Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Wort zum Wochenende

Sind im Wald auch viele Bäume, ein jeder ist doch einzigartig

„Sind im Wald auch viele Bäume, ein jeder ist doch einzigartig“ - unter diesem Motto wurden wir Teilnehmer*innen bei einer Weiterbildung aufgefordert, ein Bild von einem Baum zu malen. Die
Baumbilder sollten uns symbolisieren. Zu Verfügung hatten wir eine großes weißes Blatt Papier, bunte Wachsmalkreiden und eine Stunde Zeit.
Sie können sich vorstellen, welche unterschiedliche Kunstwerke da entstanden: Große und starke, schiefe und wettergebeugte Bäume, Bäume in schönster Blüte oder in Herbstfarben voller bunter Früchte. Auch das Umfeld der Bäume zeigte große Unterschiede. Manche Bäume bedeckten das gesamte Blatt und ragten darüber hinaus, andere waren vorsichtig in die Ecke des Blattes gemalt. Auf manchen Bäumen waren Vögel zu sehen, vor einem Baum stand eine Bank zum Verweilen.
In Kleingruppen stellten wir einander unsere Baumbilder vor. Interessant, was andere in einem Bild entdeckten, das gar nicht bewusst gemalt worden war. Interessant, was die Künstler*innen über die Hintergründe ihres Gemäldes erzählten.
„Sind im Wald auch viele Bäume, ein jeder ist doch einzigartig“ - im Austausch erschloss sich uns einleuchtend die Wahrheit dieses Satzes. Jeder Wald und jede Streuobstwiese mit ihren Obstbäumen sind ein Bild für eine Familie, eine Schulklasse, eine Dorfgemeinschaft, eine Gesellschaft usw: die Besonderheit des einzelnen Baumes ergeben in Summe den Reichtum eines Waldes oder einer Baumgruppe.
In manchen Kirchen stehen Taufbäume. Auf den liebevoll und mit handwerklichem Geschick ausgesägten und bemalten Holzbäumen sind Blätter, Blüten oder Früchte zu sehen mit dem Konterfei der Täuflinge. Auch die Symbole der neu getauften Kinder sind liebevoll und kreativ gestaltet. Wie schön, die Vielfalt und zugleich Besonderheit der einzelnen Täuflinge zu betrachten!
Am vergangenen Sonntag feierten wir in den katholischen Kirchen zum Abschluss der Weihnachtszeit das Fest der Taufe Jesu. Jesus macht in der Taufe durch Johannes die überwältigende Erfahrung: Ich bin von Gott ohne Wenn und Aber geliebt! Ich in meiner Person bin gewollt und werde so geschätzt, wie ich bin. Gehalten in der Liebe Gottes kann und darf ich mich mit meinen Fähigkeiten und Begabungen weiter entfalten. Ich darf „Ja“ und „Nein“ und „Ich“ und
„Du“ sagen. Jesus ist für mich der Lehrmeister gelingenden Lebens. Er war kein Einzelkämpfer, sondern sammelte Männer und Frauen um sich. Er liebte es, mit anderen ins Gespräch und in den Austausch zu kommen. Die Evangelien erzählen, dass er Menschen lehrte aber auch von Menschen lernte. Er war ein Mensch mit einem unverwechselbaren Profil und suchte zugleich den Dialog mit anderen.
„Sind im Wald auch viele Bäume, ein jeder ist doch einzigartig“ - Jesus wusste um seine Wurzeln. Er wusste sich getragen von Gott, seinem Abba. Er pflegte den Kontakt mit ihm und lebte aus der Verbindung mit ihm, seinen ihn liebenden Vater. Diese einzigartige Beziehung ist die Quelle seiner Besonderheit.
Wenn ich beim Taufgespräch Eltern frage, warum sie ihr Kind taufen lassen wollen, höre ich meist als erste Antwort: Damit es in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Unsere Sehnsucht, dazuzugehören ist groß. Die Taufe ermutigt uns darüber hinaus, einzigartig und besonders zu sein.
Ich wünsche Ihnen für das neu begonnene Jahr Mut zur Einzigartigkeit und viel Freude an den Überraschungen, die damit verbunden sind.


Pfarrer Stefan Redelberger
Urspringen

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung