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Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus …

Wort zum Wochenende

Noch hat der Kalender ein paar Wochen Zeit. Die ersten sonnigen Tage haben es geschafft, mir genau dieses Lied auf die Lippen zu legen. Nach der langen, dunklen Winterzeit tut es einfach gut, die Wärme der Sonne wieder im Gesicht zu spüren. Ein kurzer Moment, in dem die Sorgen der Welt ein wenig leichter werden.

Und Sorgen, die gibt es genug. Die Nachrichten überschlagen sich mit Bildern von Krieg, Gewalt und zerstörten Hoffnungen. Manchmal scheint es, als ob Chaos und Machtgier das letzte Wort hätten. Von Moskau über Peking bis Washington – Menschen, die sich nehmen, was sie wollen, während das Recht mit Füßen getreten wird. Da fragt man sich unwillkürlich: Was kann da Hoffnung geben?

In solchen Momenten tut es gut, dass die Bibel uns nicht wegschickt aus der dunklen Realität. Sie verschweigt das Leiden nicht – sie setzt ihm einfach ein anderes Wort dagegen. Ein Wort, das seit Jahrhunderten Menschen trägt. Ein Wort, das nicht vertröstet, sondern stärkt.

Besonders eindrücklich klingt das in einem Vers aus den Psalmen:

Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27, Vers 1)

Ein Lied mitten in der Bedrängnis – nicht erst, wenn alles gut ist. Ein Lied, das aus der Kraft Gottes kommt. Ein Lied, das die Dunkelheit nicht leugnet, aber ihr auch nicht das letzte Wort überlässt.

Vielleicht ist das genau die Haltung, die wir in diesen Tagen brauchen: den Mut, uns nicht gefangen nehmen zu lassen von allem, was uns niederdrückt. Die Augen offen für das Leid – und gleichzeitig das Herz offen für jeden Lichtstrahl, den Gott uns zuspielt. Sei es ein Lied, das unverhofft in uns aufsteigt. Ein Sonnenstrahl nach grauen Wochen. Ein freundliches Wort zur rechten Zeit. Ein Mensch, der für Frieden eintritt, auch wenn es schwer ist.

Der Frühling kündigt sich an. Zart, aber bestimmt. Und mit ihm die Verheißung, dass Gott neues Leben wachsen lässt – selbst dann, wenn die Welt ringsum noch kalt wirkt. Möge diese Zuversicht uns durch die kommenden Tage tragen.

Heiner Spittler
Evangelischer Pfarrer i.R.