Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Pastoraler Raum Gemünden

Stadtansicht Lohr

Pastoraler Raum Lohr

Stadtansicht Karlstadt

Pastoraler Raum Karlstadt

Pastoraler Raum Marktheidenfeld

Wort zum Wochenende

Liebe so und anders

Auf die Frage, was der Kern des christlichen Glaubens ist, würden vielleicht viele antworten: die Nächstenliebe. Tatsächlich ist das ein wichtiger Aspekt. Viele Hilfsorganisationen haben ihren Ursprung in der vom christlichen Glauben motivierten Nächstenliebe.
Als Jesus einmal gefragt wurde, welches das wichtigste Gebot sei, antwortete er: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Allerdings stellte er dem noch etwas voran: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen lieben.“ Die christliche Nächstenliebe erwächst aus der Liebe zu Gott. Beides gehört untrennbar zusammen.
Und trotzdem liegt der Kern des christlichen Glaubens nicht in diesem sogenannten Doppelgebot der Liebe. Wenn mein Glaube – und meine Seligkeit – daran hinge, dass ich Gott von ganzem Herzen liebe und meinen Nächsten wie mich, dann wäre ich verloren. Wie oft schiebe ich Gott zur Seite, habe ich keine Zeit für ihn, sind mir andere Dinge wichtiger. Und genauso mache ich es auch oft genug mit Menschen, die meine Zuwendung – in welcher Form auch immer – bräuchten.
Ich schaffe es nicht, Gott und die Nächsten so zu lieben, wie Jesus das gefordert hat.
Aber es gibt noch eine andere Liebe: die Liebe Gottes. Nicht die Liebe, die er von mir erwartet, sondern die Liebe, die er mir schenkt. – Die er Ihnen schenkt.
Gott liebt seine Menschen. Er liebt die, die gegen ihn rebellieren und die, denen er völlig gleichgültig ist. Auch die, die sich anstrengen, ihm zu gefallen und die, die meinen, dass es Gott gar nicht gibt.
Um uns Menschen zu zeigen, wie sehr er uns liebt, hat er sein Liebstes gegeben: „So sehr hat Gott die Welt (auch Sie und mich) geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannesevangelium 3,16)
Nicht die Nächstenliebe, auch nicht die Liebe zu Gott sind der Kern des christlichen Glaubens. Der Kern ist, dass Gott uns liebt. So liebt, dass er Jesus gesandt hat um uns zu erlösen.
Ein Mensch, der weiß, dass er geliebt ist, ist auch fähig, andere zu lieben. Weil Gott mich unendlich und bedingungslos liebt, kann ich auch meine Nächsten lieben. Wenn es mir dennoch schwerfällt, darf ich ihn um Hilfe bitten. Und ich kann mir bewusst machen, dass Gott den anderen genauso liebt wie mich.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Liebe Gottes erfahren und sie Ihr Leben durchdringt.

Ihre

Marina Rauh
Pfarrerin in der Evangelisch-Lutherischen Pfarrei Höllrich