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Dem Leben wieder trauen

Wort zum Wochenende

Letztes Jahr durfte ich am Ostersonntag einen wohltuenden Gottesdienst in der Nürnberger St. Klara-Kirche miterleben. Er stand unter dem Motto „Dem Leben wieder trauen“ und brachte mir die Osterbotschaft auf ganz neue Art und Weise nahe.

Es gibt viele Gründe, um dem Leben zu misstrauen. Durch die Nachrichten erreichen uns Kriegssituationen in Echtzeit. Selbst wenn man nicht persönlich von Kriegen wie im Iran oder der Ukraine betroffen ist, schleichen sich Ängste und Unsicherheiten ein. Aber auch die Sorge um die Zukunft, bei der allzu sicher geglaubte Sicherheiten immer mehr wegzubrechen scheinen.

Und gewiss hat jeder und jede von uns in seinem persönlichen Alltag sicher genügend Gründe, dem Leben nicht zu trauen.

So ging es auch den Frauen, die sich am Ostermorgen auf den Weg zum Grab machen. Die Ereignisse ihrer jüngsten Vergangenheit lassen sie an allem zweifeln, was ihnen wichtig war. Alle Sicherheiten sind weggebrochen.

So ist es auch die erste Botschaft des Engels, dem die Frauen am Grab begegnen: „Fürchtet euch nicht!“ Erst dann verkündet er ihnen die Auferstehung Jesu von den Toten. Dieser Botschaft zu trauen, angesichts des Erlebten ist schwierig und fordert heraus. Damals und heute.

In Nürnberg wurde im Gottesdienst betont, dass Gott uns dafür Zeit gibt. Wir müssen dem Leben nicht von heute auf morgen trauen. Wichtig ist nur, dass wir in dieses Trauen langsam, schrittweise, behutsam hineinwachsen. Die Osterzeit dauert 40 Tage. Zeit genug für kleine Schritte dieses Zutrauens. Und vielleicht stellen wir dann mehr als die vielen kleinen Tode in unserem Alltag, die vielen kleinen Zeichen der Auferstehung fest.

Dem Leben wieder trauen - welche Kraft in diesem Motto steckt!
 

Tobias Henrich
Diakon im Pastoralen Raum Karlstadt