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Wo stehst du an der Krippe?

Wort zum Wochenende

Nach meinem Abitur habe ich ein Jahr in Südfrankreich gelebt, einmal alle kirchlichen Feste dort mitgefeiert und die ein oder andere lieb gewonnene Tradition von dort mit nach Deutschland genommen. In meinem Koffer auf der Rückreise befanden sich so etliche Souvenirs. Darunter auch einige Santons. So werden die besonderen Krippenfiguren in der Provence genannt.

Während der Französischen Revolution wurden viele Kirchen geschlossen oder zweckentfremdet und so wurden dort auch zu Weihnachten keine Krippen mehr aufgebaut. Die Menschen waren findig und stellten sich für ihr Zuhause eigene Krippenfiguren aus Brotteig her. Daraus entwickelte sich ein eigenes Kunsthandwerk und der Beruf des Santonnier. Heute werden die Figuren aus Ton geformt und liebevoll per Hand bemalt.

Neben den klassischen Krippenfiguren von der Heiligen Familie, Ochs und Esel, dem Weihnachtsengel und den Hirten mit ihren Schafen gibt es auch provenzalische Figuren: Eine Frau, die Lavendel trägt, ein Fischer, Frauen mit traditioneller südfranzösischer Tracht, ein Bürgermeister, eine Bäckerin mit ihrem Korb voller Baguettes, ein Boulespieler, eine Seifenverkäuferin, ein Tamburinspieler und ein Kind, das Melonen auf dem Markt anbietet. Sie alle kommen mitten aus ihrem Alltag zur Krippe. So wie sie sind. Mit ihren Sorgen und Hoffnungen, die sie mit sich tragen. Sie sind unterschiedlich lange unterwegs gewesen. Am Ende aber sind sie alle angekommen. Stehen mal näher beim Jesuskind, mal etwas entfernt. Aber alle sind sie da, um die Geburt Jesu zu feiern.

Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich wie den Santons: Mitten im Alltag machen Sie sich auf den Weg zur Krippe, ob beim Singen von adventlichen Liedern, beim Plätzchenbacken, beim Besuch eines Gottesdienstes oder bei einem Glas Punsch auf dem Weihnachtsmarkt. Am Ende - so hoffen wir es jedes Jahr - kommen wir bei der Krippe an, vielleicht ganz entspannt und besinnlich, vielleicht auch etwas im Stress. Aber das Wichtigste ist doch, DASS wir dort sind. Und vielleicht stehen wir in diesem Jahr ganz vorne, in der ersten Reihe oder auch etwas weiter hinten, wo man nicht gleich von allen gesehen wird. Ganz egal wo: Jesus freut sich über alle, die zu ihm kommen.

Ein gutes Unterwegssein zur Krippe wünscht

Christina Lömmer
emeindereferentin im Pastoralen Raum Gemünden