür ist es nie zu spät und dann kann ich vielleicht loslassen, was mich belastet.</p><p>Umgekehrt kann ich in eine gute Zukunft blicken und einen Neuanfang wagen - denn auch dafür ist es nie zu spät. Das Osterfest zeigt uns, dass Auferstehung, ein Neubeginn und Hoffnung manchmal genau dann möglich ist, wenn wir es am wenigsten erwarten.</p><p>Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Osterfest und dass wir Zeit finden für einen Frühjahrsputz - nicht nur für einen äußerlichen, sondern für einen Neubeginn tief in unserem Inneren! Dass wir alte Gedanken loslassen können, die uns gefangen nehmen und dass wir neue Ideen zulassen, die unser Leben lebenswert machen.</p><p><em><strong>Barbara Stockmann</strong></em><br />Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Karlstadt</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71227</guid><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Gegenwart Gottes im Alltag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gegenwart-gottes-im-alltag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„Heiliger Antonius hilf!“ Dieses Stoßgebet empfahl mir eine Nachbarin, als ich neulich meinen Ehering verloren hatte. Überall hatte ich schon gesucht – im ganzen Haus und auf allen Wegen, die ich beim Gassi gehen mit dem Hund an diesem Tag schon zurückgelegt hatte. Ich hatte schon alles Menschenmögliche unternommen, um diesen Ring zu finden…also konnte ein Gebet auch nichts schaden… aber kann beten wirklich helfen? Ja – beten hilft. Nicht immer so, wie ich mir das erhoffe und oft nicht sofort – aber als Christen dürfen wir uns auf die Kraft des Gebets verlassen.</p><p>Wenn wir beten, wenden wir uns mit unserem Anliegen an Gott. Wir können mit Gott reden, wie mit einem Freund. Und wir können jederzeit damit anfangen. Beten stärkt uns. Es ordnet Gedanken, beruhigt und öffnet uns für neue Perspektiven.</p><p>Wer religiös sozialisiert ist lernt oft schon als Kind zuhause, im Kindergarten oder im Religionsunterricht, Grundregeln, wie ein Gebet formuliert werden kann und erlebt in Ritualen wie Gebete ganz selbstverständlich in den Tagesablauf eingebaut werden können. Mit einer solchen Gebetspraxis erhöhen sich die Chancen, dass wir auch als Erwachsene beten und daraus Zuversicht schöpfen können. Fürs Beten müssen wir aber keine besonderen Fähigkeiten oder Vorwissen haben, oder bestimmte Regeln befolgen. Es erfordert vielmehr eine gewisse Haltung und die Bereitschaft, sich Gott zu öffnen. Beten ist ein Weg der Zuversicht: Wir legen unsere Bitten vor Gott, lassen los, was wir nicht kontrollieren können, und gehen weiter im Vertrauen darauf, dass Gott sich kümmert.</p><p>Besonders das füreinander Beten verbindet und stärkt Menschen. Es schenkt Mut und neue Hoffnung – über Grenzen hinweg. Wir beten für Frieden und für Heilung. Und wir danken Gott für das Wunder des Lebens und der Vergebung. Die Kraft des Gebets liegt oft darin, dass es uns erinnert, dass wir nicht allein gehen, sondern getragen sind – von Gott und von der Gemeinschaft, die füreinander bittet.</p><p>Beten ist mehr als ein Warten auf eine Lösung. Es ist eine Praxis der Gegenwart Gottes im Alltag. Und so können wir zum Beispiel auch: … für einen sicheren Schulweg, für unsere Kinder; vor wichtigen Entscheidungen; …um Geduld beim Aufräumen oder … als Dank dafür, dass die Ampel schnell wieder auf grün umschaltet…beten. Ein Gebet kann ein Lied sein, ein kurzer Moment der Stille, ein Seufzer oder ein kurzes Gespräch mit Gott. Meinen Ring habe ich übrigens am nächsten Morgen wieder gefunden. Gott sei Dank!</p><p><em><strong>Sabine Bullemer-George</strong></em><br />Leiterin des evangelischen Schulreferats in den Dekanatsbezirken Lohr und Aschaffenburg</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71226</guid><pubDate>Fri, 20 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Hier fängt Zukunft an</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hier-faengt-zukunft-an-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Jeder ist seines Glückes Schmied. Dieser Spruch ist vielen von uns sehr vertraut und vermutlich werden Sie ihn auch schon öfters gehört oder andern gesagt haben.</p><p>Darin liegt die Erfahrung, dass jeder Mensch selbst die Initiative ergreifen muss und für seinen eigenen Lebensweg zumindest mitverantwortlich ist. Und so ist es ja auch: Von nichts kommt nichts. Und dennoch wird uns bei einem Innehalten und Nachdenken bewusst, dass keineswegs alles in meiner Hand liegt. Es wäre am Ende auch sehr schwer zu begründen, wenn ich mir alles, was ich habe und erfahre, selbst verdient hätte: Mein Leben; dass ich in diesem Land leben darf; dass ich in diese Zeit hineingeboren bin ….</p><p>Und wenn wir ganz ehrlich sind, merken wir, dass wir oft auf die Unterstützung und Hilfe anderer angewiesen sind. Und das ist auch gut so. Denn es lässt mich darüber nachdenken, wo ich helfen kann. Am nächsten Sonntag lädt das katholische Hilfswerk Misereor zu seiner diesjährigen Fastenaktion unter dem Titel „Hier fängt Zukunft an“ ein.</p><p>Hier geht es darum, dass jungen Menschen in Kamerun eine gute Ausbildung und damit ein Start in eine selbstständige Zukunft ermöglicht werden kann. Mit unseren Spenden kann so vielen Menschen geholfen werden, die ansonsten auf der Straße landen würden.</p><p>Auch diese Menschen wollen ihre Zukunft in die Hand nehmen, brauchen dabei aber unsere finanzielle Unterstützung. Wir können damit ein Zeichen setzen, dass wir nicht bei uns selbst stehen bleiben, sondern anderen helfen wollen. Dies fordert uns aber auch auf, in unserer eigenen Umgebung zu schauen, wer meine Hilfe brauchen könnte. Der ältere Mann, der allein in der Nachbarschaft lebt. Die alleinerziehende Mutter, die immer wieder Betreuung für ihre Kinder braucht. Die Familie, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten ist.</p><p>Überall dort, wo wir helfen, fängt Zukunft an. Nicht nur für die Menschen, denen geholfen wird, sondern auch diejenigen die helfen, erleben eine neue Zukunft. Und es lässt uns auch ein wenig demütiger und bescheidener werden. Es ist nicht alles - wie uns oft verheißen wird - aus eigener Kraft und eigenem Willen machbar. Ja, wir brauchen einander. Wir dürfen helfen und wir dürfen die Hilfe anderer annehmen. Das gilt am kommenden Sonntag besonders für die Menschen in Afrika, die am Beginn eines Arbeitslebens stehen, es gilt aber auch für uns. So können wir auf Ostern in den nächsten Wochen zugehen, dass wir mithelfen, dass unsere Welt jeden Tag ein wenig besser wird.</p><p>Dann können wir für uns und viele Mitmenschen sagen: Hier fängt die Zukunft an - jeden Tag neu.</p><p><em><strong>Johannes Reuter</strong></em><br />Pastoralreferent aus Partenstein</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71124</guid><pubDate>Fri, 13 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus …</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/der-mai-ist-gekommen-die-baeume-schlagen-aus/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US" class="western">Noch hat der Kalender ein paar Wochen Zeit. Die ersten sonnigen Tage haben es geschafft, mir genau dieses Lied auf die Lippen zu legen. Nach der langen, dunklen Winterzeit tut es einfach gut, die Wärme der Sonne wieder im Gesicht zu spüren. Ein kurzer Moment, in dem die Sorgen der Welt ein wenig leichter werden.</p><p>Und Sorgen, die gibt es genug. Die Nachrichten überschlagen sich mit Bildern von Krieg, Gewalt und zerstörten Hoffnungen. Manchmal scheint es, als ob Chaos und Machtgier das letzte Wort hätten. Von Moskau über Peking bis Washington – Menschen, die sich nehmen, was sie wollen, während das Recht mit Füßen getreten wird. Da fragt man sich unwillkürlich: Was kann da Hoffnung geben?</p><p>In solchen Momenten tut es gut, dass die Bibel uns nicht wegschickt aus der dunklen Realität. Sie verschweigt das Leiden nicht – sie setzt ihm einfach ein anderes Wort dagegen. Ein Wort, das seit Jahrhunderten Menschen trägt. Ein Wort, das nicht vertröstet, sondern stärkt.</p><p>Besonders eindrücklich klingt das in einem Vers aus den Psalmen:</p><p>Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27, Vers 1)</p><p>Ein Lied mitten in der Bedrängnis – nicht erst, wenn alles gut ist. Ein Lied, das aus der Kraft Gottes kommt. Ein Lied, das die Dunkelheit nicht leugnet, aber ihr auch nicht das letzte Wort überlässt.</p><p>Vielleicht ist das genau die Haltung, die wir in diesen Tagen brauchen: den Mut, uns nicht gefangen nehmen zu lassen von allem, was uns niederdrückt. Die Augen offen für das Leid – und gleichzeitig das Herz offen für jeden Lichtstrahl, den Gott uns zuspielt. Sei es ein Lied, das unverhofft in uns aufsteigt. Ein Sonnenstrahl nach grauen Wochen. Ein freundliches Wort zur rechten Zeit. Ein Mensch, der für Frieden eintritt, auch wenn es schwer ist.</p><p>Der Frühling kündigt sich an. Zart, aber bestimmt. Und mit ihm die Verheißung, dass Gott neues Leben wachsen lässt – selbst dann, wenn die Welt ringsum noch kalt wirkt. Möge diese Zuversicht uns durch die kommenden Tage tragen.</p><p lang="en-US" class="western"><em><strong>Heiner Spittler</strong></em><br />Evangelischer Pfarrer i.R.</p><p class="western"></p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70912</guid><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Himmlischer Frühlingszettel</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/default-1b7211ab3b901836917d137d7c3a14a6/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Schreibtisch fällt mein Blick auf den kleinen Zettel, der seit Jahren von meinem alten in den neuen Terminkalender wandert. Auf ihm steht ein Ausspruch von Yannis Ritsos. Dieser griechische Dichter hat im letzten Jahrhundert unter einer Diktatur gelebt und wurde in die Verbannung geschickt. Der Satz lautet: „Jeder Mensch hat einen Himmel über seiner Wunde und einen kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel in seiner Tasche.“</p><p>Ich denke an Paare, die mir in der Aschaffenburger Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen gegenübersaßen. Oft war der Anlass die Sprachlosigkeit. Immer wieder begegnete mir dieses Streitmuster: Der Mann entzieht sich, wenn die Frau ihm ihre Unzufriedenheit klagt. Wenn er wegläuft, läuft sie ihm hinterher. Er macht noch mehr dicht und sie wird immer wütender. Ein ständiger Kreislauf.</p><p>In der Regel fragte ich dann zuerst den Mann, wie er als Kind seine Eltern in Streitsituationen erlebte. Ein Mann sagte, er sei immer in sein Zimmer gerannt und habe sich die Decke über den Kopf gezogen. Beim Erzählen liefen ihm Tränen übers Gesicht. In diesem Moment beugte sich die Frau zu ihm und legte mitfühlend eine Hand auf seinen Oberschenkel. Stille. Sie hatte zum ersten Mal die „Wunde“ des hilflosen und verzweifelten Jungen gespürt, die sein Konfliktmuster bis heute bestimmt. Der Mann konnte zum ersten Mal seine Verletztheit zeigen und das Visier seiner Schutzrüstung aufklappen.</p><p>Nicht nur in Beratung gilt: Immer, wenn der „Himmel über einer Wunde“ aufgeht, atmen Menschen auf. Verstehen wird möglich. Die Bereitschaft wächst, neue Verhaltensmuster einzuüben. Dann ist es Zeit für den „kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel“.</p><p>Jesus ist mir dabei Vorbild und Mutmacher: Er verstieß gegen das Arbeitsverbot am Sabbat und berührte Menschen so, dass äußere und seelische Wunden heilen konnten. Er rief „Abgestellte“ in die Mitte und konfrontierte die Gesetzeshüter mit ihrer Unbarmherzigkeit. Er sah Menschen so an, dass sie wieder Ansehen und Mut bekamen.</p><p>„Frühlingszettel“ schreiben auch wir: Wenn wir uns einem Menschen zuwenden, dem das Leben Wunden geschlagen hat. Wenn wir uns in einer Welt voller Gewalt nicht im Privaten verstecken, sondern uns unbeirrt einsetzen für Respekt und Menschenwürde.</p><p>Liebe Leser*innen,</p><p>bis Ostern schreibe ich neue Zettel mit dem Mutmachsatz von Yannis Ritsos. Wo es passt, werde ich sie verschenken. Machen Sie mit?</p><p><em><strong>Burkhard Fecher,</strong></em> Gemünden<br />Pastoralreferent und Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R.</p>


]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70571</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Was trägt wirklich?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/was-traegt-wirklich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„<b>Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5,8)</b></p><p>Kindergeburtstag. Bunte Papierfetzen fliegen durch das Zimmer. Ein Geschenk nach dem anderen wird aufgerissen. Große Augen bei dem langersehnten Spielzeug, begeisterte Rufe bei allem, was blinkt oder Geräusche macht. Und dann – ein Handtuch.</p><p>Ein kurzer Blick. Ein höfliches „Danke“. Und weiter geht’s zum nächsten Paket.</p><p>Wir alle kennen solche Geschenke. Manche lassen unser Herz höherschlagen. Andere legen wir zur Seite. Sie sind nützlich – aber nicht aufregend. Ein Handtuch gehört wohl eher in die zweite Kategorie.</p><p>Und doch: Wenn ich heute meinen Kleiderschrank öffne, dann sind es ausgerechnet die Handtücher, die mich noch aus meiner Kindheit begleiten. Tausendmal gewaschen. Abgewetzt. Unspektakulär. Und doch treu. Viele davon habe ich von Menschen bekommen, die mein Leben geprägt haben – Großeltern, Paten, liebe Wegbegleiter. Manche von ihnen leben längst nicht mehr. Aber ihre Handtücher sind noch da. Sie trocknen, wärmen, begleiten. Still. Verlässlich.</p><p>Vielleicht ist Gottes Liebe ein wenig wie so ein Handtuch. Der Vers aus dem Römerbrief lässt es zunächst nicht vermuten.</p><p>Er klingt groß und gewaltig: Christus ist für uns gestorben. Das ist kein kleines Geschenk. Und doch lehrt der Alltag etwas anderes, kommt Gottes Liebe oft nicht mit Glanz und Feuerwerk daher. Sie drängt sich nicht auf. Sie blinkt nicht. Sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit.</p><p>Und dann wird es herzlicher, tritt Paulus uns ganz nah und schreibt: „Christus ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren.“ Nicht, als wir besonders vorzeigbar waren. Nicht, als wir alles im Griff hatten. Nicht, als unser Leben geschniegelt und gebügelt daherkam. Sondern mitten hinein in das Unfertige, Unaufgeräumte, Unansehnliche.</p><p>Die Fastenzeit erinnert daran. Sie lädt ein, genauer hinzusehen: Was trägt wirklich? Was bleibt, wenn der Glanz verblasst? Gottes Geschenk ist kein Effekt für den Moment. Es ist ein Zuspruch, der wächst. Der sich einschreibt ins Leben. Der uns begleitet durch viele „Waschgänge“ unseres Alltags.</p><p>Und gerade in den Zeiten, in denen wir selbst nicht glänzen – wenn Schuld uns beschwert, wenn wir uns schämen, wenn wir das Gefühl haben, nicht zu genügen – dann ist diese Liebe da. Sie trocknet Tränen. Sie nimmt das Nasse, Kalte, Unangenehme auf. Sie hilft uns, wieder in Form zu kommen.</p><p>Vielleicht lohnt es sich in diesen Wochen, einmal bewusst nach den „Handtüchern“ im eigenen Leben zu greifen. Nach dem, was unscheinbar wirkt – und doch trägt. Und sich sagen zu lassen: Gottes Liebe ist schon längst da. Nicht erst, wenn wir perfekt sind. Sondern genau jetzt.</p><p>So wünsche ich Ihnen, dass Sie in dieser Fastenzeit einen Blick für das unscheinbare Wirken Gottes finden.</p><p>Bleiben Sie gesegnet!</p><p><em><strong>Sebastian Roth</strong></em><br />Evangelischer Pfarrer, Marktheidenfeld</p>
]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70645</guid><pubDate>Wed, 18 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Die Kraft des Guten</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-kraft-des-guten/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Aschermittwoch kann und will eine Einladung sein – an alle Menschen, die das Leben als Geschenk begreifen und denen es nicht egal ist, wie und was dazu beiträgt, dass es sich zum Guten oder weniger Guten verändert. Scheinen wir auch mitunter hilflos den Mächten und den Mächtigen dieser Welt ausgesetzt zu sein, so ist die tiefere Wahrheit eine andere und die Einladung der kommenden Wochen soll dieser inneren Kraft wieder zu mehr Raum und Wirkmacht verhelfen: in unserem Leben und in meiner und deiner Umwelt. Stephan Wahl dichtet:</p><p>„Als schönstes aller Geschenke hast du ihm Freiheit verliehen, die gefährliche Macht, sich entscheiden zu können - so oder so!“</p><p>Das Leben ist Geschenk und die Freiheit, die uns der Schöpfer dazugelegt hat, ist die Krönung für jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und Weltanschauung. Diese Freiheit nicht nur den Mächtigen ein Dorn im Auge; wir Menschen bewerten einander, schieben uns in Schubladen und bauen Mauern, die uns schützen und abgrenzen. Und ja: die Freiheit, die uns als wertvolle Gabe auszeichnen sollte, ist gefährdet und verletzlich. Umso mehr braucht es gerade jetzt das Nachdenken und Besinnen darauf, auf welchen Grundlagen sich unser Leben und unsere menschliche Gemeinschaft entwickeln soll. Und das ist nicht nur von den großen Entscheidungen in Politik und Wirtschaft, Klima und Umwelt abhängig. Freiheit braucht Entscheidungen – so oder so! Und im Alltag ist das durchaus herausfordernd. Hilft da nicht der Blick darauf, wer und was mich trägt? Er hilft, sich zu entschieden.</p><p>Eine Geschichte aus China erzählt von einem weisen Man, dem man eine Falle stellen wollte. Ein Mäuslein in der geschlossenen Hand, fragten sie ihn, ob es lebe oder tot sei. Seine Antwort kam schnell: „Ob das, was ihr in der Hand haltet, lebt oder tot ist, das liegt allein in eurer Hand.“ So oder so – ich darf und ich muss mich entscheiden. Was aber dient dem Leben und dem menschlichen Miteinander? Das ist es wert, immer wieder neu bedacht zu werden – im Kleinen wie im Großen.</p><p>Jesus bestärkt uns dabei mit seinem Wort: Ich will, dass sie das Leben haben und es n Fülle haben!“ (Joh 10,10) Jesu Zuspruch kann und will mich begleiten auf dem Weg zu mir selbst und auf der Suche zum guten Miteinander. Denn bei allem, was in der Welt passiert, braucht es die Kraft des Guten, die kraftvoll und wirkmächtig von jeder und jedem eingebracht werden kann.</p><p>Bei Stephan Wahl heißt es dann auch: „Kraftvoll und mächtig erstarkt die Würde des Menschen, wenn er die Würde des anderen respektvoll begrüßt!“</p><p><em><strong>Klaus Becker</strong></em><br />Vorsitzender St. Rochus Sozialstation, Lohr a. Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70415</guid><pubDate>Fri, 13 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Das Siegel der Liebe - Gedanken zum Valentinstag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/das-siegel-der-liebe-gedanken-zum-valentinstag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><em>“Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm.<br />Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.<br />Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe<br />nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.”</em><br /><br />Worte aus dem Hohelied, die klingen wie ein Liebesvers – und doch weit darüber&nbsp;hinausreichen. Zum Valentinstag, an dem Herzen, Blumen und rote Karten&nbsp;Hochkonjunktur haben, erinnert dieser Bibelvers daran, dass Liebe mehr ist als ein Gefühl&nbsp;für schöne Momente. Liebe will bleiben. Sie will bewahren. Sie will versiegeln.<br />Ein Siegel steht für Zugehörigkeit und Schutz. Was versiegelt ist, gehört untrennbar&nbsp;zusammen, ist nur füreinander da. Wer jemanden „auf sein Herz legt“, sagt: Du bist Teil&nbsp;meines Innersten. Du darfst mich prägen, mich verändern, mich begleiten – in Freude wie&nbsp;in Dunkelheit.<br />Schon immer hat mich dieser Vers fasziniert, weswegen mein Mann und ich&nbsp;ihn auch zu unserem Trauspruch gemacht haben, weil er genau das ausdrückt: Ich gebe&nbsp;dir nicht nur meine Hand, sondern mein Herz. Und dieses Herz soll bewahrt sein, nicht&nbsp;beliebig sein, nicht austauschbar.&nbsp;Doch die Kraft dieser Worte reicht weiter als in die romantische Liebe. „Liebe ist stark wie<br />der Tod“, heißt es. Sie begegnet uns auch in Freundschaften, in Familien, zwischen Eltern&nbsp;und Kindern, Geschwistern, Menschen, die einander durchs Leben tragen. Diese Liebe ist&nbsp;oft leiser als die große Verliebtheit, aber nicht weniger mächtig. Sie hält aus, wenn Worte&nbsp;fehlen. Sie bleibt, wenn vieles sich verändert. Sie ist da, selbst wenn „viele Wasser“ über&nbsp;uns hinweggehen.<br />Der Vers spricht von einer Liebe, die nicht ausgelöscht werden kann. Einer Glut, die ihren&nbsp;Ursprung bei Gott hat – „eine Flamme des HERRN“. Jede menschliche Liebe ist Spiegel&nbsp;und Antwort auf Gottes Liebe zu uns. Gott selbst legt uns wie ein Siegel auf sein Herz.&nbsp;Unauflöslich. Unwiderruflich. Seine Liebe trägt durch Tod und Leben, durch Zweifel und&nbsp;Hoffnung.<br /><br />Vielleicht ist der Valentinstag deshalb mehr als ein Fest für Paare. Er ist eine Einladung,&nbsp;unser Herz zu prüfen: Wem habe ich Raum gegeben? Wen trage ich in mir? Und wovon&nbsp;lasse ich mich versiegeln? Gottes Liebe ist kein flüchtiges Gefühl, sondern eine Zusage.&nbsp;Wer sich von ihr prägen lässt, kann lieben – den Partner, die Familie, die Freunde – mit&nbsp;einem Herzen, das in ihm gehalten ist.&nbsp;Ein versiegeltes Herz ist kein verschlossenes Herz. Es ist bewahrt von unserem großen&nbsp;und liebevollen Gott. Und genau darin liegt seine größte Freiheit.<br /><br /><em><strong>Sabine Schlagmüller</strong></em><br />Evangelische Pfarrerin&nbsp;im Sinngrund</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70046</guid><pubDate>Fri, 06 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Anpacken - nicht Jammern!</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/anpacken-nicht-jammern/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Neulich sagte ein guter Freund in einer Ansprache: „Nennt mir ein Problem, das wir mit Jammern gelöst haben, und ich jammere sofort mit.“</p><p>Am 1. März werden in den Bayerischen (Erz-)Diözesen neue Pfarrgemeinderäte bzw. Gemeindeteams vor Ort gewählt und eine Woche später, am 8. März, finden die Kommunalwahlen in Bayern statt. In unseren Städten und Dörfern im Landkreis Main-Spessart sind bereits seit Wochen zahlreiche Wahl-Plakate zu sehen, Wahlveranstaltungen finden statt und auch die katholischen Kirchengemeinden werben kräftig für neue KandidatInnen. Und das ist auch gut so!</p><p>Als Koordinator des Pastoralen Raums Gemünden bin ich neben meinen seelsorglichen Aufgaben auch im sogenannten operativen Bereich tätig: in der Organisation von Strukturen, Kommunikationswegen und Veranstaltungen. Ich spreche viel mit Menschen in unseren Gemeinden und versuche mit ihnen gemeinsam dafür zu sorgen, einen Beitrag zu einem guten Zusammenleben zu leisten.&nbsp;Von daher habe ich größten Respekt vor all denjenigen, die sich kirchlich oder kommunal Anfang März zur Wahl stellen. Denn sie machen mit ihrer Kandidatur völlig deutlich: mir ist es nicht egal, wie wir hier im Landkreis Main-Spessart und in unseren Dörfern und Städten vor Ort zusammenleben. Mir ist es nicht egal, wie sich unser Ort in Zukunft entwickelt. Ich nehme gewisse Missstände nicht einfach hin, sondern versuche auf demokratischem Wege die Dinge vor Ort voranzubringen.&nbsp;Dafür nehmen die KandidatInnen in Kauf, auf der öffentlichen Bühne Rede und Antwort zu ihrer Meinung stehen zu müssen, kritisiert zu werden - nicht immer sachlich oder manchmal leider sogar auf einer persönlichen Ebene beleidigend.</p><p>Von daher kann ich mich hier nur in aller Form und ganz ausdrücklich bei allen bedanken, die sich kirchlich oder kommunal engagieren möchten - klasse!</p><p>Natürlich muss man sperrige Strukturen bzw. unsachgemäße Entscheidungen kritisieren. Und ein bisschen Meckern gehört natürlich auch zu unserer fränkischen Lebenskultur :) Ist aber alles eine Sache der richtigen „Mecker-Dosis“.<br />Denn die absolute Mehrheit unserer Gedanken und Initiativen sollte meiner Meinung nach von einer grundlegend offenen, zukunftsgewandten und perspektivischen Haltung geprägt sein und nicht von einem Jammerton.</p><p>Jammern ist das eine, anpacken das andere.</p><p>Packen wir gemeinsam an, gehen wir wählen und tragen so unseren Teil zu einer guten Zukunft unseres so schönen Landkreises Main-Spessart bei!</p><p><em><strong>Dr. Thorsten Kapperer</strong></em><br />Pastoralreferent im Pastoralen Raum Gemünden</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70151</guid><pubDate>Fri, 30 Jan 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Hüte dich</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/huete-dich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang.</p><p>Dieser Bibelvers ist dem 27. Januar zugeordnet: dem Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Vor 81 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit, in dem über eine Million Juden ermordet wurden. Insgesamt töteten die Nationalsozialisten mehr als sechs Millionen Juden und viele weitere Menschen.</p><p>Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut? Klingt das nicht nach etwas Kostbarem, das nicht aus dem Herzen kommen darf das ganze Leben lang? Stimmt. Dieser Vers ist im 5. Buch Mose zu finden und wird dem Volk Israel, den Juden zugesprochen. Der Satz spricht in die menschliche Erfahrung hinein, dass auch Gutes schnell vergessen ist im Laufe des Alltags. Er richtet sich an ein Volk, das viel mit Gott erlebt hat: Befreiung aus Sklaverei, Bewahrung in der Wüste, Versorgung. Kann das erinnerte Gute dem Bösen etwas entgegensetzen? „Hüte dich. Bewahre deine Seele.“ Erinnern ist hier keine Nebensache, sondern eine bewusste Aufgabe nicht nur für den Verstand. Es geht um das Herz, um die Seele. Gott weiß: Wer vergisst, was erlebt wurde in der eigenen oder in früheren Generationen, der verliert Orientierung.</p><p>Gerade als Deutsche gedenke ich der Opfer des Nationalsozialismus. Ich will nicht vergessen, was die Augen meiner Eltern- oder Großelterngeneration gesehen haben. Der Bibelvers macht mir bewusst, dass meinem Gedenken etwas folgen muss, damit ich meine Seele bewahren kann: ich muss mit meiner Haltung, meinen Worten und Handlungen dazu beitragen, damit das Böse nicht Raum greifen kann. Ich will mich davor hüten wegzuschauen, wenn Menschen gedemütigt, ausgegrenzt und verfolgt werden. Ich will notfalls auch den Mut zum Handeln finden.</p><p>Gleichzeitig will ich mich auch davor hüten zu vergessen, was ich an Gutem gesehen habe: an Zivilcourage, an tätiger Nächstenliebe. Woher kommt dieser Mut, die Nächstenliebe? Ich weiß es nicht bei jedem Menschen. Mose erinnert jedenfalls an das, was das Volk Israel mit Gott erlebt hat. Ich vertraue auf Jesus, der an der Seite der Schwachen und Verfolgten steht. Von Herzen wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie immer den Richtigen an Ihrer Seite spüren. Und ich wünsche uns, dass wir gemeinsam den Mut zum Hinschauen und Handeln erhalten.</p><p><em><strong>Carolin Esgen</strong></em><br />Prädikantin im Evang.-Luth. Dekanat Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70048</guid><pubDate>Fri, 23 Jan 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Mitmenschlichkeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mitmenschlichkeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorbeigehen sehe ich immer wieder einen Mann, der zusammengekauert vor dem Eingang des Supermarktes auf eine Spende hofft. Die ausgestreckten Arme, die geöffneten Hände zeigen deutlich sein Anliegen. In mir spüre ich die Unsicherheit, ob ich der Bitte folgen soll oder ob einfach vorbei gehen, die Anfrage unbeachtet lasse und hoffentlich die Episode baldmöglichst vergesse.</p><p>Die Betrugsmaschen, die allenthalben in unserer Gesellschaft öffentlich werden, verändern nicht wenig auch das Verhalten in konkreten Begegnungen. Dabei weiß ich um die Nöte um mich herum, die bis in die nächste Nähe reichen und bei weitem nicht nur ferne Länder, benachteiligte Gruppen und das löchrige soziale Netz betreffen,</p><p>Die Bitte um Almosen mag vielleicht vorgeschoben sein und immer wieder auch ausgenutzt zu werden. Es bleibt dennoch die Aufforderung, dass wir menschlich nicht nur dazu aufgerufen sind, sondern durch aus allermeist auch in der Lage sind einander zu helfen und in den alltäglichen Nöten beizustehen. Und wenn dann der erbetene Euro nicht für Kaffee, sondern für ein Bier umgesetzt wird? Ich mache mir darüber keine Gedanken mehr! Was ich aus der Hand gegeben habe, überlasse ich auch der Verantwortung dessen, der es empfangen hat. „Die Rechte soll nicht wissen, was die Linke tut!“ Das ist ein wunderbarer Merksatz, den uns das Evangelium als Weisung mitgibt, wenn wir etwas in die ausgestreckte Hand legen. Ich denke, dass es mitunter gar nicht so schlecht ist, einfach dem momentanen Impuls nachzugeben ohne darüber nachzugrübeln, ob ich übervorteilt werde oder sogar einer Lüge aufsitze.</p><p>Die Offenheit, mit der Jesus immer wieder den Menschen seiner Zeit begegnet, kann und will auch mich infizieren mit dem Virus der Mitmenschlichkeit, die durchaus angebracht ist - an allen Ecken und in allen Augenblicken unseres Lebens.</p><p>So wünsche Ihnen in diesen Tagen viele gute und gelingende Begegnungen und den Mut immer wieder ein wenig MEHR zu wagen!</p><p>Klaus Becker, Vorsitzender St. Rochus Sozialstation, Lohr a. Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70077</guid><pubDate>Fri, 16 Jan 2026 05:00:00 +0100</pubDate><title>Entlastung finden</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/entlastung-finden/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissen Sie, was ein Bilum ist? Ich gestehe, dass ich es erst kennenlernte als ich im Auftrag der Landeskirche bei der Synode der Kirche von Papua Neuguinea zu Gast war. Ich will es Ihnen verraten. Ein Bilum ist ein Netzsack. Er wird in der Regel aus Fäden geknüpft. Frauen in Papua Neuguinea verwenden ihn. Sie tragen damit auf dem Rücken ihre Kinder, Früchte und schwere Lasten. Mit einem Band an der Stirn wird das Bilum gehalten. Überall sieht man in Neuguinea Frauen mit ihren Lasten. Manche sind darunter regelrecht gebeugt.</p><p>Das neue Jahr ist schon wieder einige Tage alt. Trotz aller guten Vorsätze und Hoffnungen brechen wir mit manchen Belastungen ins Neue, Unbekannte, auf. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, sagt der Volksmund. Das ist sicher so. Ja manchmal ist es nicht nur ein Päckchen, sondern ein richtiges Paket, das man tragen muss. Es kann eine schwere Last sein. Sie drückt nieder und fesselt die Gedanken. Sie hemmt die Lebensfreude. Im Netzsack der Lasten können Sorgen um den Arbeitsplatz, ein Konflikt mit dem Partner oder Kolleginnen, finanzielle Probleme, gesundheitliche Einschränkungen und Anderes enthalten sein. Jedenfalls ist manches eine Belastung. Das Weitergehen fällt schwer. Die Sehnsucht nach Hilfe und Entlastung ist groß.</p><p>Vielleicht hilft Ihnen weiter, was ein einheimischer Künstler in einer Kirche in Neuguinea dargestellt hat. Er hat das Bilum, das Lastennetz, einfach an das Kreuz von Jesus genagelt. Als ich das sah, dachte ich: Ja er hat recht! Mir kam ein Wort aus der Bibel in den Sinn. Da heißt es: „Alle eure Sorge werft auf ihn. Er sorgt für euch.“ Jesus ist der große Lastenträger. Er kam, um die Last der Welt auf sich zu nehmen. Jesus nahm sich der Nöte der Menschen an. Er ging den Weg bis zum Kreuz. Es ist das Hoffnungszeichen und der Rettungsanker. Jesus lädt auch heute ein mit den Worten: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden. Ich will euch erquicken.“ Die Sorgen und Lasten des Lebens im Gebet vor Jesus ausbreiten. Das bringts! Die Lasten unter das Kreuz bringen, sie dort abladen – das entlastet. Das befreit und lässt aufatmen. Dass sie heute und an allen Tagen des Jahres nicht auf ihre Lasten schauen, sondern auf Jesus Christus – das wünsche ich Ihnen.</p><p><em><strong>Michael Wehrwein</strong></em><br />Evangelischer Dekan i.R., Lohr a.Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69695</guid><pubDate>Fri, 02 Jan 2026 19:31:05 +0100</pubDate><title>Wer ist Gott?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wer-ist-gott/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[
<p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Eine Frau mittleren Alters, von langer schwerer Krankheit ausgezehrt, gezeichnet. Sie hat sich auf die Bettkante gesetzt und schaut mir direkt in die Augen: „Was habe ich verbrochen, dass ich so gestraft werde?“ Sie erwartet wohl nicht wirklich eine Antwort. Aber sie stellt diese Frage, weil da einer bei ihr ist, der irgendwie mit Gott zu tun hat. Mit dem Allmächtigen, dem Herrn des Schicksals, der uns Schönes und Schreckliches beschert. Er soll sie hören, diese verzweifelte Klage.</span></font></p><p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Mir ist es oft begegnet, das große Warum hinter einer Lebensgeschichte. Den Versuch habe ich nie gewagt, hier etwas zu erklären, zu rechtfertigen. Ich hatte keine Antworten. Es war nicht der Gott, von dem ich reden, an den ich glauben konnte. Ich sah nur den Fremden, den Verborgenen, dessen Macht man sich vielleicht unterwerfen musste. Aber ihn lieben, ihn aus ehrlichem Herzen anbeten? Unmöglich! „Liebe dein herrisches Schicksal“, schrieb Friedrich Nietzsche, „du hast keine Wahl!“ Stand dem Philosophen und Pfarrerssohn am Ende jener Götze vor Augen, den die Menschen sich aus ihren Phantasien über den Allmächtigen selbst erschaffen hatten? Du sollst dir kein Gottesbild machen, heißt es warnend im 2. Gebot. Und das Johannesevangelium bekennt: „Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt“. Mit unüberbietbarer und zugleich anstößigster Deutlichkeit sagt Jesus: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ </span></font></p><p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Wer ist Gott? Ich glaube, dass Gott selbst die Antwort gab. Und er legte diese Antwort in die Krippe von Bethlehem. Von hier aus dürfte alle Spekulation, sei sie angstvoll oder geistreich, ihre Grenze finden. So birgt die Heilige Nacht etwas zutiefst Heilendes. Gott lässt sich erfahren und erkennen in der Geschichte eines Menschen. Jesus überwältigt und zwingt nicht. Er lädt ein. Der Mann aus Nazareth kennt die Feuer, zwischen denen die Menschen leben müssen. Er erzählt in einprägsamen Bildern von seinem Vater und ermutigt zum Vertrauen. Er heilt. Er überwindet selbst die Macht des Todes. Schon über seiner Geburt stehen die Worte der Engel: „Fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren!“ </span></font></p><p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Martin Luther formuliert die tiefste Wahrheit unseres christlichen Glaubens: „Wir fassen keinen anderen Gott als den, der in jenem Menschen ist, der vom Himmel kam. Ich fange bei der Krippe an.“</span></font></p><p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr 2026 eine tiefe Geborgenheit im Vertrauen auf Gott in Christus! </span></font></p><p><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><em><strong>Michael Nachtrab</strong></em><br />Evangelischer Pfarrer in Partenstein</span></font></p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69523</guid><pubDate>Wed, 24 Dec 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Wie der Esel an der Krippe sein</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wie-der-esel-an-der-krippe-sein/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Bei unserem letzten Koordinationstreffen für den pastoralen Raum Marktheidenfeld vor Weihnachten hat uns ein Mitglied zu Beginn eingeladen, uns Gedanken darüber zu machen, welche zwei oder vierbeinige Figur an der Krippe wir gerne wären bzw. wo wir uns wiederfinden. Sie hat sich die Figur des Esels an der Krippe ausgewählt, uns einige der Eigenschaften dieses Tieres beschrieben und es dann auf ihre eigene Persönlichkeit bezogen.</p><p>Daraufhin habe ich mir Gedanken gemacht, warum der Esel an der Krippe Jesus so nahestehen darf und welche Bedeutung er in der Bibel hat. Esel werden seit jeher von den Menschen als Nutztiere eingesetzt, so ist es uns auch biblisch überliefert. Sie halfen dabei, schwere Gegenstände und Lasten zu transportieren. Außerdem trugen sie auch die Menschen von einem Ort zum anderen, was heute unsere verschiedenen Transportmittel übernehmen. So reitet auch Maria auf dem Weg in die Stadt Nazareth auf einem Esel, um sich mit ihrem Mann Josef eintragen zu lassen. Sie trägt bereits als Schwangere Jesus unter ihrem Herzen.</p><p>Der Esel steht auch für Erkenntnis bzw. für das Kennen seines Herrn. So schreibt der Prophet Jesaja: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn“ (Jesaja 1,3). Durch diese Bibelstelle kamen vermutlich Ochs und Esel in die Darstellung der Weihnachtskrippe. Bereits dem blinden Propheten Bileam, der sich zum Unrecht verleiten ließ, werden von einem Esel, der den Engel Gottes sehen darf, die Augen geöffnet. Mit menschlicher Stimme spricht das Tier zu Bileam und verhindert sein wahnwitziges Vorhaben, das Volk Israel zu verfluchen. Stattdessen segnet er es schließlich.</p><p>Auf der späteren Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten ist ebenfalls der Esel als Transportmittel dabei und sammelt Fluchterfahrung. Beim Einzug Jesu in Jerusalem kurz vor seinem Leidensweg reitet Jesus auf einem Esel und nicht auf einem Pferd und zeigt damit seinen friedlichen und demütigen Charakter im Gegensatz zu Königen, die aus Kriegs- und Triumpfzwecken auf Pferden ritten. Dies hatte schon der Prophet Sacharja angekündigt: „Siehe dein König kommt zu dir, gerecht ist er, demütig ist er und reitet auf einem Esel.“ (Sacharja 9,9).</p><p>Damit möchte ich uns allen den Esel als Vorbild vor Augen stellen, denn er lehrt uns, die Liebe Gottes zu uns Menschen zu erkennen und sie weiterzugeben. Der Esel ist ein Beispiel für Geduld und Treue, der still und ohne Eitelkeit seinen Dienst tut und bereit ist, die Lasten des Lebens zu tragen. Vielleicht sollten wir öfter mal wie ein Esel sein, um Jesus wieder ganz nahe stehen zu können, nicht nur an Weihnachten.</p><p><br /><em><strong>Alexander Eckert</strong></em><br />Pfarrer im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69173</guid><pubDate>Fri, 12 Dec 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Wo stehst du an der Krippe?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wo-stehst-du-an-der-krippe/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach meinem Abitur habe ich ein Jahr in Südfrankreich gelebt, einmal alle kirchlichen Feste dort mitgefeiert und die ein oder andere lieb gewonnene Tradition von dort mit nach Deutschland genommen. In meinem Koffer auf der Rückreise befanden sich so etliche Souvenirs. Darunter auch einige Santons. So werden die besonderen Krippenfiguren in der Provence genannt.</p><p>Während der Französischen Revolution wurden viele Kirchen geschlossen oder zweckentfremdet und so wurden dort auch zu Weihnachten keine Krippen mehr aufgebaut. Die Menschen waren findig und stellten sich für ihr Zuhause eigene Krippenfiguren aus Brotteig her. Daraus entwickelte sich ein eigenes Kunsthandwerk und der Beruf des Santonnier. Heute werden die Figuren aus Ton geformt und liebevoll per Hand bemalt.</p><p>Neben den klassischen Krippenfiguren von der Heiligen Familie, Ochs und Esel, dem Weihnachtsengel und den Hirten mit ihren Schafen gibt es auch provenzalische Figuren: Eine Frau, die Lavendel trägt, ein Fischer, Frauen mit traditioneller südfranzösischer Tracht, ein Bürgermeister, eine Bäckerin mit ihrem Korb voller Baguettes, ein Boulespieler, eine Seifenverkäuferin, ein Tamburinspieler und ein Kind, das Melonen auf dem Markt anbietet. Sie alle kommen mitten aus ihrem Alltag zur Krippe. So wie sie sind. Mit ihren Sorgen und Hoffnungen, die sie mit sich tragen. Sie sind unterschiedlich lange unterwegs gewesen. Am Ende aber sind sie alle angekommen. Stehen mal näher beim Jesuskind, mal etwas entfernt. Aber alle sind sie da, um die Geburt Jesu zu feiern.</p><p>Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich wie den Santons: Mitten im Alltag machen Sie sich auf den Weg zur Krippe, ob beim Singen von adventlichen Liedern, beim Plätzchenbacken, beim Besuch eines Gottesdienstes oder bei einem Glas Punsch auf dem Weihnachtsmarkt. Am Ende - so hoffen wir es jedes Jahr - kommen wir bei der Krippe an, vielleicht ganz entspannt und besinnlich, vielleicht auch etwas im Stress. Aber das Wichtigste ist doch, DASS wir dort sind. Und vielleicht stehen wir in diesem Jahr ganz vorne, in der ersten Reihe oder auch etwas weiter hinten, wo man nicht gleich von allen gesehen wird. Ganz egal wo: Jesus freut sich über alle, die zu ihm kommen.</p><p>Ein gutes Unterwegssein zur Krippe wünscht</p><p><em><strong>Christina Lömmer</strong></em><br />emeindereferentin im Pastoralen Raum Gemünden</p>





]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69174</guid><pubDate>Fri, 05 Dec 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Weihnachten ist mehr ...</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/weihnachten-ist-mehr/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem wurde ich von einem Kollegen gefragt, ob ich schon alle Weihnachtsgeschenke hätte. Ich verneinte und er freute sich sichtlich, mir erzählen zu können, dass ihm nur noch zwei fehlten, sonst hätte er alles beisammen.<br />„Tja- diesmal hab‘ ich früh angefangen! Wird ja sonst so stressig!“</p><p>Kennen Sie das? Wenn Weihnachten näherkommt, kommt auch der Stress näher. Jedes Jahr. „Wir sagen Euch an den lieben Advent!“ Gerade haben wir es wieder in unseren Kirchen gesungen. Die Adventzeit hat gerade begonnen- und damit die Zeit der Hetze nach Geschenken, der Aufräumwut und der Lebensmitteleinkäufe in letzter Minute. Oder? Sollte es nicht vielmehr eine Zeit der Vorbereitung sein auf das, was da kommt? Oder vielmehr auf den, der da kommt?</p><p>Ein guter Freund hat einmal gesagt: „Weihnachten ist die seltsamste Geburtstagsparty, die es gibt. Du feierst Geburtstag und alle Gäste bringen sich gegenseitig Geschenke mit- nur Dir nicht.“<br />Sollten wir vor lauter besinnlichem Stress und Geschenkewahn vergessen haben, was wir da eigentlich genau feiern und warum?</p><p>Eigentlich ist die Botschaft, die hinter der Weihnachts-Geschichte steckt, ziemlich eindeutig: in dieser Weih-Nacht vor langer Zeit hat die Menschheit angefangen, menschlich zu werden. Das Kind in der Krippe wird mit seinem Leben und Wirken die Welt verändern. Eigenschaften wie Mitgefühl, Nächstenliebe oder Toleranz- mit der Geburt dieses Menschenkindes sind sie in der Welt deutlich präsenter geworden.<br />Und noch einen Begriff hat an Weihnachten seine Sternstunde: der Frieden.</p><p>Frieden, quasi das Aushängeschild von Weihnachten.</p><p>-„Bis Weihnachten will ich diesen Streit beenden!“</p><p>-„Bis Weihnachten ist der Krieg vorbei und die Kinder wieder zu Hause!“</p><p>-„An Weihnachten sehen wir uns wieder!“</p><p>Ob die Waffen in einem brutalen Krieg für ein paar Stunden schweigen, ob sich alte Feinde an Weihnachten versöhnen oder sich griesgrämige Arbeitgeber plötzlich in spendable Menschenfreunde verwandeln- irgendetwas ist dran an dieser Zeit, wusste sogar Bryan Adams schon zu singen: „Etwas an der Weihnachtszeit lässt Dich wünschen, es wäre jeden Tag Weihnachten!“</p><p>Ob man nun ganz neutral den „Geist der Weihnacht“ bemüht oder sich auf den christlichen Hintergrund unseres heutigen Festes besinnt- es geht um mehr als nur das Äußere, um mehr als Geschenke unterm Baum. Lässt man das ganze Drumherum weg, bleibt, was bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt ist: die Sehnsucht nach Frieden, nach Liebe und Geborgenheit in dunklen, kalten Zeiten.</p><p>Und genau das ist die Weihnachtszeit: ein helles Licht in der Dunkelheit, Wärme im Herzen an kalten Tagen und ein Lächeln im Angesicht von Verzweiflung.<br />Und darauf lohnt es sich doch, sich zu freuen. Eigentlich nicht nur in der Weihnachtszeit, aber wenn schon, dann jetzt ganz besonders.</p><p>Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen</p><p><em><strong>Arved Meyer</strong></em><br />Evangelische&nbsp;Kirchengemeinde Burgsinn</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68908</guid><pubDate>Fri, 28 Nov 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Advent – der Blick über den eigenen Horizont</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/advent-der-blick-ueber-den-eigenen-horizont/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag beginnt der Advent und die biblischen Worte von der Sehnsucht der Menschen nach Frieden und Gerechtigkeit werden in den Gottesdiensten gelesen. Der Prophet Jesaja beschreibt das im Bild von einem Berg, zu dem die Völker und Nationen kommen um Gottes Weisungen zu hören. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Lanzen zu Winzermessern (Jesaja 2.Kapitel). Diese Vision ist zeitlos und Menschen ersehnen, erwarten und erhoffen, dass sie Wirklichkeit wird in einer Zeit, in der an vielen Orten dieser Welt wieder das Recht des Stärkeren gilt und die Schwachen unterliegen.</p><p>Advent heißt, diese Sehnsucht nach dem guten Leben wachhalten und sich genau daran alle Jahre wieder erinnern lassen. Advent heißt aber auch, die alten Worte aus Jesaja in unsere Zeit zu übertragen und den Blick zu weiten für das, was noch nicht da ist und noch ankommen will. Eine solche Übertragung dieser Prophetie finde ich in den wunderschönen Worten von Helder Camara, dem ehemaligen brasilianischen Erzbischof: „Wenn ich könnte, gäbe ich jedem Kind eine Weltkarte. Und wenn möglich, einen Leuchtglobus, in der Hoffnung, den Blick des Kindes aufs äußerste zu weiten und in ihm Interesse zu wecken für alle Völker, alle Rassen, alle Sprachen, alle Traditionen und Religionen.“</p><p>Advent ist die wiederkehrende Erinnerung, dass Friede und Gerechtigkeit wirklich ankommen können in dieser Welt. Dann nämlich, wenn wir einander sehen und achten in unserer je eigenen Art, auch mit der Andersartigkeit und Fremdheit. Denn das kann Bereicherung und Inspiration sein. So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit!</p><p><em><strong>Heinz Weigand</strong></em><br />Pastoralreferent,&nbsp;Klinikseelsorger am Bezirkskrankenhaus Lohr</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68773</guid><pubDate>Fri, 21 Nov 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Buß- und Bettag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/buss-und-bettag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>30 Jahre ist es nun her, dass der Buß- und Bettag in Deutschland als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde (außer in Sachsen). Nach wie vor ist er für die evangelische Kirche ein Feiertag, an dem in allen Gemeinden Gottesdienste stattfinden und an dem Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der evangelischen Kirche frei haben. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde er am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen, und schon früher wurden von den Kirchen in Notzeiten Buß- und Bettage angesetzt.</p><p>Nun, ganz gleich, wie dieser Mittwoch vom Gesetzgeber hinsichtlich der Arbeits- oder Ruhepflicht ausgestattet wird, und auch ganz gleich, wie stark die Kirchen öffentlich seine Beachtung einfordern – der Sache nach brauchen wir ihn alle. Oder sind Ihnen keine Nöte bekannt, die das Beten zu Gott nahelegen würden? Sehen Sie keinen Anlass, über Ihr Leben nachzudenken und in einigen Bereichen ein Umdenken oder ein Umkehren zu erwägen? Denn „Umkehr“ ist die Bedeutung des alten Wortes Buße. Der griechische Begriff setzt sogar beim Denken und bei der Haltung an: es geht um eine Änderung der Gesinnung.</p><p>Das ist eine notwendige und bedeutsame Angelegenheit. Dass wir die Möglichkeit haben, eingeschlagene Wege als Sackgassen, als Holzwege, als irreführend zu erkennen, zeichnet uns Menschen aus. Es ist uns gegeben, uns zu korrigieren und vielleicht sogar aus Fehlern zu lernen. Allerdings sollten wir uns auch gegenseitig den Raum gegeben, sich korrigieren zu dürfen, ohne das Gesicht zu verlieren. Gott tut das jedenfalls. In der Bibel heißt es vielfach ausdrücklich, dass Gott sich riesig freut über einen Menschen, der seinen Kurs zum Guten ändert. Wie weit ist es in unserer Gesellschaft her mit der Fehlerfreundlichkeit und der Akzeptanz von Menschen, die Fehler zugeben und sich korrigieren?</p><p>Oder sind es mehr noch unsere eigenen Ansprüche und falschen, ungesunden Vorstellungen von Leistung, von Ansehen, von Geltung, von Ehre und was weiß ich? Was meinen wir zu verlieren, wenn wir einsehen, dass wir auf einem Abweg sind und unser Verhalten ändern sollten? Was geht uns verloren, wenn wir uneinsichtig weitermachen wie bisher und Fehler vertuschen, kleinreden oder beschönigen? Verlieren wir dann nicht auf Dauer das Gesicht vor uns selbst? „Es gehört zur Würde des Menschen, vor sich selbst die Augen nicht zu verschließen. Scham oder Reue sind Begriffe der Größe und Schönheit des Menschen. Es ist mir erlaubt, ein Verwundeter zu sein. Es ist mir gar erlaubt, Fragment zu sein.“ So sagte der Theologe Fulbert Steffensky. In der Bibel ist das Thema „Umkehr“ ein Hauptthema. Es ist herzergreifend zu sehen, mit welchem Einsatz Gott nach den biblischen Geschichten gegen die Sturheit seiner Menschen vorgeht und gegen Abneigung, sich Fehler aufzeigen und korrigieren zu lassen.</p><p>„Ich – einfach unverbesserlich“ heißt ein erfolgreicher, lustiger Animationsfilm; im letzten Jahr kam bereits der 4. Teil in die Kinos. Der englische Titel heißt übrigens Despicable Me, also „Ich Verabscheuungswürdiger“. In der Tat, der Superschurke Gru ist nicht unverbesserlich, sondern lernt viel hinzu. Und es ist anrührend und sympathisch, wie er sich korrigiert, wie er sich schämt und wie er sich (ver)bessert! Ich meine, da können wir uns eine Scheibe abschneiden.</p><p><em><strong>Till Roth</strong></em><br />Evangelischer Dekan in Lohr a.Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68635</guid><pubDate>Fri, 14 Nov 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Wir gedenken ...</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wir-gedenken/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am zweitletzten Sonntag vor dem Advent wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. In vielen Ortschaften finden dazu Gedenkveranstaltungen statt. “Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft”. Nach dem 1. Weltkrieg setzte sich der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge dafür ein. Der Volkstrauertag sollte ein Zeichen der Solidarität sein: derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit denen, die um Gefallene trauern. Am 5.3.1922 fand er zum ersten Mal statt - damals noch im Frühjahr, um den Aufbruch in eine neue und bessere Zeit zu spüren. Der Aufbruch währte nicht lange.</p><p>Von 1933 bis 1945 wurde dieser Tag für nationalistische Interessen missbraucht, aber nach dem Krieg bald wieder aufgenommen. Leider findet sich heute meist nur ein kleines Häuflein von Menschen ein, wenn die Bürgermeister zur Feier beim jeweiligen Mahnmal einladen. Aber das Gedenken an die Toten ist nicht überholt. Es ist leider ganz aktuell, wie der Krieg in der Ukraine zeigt.</p><p>Es berührt mich jedes Mal, wenn ich die Namen der Gefallenen aus unserem Ort höre. Meist waren es junge Männer, die nicht mehr zu ihren Eltern, zur jungen Ehefrau, zu den Kindern zurückkehrten. Unermessliches Leid. In jedem Krieg gibt es so viele Verlierer.</p><p>Und dann steigt Unbehagen, ja auch Angst und Zorn in mir auf: und wieder sprechen wir darüber, dass es schon bald wieder Krieg geben könnte - auch bei uns!</p><p>Hieß es nicht eben noch “nie wieder Krieg!”? Genügen die unendlich vielen Kreuze auf den Soldatenfriedhöfen nicht, um alle Kriegstreiber zur Einsicht zu bewegen?</p><p>Offenkundig nicht. Seit 1945 gab es noch nie so viele bewaffnete Konlikte wie derzeit. Und es sieht nicht danach aus, dass sich daran etwas ändert.</p><p>Ich setze mein Trotzdem entgegen. Frieden muss möglich sein. Ich höre das Wort Jesu aus der Bergpredigt: “Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.” Ich erwarte im Advent wieder das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte in Betlehem, das von Pfadfindern in viele Länder gebracht wird. Viele nehmen es mit nach Hause und hoffen mit mir, dass der Friede stärker ist. Und ich bete zu Gott, dass er die Herzen der Menschen bekehre, dass Frieden und Gerechtigkeit wachsen - überall auf der Welt! So sagte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Volkstrauertag 2024:</p><p>“Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.”</p><p><em><strong>Hermann Becker</strong></em><br />Pfarrer im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p><p></p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68634</guid><pubDate>Fri, 07 Nov 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Unser Land braucht mehr Gemeinsamkeit!</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/unser-land-braucht-mehr-gemeinsamkeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US" class="western">Am vergangenen Samstag haben die Evangelischen unter uns den Reformationstag gefeiert, am Sonntag die Katholischen unter uns Allerheiligen. Es war schön zu sehen, wie in manchen Gemeinden diese Feiertage mit ökumenischen Gottesdiensten begangen wurden. Nach Jahrhunderten der zum Teil auch blutigen Feindschaft ist es heute bei uns möglich, in guter Ökumene die Stärken der jeweils anderen Konfessionen zu achten und, ja, sie auch zu feiern. Eine versöhnte Verschiedenheit sozusagen.</p><p>Über Grenzen hinweg das Gemeinsame zu betonen, anstatt das Trennende zu stärken. Dafür braucht es Menschen, die wissen, wer sie sind und was sie im Leben möchten. Menschen, die die innere Bereitschaft besitzen, Andere anders sein zu lassen. Menschen, die in der Lage sind, die Fremdheit Anderer nicht als Bedrohung zu erleben, sondern die Fremdheit Anderer erst einmal mit Neugier und innerer Anteilnahme wahrzunehmen und, im besten Fall, diese Fremdheit als Bereicherung des eigenen Lebens zu feiern.</p><p>Zu den Grundentscheidungen der Reformation gehört es, zwischen vorletzten und letzten Dingen zu unterscheiden. Fragen des Zusammenlebens bis hin zur Gestaltung der Gottesdienste gehörten für Luther eher zum Vorletzten. Hier hat er eine erstaunliche Toleranz gezeigt und, mehr noch, eine solche Toleranz auch selbst gelebt.</p><p>Wo wir anfangen, Vorletztes mit Letztem zu verwechseln, da geraten wir immer tiefer hinein in einen Kampf um unsere Identität. Und je wichtiger die äußere Gestalt wird, desto gewaltbereiter sind wir im Kampf um ihre Form.</p><p>Zu den letzten Dingen gehört nach Luther das Wissen um unsere Erlösung durch Christus allein aus Gnade. In dieser Einsicht sind sich die großen christlichen Kirchen heute einig. Und tatsächlich, wo ich mein Leben in Christus festmache und meine Identität von Gott gehalten und geschenkt weiß, da erwächst mir eine sehr große Freiheit in der Gestaltung des Täglichen. So kann dann Gemeinschaft über Trennendem hinweg entstehen und sich bewähren.</p><p>Mich freut es, dass es diese ökumenischen Zusammentreffen gibt. Das ist ein Geschenk unserer Kirchen an unsere Gesellschaft: Ich denke, unser Land braucht weniger Kampf um Identität. Es braucht vielmehr Neugier auf andere Traditionen und die innere Bereitschaft, mit und in anderen Traditionen Gemeinsames zu entdecken und zu feiern. Gerade auch im politischen Bereich.</p><p>In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und den Ihren von Herzen Gottes reichen Segen. Gott, der seine Sonne über uns allen aufgehen lässt, möge Sie und die Ihren in diesen beängstigenden Zeiten behüten und bewahren.</p><p><em><strong>Heiner Spittler&nbsp;</strong></em><br />Evang. Pfarrer i.R.&nbsp;</p><p class="western"><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68117</guid><pubDate>Fri, 31 Oct 2025 05:00:00 +0100</pubDate><title>Reformationstag</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/reformationstag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Navi ist eine feine Sache, sei es beim Wandern oder bei einer Fahrt mit dem Auto. Es hilft zur Orientierung und Standortbestimmung. Evangelische Christen begehen den Reformationstag am 31.Oktober und das Reformationsfest am darauffolgenden Sonntag. Am Reformationsfest ist geistliche Standortbestimmung angesagt. Der Gedenktag fordert dazu regelrecht heraus.</p><p>In unseren Tagen ist in der Kirche viel von Strukturreformen und Gebäudemanagement die Rede. Schwindende materielle und personelle Reserven sind ein Grund dafür. Dies bindet viel Kraft. Sicher sind Gebäude und äußere Bedingungen nicht unwichtig. Aber Kirche ist mehr als das Äußerliche und Sichtbare. Die Kirche Jesu Christi ist eine geistliche Größe. Sie besteht aus Menschen, die zu Jesus Christus gehören und ihm die Ehre geben. Die Glieder der Kirche sind hineingebunden in die Heils- und Segensgeschichte Gottes. Im Augsburgischen Bekenntnis von 1530 hat Philipp Melanchthon, der enge Mitarbeiter Martin Luthers, das Wesen der Kirche so formuliert: „Kirche ist die Versammlung aller Gläubigen, wo das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente dem Evangelium gemäß dargereicht werden“. Wir nennen uns evangelisch-lutherische Christen. Wir nennen uns evangelisch, weil das Evangelium von Jesus Christus Mitte und Grund unseres Glaubens ist. Wir nennen uns lutherisch, weil Martin Luther in allen Verzerrungen, Entstellungen und Missständen in der Kirche seiner Zeit, das Evangelium wieder auf den Leuchter gestellt hat. Er wollte keine neue Kirche gründen, sondern die bestehende reformieren. Seine 95 Thesen sollten eine Diskussionsgrundlage sein. Dass es zur Spaltung kam, war nicht seine Absicht.</p><p>Gott sei Dank leben wir heute in versöhnter Verschiedenheit als evangelische und katholische Christen unseren Glauben in ökumenischer Gemeinschaft. Es geht nicht um Gleichmacherei. Nicht billige Sprüche, sondern Offenheit, das Kennenlernen der anderen Konfession und das ehrliche Gespräch über das Einende und Trennende helfen weiter. Maßstab muss das Evangelium sein.</p><p>Manche Zeitgenossen meinen evangelisch sein bedeutet Beliebigkeit. Sie missverstehen die Freiheit zu der Christus berufen hat. Manche versuchen sich durch den Verweis auf ihren anständigen Lebenswandel selbst zu rechtfertigen. Luther würde zu jemanden, der so denkt und redet sagen: „Du Narr, du verzerrst die Botschaft des Evangeliums. Du löst sie auf in ein wenig Moral. Du verachtest Jesus und sein Heilswerk. Du verachtest sein Kreuz und seine Auferstehung. Frei sein kann nur, wer sich an Jesus Christus bindet. Du kannst dich nicht selbst erlösen!“</p><p>Zur Standortbestimmung dienen die vier reformatorischen Grundprinzipien Luthers:<br />Christus allein - die heilige Schrift allein – der Glaube allein – die Gnade allein.</p><p>Das ewige Leben kann sich niemand verdienen, auch nicht durch gute Werke und fromme Leistungen. Es wird durch Jesus Christus geschenkt – gratis, eben aus Gnade. Wer Jesus vertraut, hat das ewige Leben. Ich wünsche Ihnen diese Gewissheit.</p><p><em><strong>Michael Wehrwein</strong></em><br />Evangelischer Dekan i.R., Lohr a.Main</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68226</guid><pubDate>Fri, 24 Oct 2025 05:00:00 +0200</pubDate><title>Wie wird an der Uhr gedreht?</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wie-wird-an-der-uhr-gedreht/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie schon seit vielen Jahren, wird auch heuer am letzten Wochenende im Oktober die Uhrzeit wieder eine Stunde zurück gestellt. Warum wir dadurch eine Stunde gewinnen, obwohl wir doch zurückgehen, bleibt geheimnisvoll. Ebenso das „Gewinnen“, denn genaugenommen bekommen wir ja nur den Vorschuss zurück, den wir der Zeit im März als Kredit gegeben haben. Die ganze Zeremonie führt regelmäßig zu heftigen Diskussionen und eigentlich ist es längst beschlossen, die Umstellung abzuschaffen. Das wirft aber plötzlich ganz neue Fragen auf, vor allem die, ob es dann immer eher „Sommer“ oder „Winter“ bleiben soll.</p><p>Dabei ist die Uhrzeit überall auf der Welt ein Kompromiss. Er wurde nötig, weil man im Bahn- und später auch im Flugverkehr eine verlässliche Regelung gebraucht hat. Seitdem kann man um 07.00 Uhr nach New York fliegen und um 13.00 Uhr dort ankommen, obwohl man zwölf Stunden im Flugzeug saß. Dafür kommt man beim Rückflug erst achtzehn Stunden später an, obwohl man genauso lange geflogen ist. Uhrzeit ist also immer ein bisschen relativ, eine nicht ganz willkürliche aber doch ziemlich vergröberte Festlegung zur besseren Berechnung und Absprache von Terminen.</p><p>In der Natur gibt es keine Uhrzeit. Dort geschieht Zeit im Sinne von wiederkehrenden Rhythmen. Das beginnt beim Wechsel von Tag und Nacht, über den Wandel des Mondes und der Jahres-Zeiten bis hin zu den Ge-Zeiten von Ebbe und Flut. Für unsere Vorfahren war es eine wichtige Entdeckung, diese Rhythmen zu erkennen und vorhersehen zu können. Danach bestimmten sich Aussaat und Ernte, das Auslaufen der Schiffe und der Aufbruch zur Jagd. Heute genügt es uns nicht mehr, nur zu wissen, wann die Sonne untergeht oder die nächste Flut kommt. Heute soll uns immer alles zur Verfügung stehen. Dann machen wir die Nacht zum Tag, wir fliegen zum Aufwärmen in die Südsee und wenn wir Appetit haben, lassen wir uns mitten im Winter saftige Erdbeeren schmecken. Das nehmen wir uns dann als Belohnung, weil die vielen Termine und der ständige Zeitdruck eine ziemlich harte Belastung bedeuten. Das beschleunigt umgekehrt einen Kreislauf, der wiederum für andere Belastung bedeutet und den wir insgesamt als Wachstum bezeichnen. Am Anfang war die Uhr ein Hilfsmittel für den Menschen, heute gibt sie den Takt vor, nachdem wir zu funktionieren haben. Wenn wir sie an diesem Wochenende für eine Stunde anhalten, dann liegt darin die Chance, auch unserer inneren Uhr einen Augenblick Pause zu gönnen. Die Bibel kennt das schöne Wort von der „erfüllten Zeit“. Das passiert eben nicht durch einen „gefüllten Terminkalender“, sondern im Gegenteil, wenn ich die Zeit meines Tages wie ein Gefäß betrachte, in das ich mit der Zeit wertvolle Augenblicke sammle und hineinlege. Dass uns diese Winter-Zeit, inklusive der zurückgewonnenen Stunde, eine „erfüllte Zeit“ werde, das wünscht von Herzen</p><p><em><strong>Thomas Wollbeck</strong></em><br />Pfarrer im Pastoralen Raum Karlstadt</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68227</guid><pubDate>Fri, 17 Oct 2025 05:00:00 +0200</pubDate><title>Der Mensch – ein Kind der Barmherzigkeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/der-mensch-ein-kind-der-barmherzigkeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Lukas, der Evangelist, hat in dieser Woche seinen Festtag. Ich wette, die meisten von uns sind ihm schon irgendwann begegnet, auch wenn sie kaum etwas mit dem Glauben und schon gar nicht mit irgendwelchen Heiligen zu tun haben.</p><p>Lukas ist der sympathische Mensch, der uns die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu berichtet, die wir an Weihnachten feiern. Die Nähe Gottes zu uns Menschen verkündet Lukas nicht nur hier, sondern diese Nachricht durchzieht sein ganzes Evangelium wie ein roter Faden. Lukas, der vermutlich Arzt war, stellt Jesus als Arzt und Heilbringer für alle Menschen dar, der an Leib und Seele heilt und mit Menschen Mahl hält, die am Rande stehen. Gott ist nicht weit weg, sondern ganz nahe bei den Menschen, er hat ein Herz für uns. Er begegnet uns im Alltag mit allen seinen Facetten, den dunklen, traurigen, schweren, aber auch den frohen und hellen Stunden.</p><p>So ermutigt uns das heutige Tagesevangelium, unseren Mitmenschen wie die Jünger Gottes Liebe in Wort und Tat zu vermitteln: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“</p><p>Wer sehnt sich nicht nach Frieden und Heil? Das Reich Gottes, das ist Gottes unendliche Liebe und Nähe. Am Aufbau seiner Welt dürfen wir mitwirken, indem wir die Menschen Gottes liebende Nähe um uns spüren lassen:</p><p>Nicht nur in großartigen Aktionen (die sicher hilfreich und wirkungsvoll sind), sondern vor allem in unserem Umgang miteinander im Alltag, beim Einkauf, im Straßenverkehr, in der Familie, der Nachbarschaft. Gelegenheiten gibt es genug.</p><p>So entspringen unsere Liebe und Barmherzigkeit der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, wie es in folgernder (gekürzter) Erzählung von Johann Gottfried Herder zum Ausdruck kommt:</p><p>Als der Allmächtige den Menschen erschaffen wollte, warnten ihn verschiedene Engel, dies nicht zu tun, da der Mensch auch ungut werden könnte. … Doch die Barmherzigkeit, des ewigen Vaters jüngstes liebstes Kind, sprach: &quot;Bilde' ihn, Vater, zu deinem Bilde selbst, ein Liebling deiner Güte. Wenn alle ihn verlassen, will ich ihn suchen, und ihm liebend beistehen, und seine Fehler selbst zum Guten lenken. Des Schwachen Herz will ich mitleidig machen und zum Erbarmen gegen Schwächere neigen. Wenn er vom Frieden und Wahrheit irrt, wenn er Gerechtigkeit und Billigkeit beleidigt: so sollen seines Irrtums Folgen ihn mit Liebe bessern.&quot; Der Vater der Menschen bildete den Menschen. Ein fehlbares, schwaches Geschöpf; aber in Fehlern selbst ein Zögling seiner Güte, Sohn der Barmherzigkeit, Sohn einer Liebe, die nimmer ihn verlässt. - Erinnere dich deines Ursprungs, Mensch. Von allen Gotteseigenschaften hat Barmherzigkeit zum Leben dich erwählt.“</p><p>So dürfen wir uns dankbar erinnern, dass wir Kinder der Liebe Gottes sind und seine Liebe weitertragen. Lasst uns heute beginnen!</p><p><em><strong>Sr. Ulrike Stein</strong></em><br />Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p>




]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67908</guid><pubDate>Fri, 10 Oct 2025 05:00:00 +0200</pubDate><title>Mein Lebensgarten</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mein-lebensgarten/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Es ist Montag und ich stehe in meinem Garten. Da müsste dringend mal was gemacht werden, aber nach dem ganzen Regen ist es noch viel zu nass.</p><p>Blumen sind keine mehr da, im Gegenteil.</p><p>Nach all dem Sturm und Regen schaut’s da ziemlich trüb und grau aus. Nur das Unkraut wächst fröhlich vor sich hin.</p><p>Ich denke an den letzten Sonntag: Erntedank. Die Kirche gefüllt mit einem Meer an Farben und Formen. Üppige Fülle, pralle Pracht, von Kartoffeln bis Kohl alles im Überfluss vorhanden. Alles Zeugnisse eines gut bewässerten Gartens.</p><p>Ganz wie es bei dem Propheten Jesaja steht: „Du wirst sein wie ein bewässerter Garten.“</p><p>Bin ich so? Ist mein Leben so?</p><p>Ist Ihr Leben wie ein bewässerter Garten?</p><p>Bunt und üppig und farbenfroh, voller blühender Überraschungen?</p><p>Oder ist es eher ein Nutzgarten, gut bestückt mit allem, was man braucht, nahrhabft - aber langweilig?</p><p>Ist Ihr Lebensgarten ordentlich abgezirkelt, alles säuberlich eingefasst und aufgeräumt? Oder dar bunt und spontan auch mal etwas Wildflug ansetzen und Wurzeln schlagen?</p><p>Wachsen Ihre Aufgaben und Pflichten wie Unkraut und müssten dringend mal ausgerissen werden? Oder gibt es Kahlstellen, in denen nichts mehr wächst, weil andere ständig darauf herumtrampeln?</p><p>„Du wirst sein wie ein bewässerter Garten“ ist Gottes Versprechen an uns. Aber solange die Erde steht, wird nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Er gibt, was wir brauchen. In unserem Garten arbeiten und ihn pflegen müssen wir selber. Aber Gott gibt, was wir dazu brauchen. Auch nach der Ernte.</p><p><em><strong>Stephanie Wegner</strong></em></p><p>Evang. Pfarrerin Kreuzwertheim</p>]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67909</guid><pubDate>Fri, 03 Oct 2025 05:00:00 +0200</pubDate><title>Dankbarkeit</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/dankbarkeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag ist Erntedank. Im Herbst, wenn die Ernte eingefahren ist, feiern die Christen in Deutschland das Erntedankfest. Der Altar in der Kirche ist meist festlich geschmückt mit Obst, Gemüse, Getreideähren, Blumen und Brot. Manche Gottesdienstbesucher bringen Erntekörbchen von zu Hause mit, damit sie im Gottesdienst gesegnet werden.</p><p>Die Gläubigen drücken damit ihre Dankbarkeit aus gegenüber Gott für den Ertrag in Landwirtschaft und Gärten. Sie erinnern dabei an den engen Zusammenhang zwischen Mensch und Natur. Das Fest soll verdeutlichen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Denn der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Zunehmend spielen deshalb Themen wie Umweltschutz, Gentechnik und Verschwendung von Lebensmitteln eine Rolle.</p><p>Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank-Gottesdienste sind daher oft mit einer Solidaritätsaktion zugunsten notleidender Menschen verbunden. Die Früchte und andere Nahrungsmittel werden nach dem Fest oft an Bedürftige oder an karitative Einrichtungen wie die Tafeln verteilt.</p><p>Erntedank ist eine gute Gelegenheit, ganz allgemein über die Dankbarkeit und ihre Rolle im Leben nachzudenken. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine gute Ernte haben, es ist nicht selbstverständlich, dass wir all das bekommen, was wir zum Leben brauchen. Deshalb dürfen und können wir dafür dankbar sein.</p><p>Es sind die Dankbaren, die glücklich sind. Die Haltung der Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem gelungenen Leben. Die moderne Psychologie hat gezeigt, dass dankbare Menschen glücklicher und weniger depressiv sind. Sie leiden weniger unter Stress und sind zufriedener mit ihrem Leben und ihren sozialen Beziehungen. Sie gehen leichter mit schwierigen Situationen um. Dankbare Menschen schlafen besser, vermutlich weil sie weniger negative Gedanken vor dem Einschlafen haben. Dankbarkeit schützt laut einer Studie sogar das Herz.</p><p>Aktuell empfinde ich große Dankbarkeit dafür, dass in dem Land, in dem ich lebe, Friede ist und kein Krieg. Ich bin dankbar für die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die hier geschützt und gelebt werden, für den Gottesbezug in unserem Grundgesetz und in der bayerischen Verfassung, für die Religionsfreiheit, die Freiheit der Kulturschaffenden und der Meinungsäußerung. Der Tag der Deutschen Einheit erinnert mich daran, welch großen Anteil das Christentum, der Glaube und die Kirchen hatten am Fall der Mauer und dem Ende von Sozialismus und Diktatur. Der früherer Kreml-Chef Michail Gorbatschow bescheinigte dem Papst Johannes Paul II. einen maßgeblichen Beitrag zum Sturz des Kommunismus in Europa. Und ohne das schützende Dach, das Kirchen in der DDR den Oppositionellen gaben, wäre die Friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 kaum möglich gewesen. Damals waren die evangelischen Landeskirchen der letzte Hort demokratischer Kultur in der DDR.</p><p>Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch Gründe dafür haben, dankbar zu sein und grüße Sie herzlich!</p><p><em><strong>Thomas Pfeifer</strong></em></p><p>Diakon in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Haseltal-Himmelreich im Pastoralen Raum Marktheidenfeld</p>


]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67543</guid><pubDate>Fri, 19 Sep 2025 05:00:00 +0200</pubDate><title>Begegnungen in Berlin</title><link>https://msp.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/begegnungen-in-berlin-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ende August, Paar-Auszeit in Berlin. Drei Begegnungen wirken besonders nach:</p><p>1. Bei einer Führung rund um die „Hackeschen Höfe“ werden wir mit der Geschichte vor und im Zweiten Weltkrieg konfrontiert. Die Stadtführerin, eine Jüdin, erzählt von Otto Weidt, einem Unternehmer und überzeugten Pazifisten. In einer Werkstatt stellte er mit taubstummen und blinden jüdischen Arbeiterinnen und Arbeitern Besen und Bürsten her. Mit Schläue und Bestechung der Nazis wurde er zum Lebensretter für viele. Als ich ein Stück Weg mit unserer Begleiterin gehe, singe ich die ersten Zeilen des israelischen Liebesliedes „Erev shel shoshanim“. Spontan fängt sie an zu tanzen und singt mit.</p><p>Ich träume, dass eines Tages Israelis und Palästinenser gemeinsam fröhliche Feste feiern auf den Straßen von Tel Aviv, Gaza und Jerusalem.</p><p>2. Am Sonntag feiern wir den Zelt-Gottesdienst im Garten des Franziskanerklosters Pankow mit. Predigt und Lieder berühren. Viele holen sich am Schluss einen persönlichen Segen. In Gruppen stehen Gemeindemitglieder noch beieinander. Dann zeigen uns unsere Berliner Freunde den neuen Saal der Suppenküche. 350 Menschen kommen täglich außer Montag zu einer kostenlosen Mahlzeit. Kleiderbasar, Hygienestation und Sozialberatung gibt es auch. Der Koch wird von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Die Suppenküche finanziert sich durch Spenden. Die ersten Gäste kommen. Sie sind arm, viele von ihnen leben auf der Straße. Hier werden sie mit Würde behandelt. In dieser Gemeinde erlebe ich Kirche als Oase und Hoffnungsort.</p><p>Ich bin dankbar für die Haupt- und Ehrenamtlichen der Caritas und Diakonie. Auch sie geben ein glaubwürdiges Zeugnis der Frohen Botschaft. Sie sind Nothelfer in der Pflege, der Begleitung von Asylsuchenden oder der Beratung von psychisch angeschlagenen Menschen.</p><p>3. Am Nachmittag gehen wir an der Mauer entlang, die Deutschland in Ost und West teilte. Die Bilder auf den Mauerabschnitten erzählen von der Sehnsucht nach Frieden und Freiheit. Um mich herum ein Gemisch von Sprachen aus aller Welt. Als Mahnung und Auftrag kaufe ich ein zertifiziertes buntes Mauerstück.</p><p>Ich denke an die Mauern von Hass und Gleichgültigkeit, die ich erlebe. Ich bete, dass sie abgerissen werden. Dass Familien nicht um ihr Leben fürchten oder flüchten müssen. Dass menschenverachtende politische Parolen nicht mehr greifen. Dass wir Zivilcourage und Frieden üben.</p><p>Berlin ist eine Reise wert.</p><p><em><strong>Burkhard Fecher</strong></em><br />Pastoralreferent,Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R., Gemünden</p>

]]></content:encoded><category>Impuls regional</category><category>Einzugsgebiet Main-Spessart</category></item></channel></rss>