Bis zu den Sommerferien sind es nur noch wenige Tage. Diese sind oft sehr ausgefüllt:
Feiern im privaten oder im beruflichen Umfeld stehen an, die Zeit der Sommerfeste hat begonnen, der Urlaub muss geplant werden und auf der Arbeit geht es hoch her. Dazu kommt noch die Hitze, die einen ganz matt macht. Und manche mögen auch mit familiären und gesundheitlichen Problemen sehr belastet sein. Das alles kostet Kraft. Viele sind müde und erschöpft.
Müde und erschöpft haben sich damals auch die Jünger Jesu gefühlt.
Hinter ihnen lagen anstrengende Wochen. Sie waren im Auftrag Jesu unterwegs gewesen, hatten Menschen von Gott erzählt und sie zum Glauben eingeladen. Sie hatten Kranke gesund gemacht und Mutlosen neue Hoffnung gegeben.
Als sie zu Jesus zurückkommen, „sagt er zu ihnen: »Kommt jetzt mit, ihr allein! Wir suchen einen ruhigen Platz, damit ihr euch ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten. So stiegen sie in ein Boot und fuhren an eine einsame Stelle.“ (Markus 6, 31+32)
Jesus sieht, dass seine Jünger müde sind. Sie brauchen eine Pause. Sie müssen sich erholen. So fahren sie mit dem Boot an eine einsame Stelle.
Auch uns hat Jesus im Blick. Er merkt, wenn wir erschöpft sind und Zeit brauchen, durchzuschnaufen. Er lädt uns ein, bei ihm Ruhe zu finden und uns von ihm neu stärken zu lassen. Auch zu uns sagt Jesus: „Kommt jetzt mit, ihr allein! Wir suchen einen ruhigen Platz, damit ihr euch ausruhen könnt.“
Dieser ruhige Platz mag für jeden von uns unterschiedlich ausschauen.
Bei den einen ist es vielleicht der Balkon, der Garten oder die Bank am Main, wo sie sich setzen und die Seele baumeln lassen können.
Für die anderen ist es der Urlaubsort in den Bergen oder am Meer, wo sie sich an Gottes Schöpfung erfreuen können.
Und wiederum andere finden den ruhigen Platz in einer Kirche, wo sie Gottes stärkende Nähe besonders spüren.
Aber auch ohne speziellen Rückzugsort, ja sogar im Krankenbett sind Menschen schon zur Ruhe gekommen. Dann nämlich, wenn sie mit Gott redeten, ihm ihre Sorgen und Unruhe sagten und vielleicht sogar einen Abschnitt in der Bibel lasen. Und sie erlebten, wie ihre Seele ruhig wurde und sie neue Kraft und Zuversicht gewannen.
So wünsche ich Ihnen, dass Sie nicht nur einen Ort finden, um sich auszuruhen, sondern auch, dass Sie dabei an Gott denken, der Sie im Blick hat, der weiß, wie sehr Sie neue Kraft nötig haben und der sie Ihnen von Herzen schenken mag.
Michael Kelinske
Evangelischer Pfarrer in Lohr am Main

