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Wort zum Wochenende

Atem holen

Irgendwo habe ich einmal gehört oder gelesen: „Beten ist das Atemholen der Seele“. Der Satz hat sich mir eingeprägt. Die Corona Pandemie mit ihren Begleiterscheinungen ist für viele anstrengend und schlägt zunehmend aufs Gemüt. Was vorher ein Ausgleich war, z.B. ein Treffen mit Bekannten, ein Kino- oder Theaterbesuch, das alles fällt weg.
Aber auch ganz ohne Pandemie gibt es immer wieder Tage, an denen wir sehr angespannt sind. Vielleicht, weil ein Problem uns sehr belastet. Vielleicht, weil die Anforderungen wie ein Berg vor uns stehen. In solchen Fällen beruhigt es mich wenig, wenn ich eine angenehme Ablenkung habe.
Aber ich habe es schon oft erfahren, dass ich ruhiger geworden bin, wenn ich mit Gott darüber gesprochen habe. Ich habe ihm einfach erzählt, was mir zu schaffen macht. Ich habe ihn gebeten, mir zu helfen, mir Kraft zu geben, mir eine Idee zu geben, was ich tun soll.
Es war ein Atemholen. Ich war nicht mehr nur auf mich selber bezogen; bin nicht nur um mich selber gekreist. Meine Gedanken waren auf den hin ausgerichtet, der so viel größer ist als ich, der so viel weiser ist. Und der mich in seiner Hand hält.
Ich brauche das Gespräch mit Gott. Nicht nur, wenn ich angespannt bin.
Wie die Lunge, wie der Körper Atem holen muss, so muss auch die Seele Atem holen.
Ganz oft werden wir in der Bibel aufgefordert zu beten. Zum Beispiel in Psalm 51,15, wo Gott uns einlädt: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ oder in Psalm 103,2: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“
Nach dem evangelischen Kirchenkalender befinden wir uns gerade zwischen dem Sonntag Rogate (Betet) und dem Sonntag Exaudi (Erhöre, Herr, meine Stimme). Das Gebet ist das Thema dieser Wochen. Gott hört! Auch wenn Manches nicht so geschieht, wie wir uns wünschen. Das Gespräch mit Gott verändert. Es öffnet uns für seine Liebe. Es macht uns empfänglich dafür, zu erkennen, wie er in unser Leben hinein redet und wirkt. Es erquickt die Seele. Damit der Seele nicht die Luft ausgeht, ist es gut, täglich mit Gott im Gespräch zu bleiben, denn: Beten ist das Atemholen der Seele.

Marina Rauh,
Evangelische Pfarrerin der Pfarrei Höllrich

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