Mein kleiner Forsythien Strauch im Garten lässt die Blätter hängen, wenn es eine Weile nicht geregnet hat. Bei andauernder Trockenheit gieße ich nur noch das, was man essen kann. So wartet er sehnsüchtig auf den nächsten Regen.
In der Bibel betet einer zu Gott: „Es dürstet meine Seele nach dir aus trockenem, dürren Land, wo kein Wasser ist.“ (Psalm 63,2)
Es gibt Zeiten, da ist meine Seele schlaff wie die Blätter meiner Forsythie. Manchmal liegt es an den Umständen, wenn ein Termin den andern jagt und ich kaum zum Durchschnaufen komme. Oder wenn mir ein Ereignis oder ein Problem die Energie raubt.
Manchmal liegt es auch an mir selbst. Ich kenne die Quelle des lebendigen, frischen Wassers: Jesus Christus. Ich weiß, dass ich bei ihm Kraft und Freude und Hoffnung schöpfen kann. Und doch „trinke“ ich nicht aus dieser Quelle. Ich lebe in den Tag hinein ohne an Jesus zu denken. Mein Glaube ist oberflächlich geworden. Er ist Routine, ohne dass da wirklich Leben in der Beziehung zu Gott ist. Ein paar Tage ist dann alles wie immer. Aber irgendwann merke ich, dass mir ein ganz wichtiges Lebenselixier fehlt. Ich merke, dass meine Seele nach dem lebendigen und Leben schaffenden Gott dürstet. Nirgendwo anders finde ich das Leben in der Qualität, die er mir gibt. „Gott, du bist mein Gott, den ich suche“, bekennt der Beter des 63. Psalms.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich auch auf die Suche machen und im Hören auf und Reden mit Gott, mit Jesus Christus, neu belebt und gestärkt werden. Die Psalmen der Bibel können dazu eine Hilfe sein.
Marina Rauh
Pfarrerin in Höllrich